Land Vorarlberg macht sich für Arlbergbasistunnel stark

Vorarlberg / 09.12.2022 • 21:46 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Arlbergstrecke gilt als Nadelöhr. VN, ÖBB
Die Arlbergstrecke gilt als Nadelöhr. VN, ÖBB

Lobbyingarbeit gestartet: Landesrat Zadra war für erste Gespräche in Wien.

Bregenz „Es muss den Tag geben, wo jemand diesen Wunsch deponiert“, sagt Daniel Zadra (37, Grüne). Das Land Vorarlberg hat das nun getan. Der Umwelt- und Landesrat für Öffentlichen Verkehr hat in Wien die Idee eines Arlbergbasistunnels ins Spiel gebracht. Sowohl beim Vorstandsvorsitzenden der Bahn, Andreas Matthä, als auch im Infrastrukturministerium ist der Vorarlberger Wunsch jetzt deponiert. Der Lobbyingmarathon kann beginnen. Der Startschuss für eine Jahrhundertvision ist gefallen.

Günstiges Zeitfenster

Im Landhaus sieht man ein günstiges Zeitfenster geöffnet. Die Arbeiten für den Koralmtunnel enden 2025, für den Semmeringbasistunnel 2030, den Brennerbasistunnel 2032 und den neuen Bosrucktunnel 2040. Es gelte, sich bereits jetzt mit einem Projekt für die Zeit danach in Stellung zu bringen. Die Tunnelindustrie brauche auch im Ausblick große Aufträge. „Warum soll der Zug immer an Vorarlberg vorbeifahren? Deshalb: Wann, wenn nicht jetzt“, so Landesrat Daniel Zadra im Gespräch mit den VN.

Beim Arlbergbasistunnel wird in die Zukunft gedacht. Er sei kein Thema für das Zielnetz 2040, sondern für die Zeit danach. Ein Projekt mit langer Vorlaufzeit, aber gleichzeitig mit großen Potenzialen. Er würde im Güterverkehr eine große Bedeutung in der Umlagerung von der Straße auf die Schiene haben und gleichzeitig die wichtige Vorarlberg-Wien-Verbindung für den Personenverkehr attraktivieren.

Fahrzeitersparnis

Noch gibt es wenige Eckpunkte, keine konkreten Zahlen und schon gar keine Kostenschätzung. Dafür sei es viel zu früh, so Zadra. Einige Ziele ließen sich aber bereits gr0b definieren. So soll die Fahrzeit zwischen Feldkirch und Innsbruck auf 90 Minuten reduziert werden. Die Zeitersparnis durch den zweigleisigen Arlbergbasistunnel zwischen Bludenz und Landeck könnte im Bereich von 15 bis 30 Minuten liegen.

Beim Verteilungskampf um die zukünftigen Bahn-Milliarden will Vorarlberg im Wettbewerb mit anderen Bundesländern mitmischen. Ein zentrales Argument wird die Verlagerung des Ziel- und Quellverkehrs sein. 342 Lkw von Italien und 280 Lkw in Richtung Italien, die jeden Tag auf der Straße unterwegs sind, könnten auf die Schiene verlagert werden. Bei Güterzügen wird mit einer starken Steigerung schon in kurzer Zeit gerechnet. Waren 2019 noch 26 Züge in 24 Stunden auf der Arlbergstrecke unterwegs, sollen es nach 2025 bereits 67 Züge sein.

In Wien deponiert

Das Projekt „Arlbergbasistunnel“ soll rasch Fahrt aufnehmen. Vorarlberg werde bei jeder Möglichkeit darauf hinweisen, so Zadra. Vorarlbergs Exportindustrie ist bereits mit an Bord. Erste Gespräche mit wichtigen Playern habe es schon früh gegeben. „Es wird ein Marathon. Wir wollen die Menschen von der Vision begeistern, sie davon überzeugen“, wirbt der Umweltlandesrat für das Jahrhundertprojekt. In Wien, bei den ÖBB und im Ministerium, habe man den Projektwunsch aus Vorarlberg jedenfalls bereits zur Kenntnis genommen.

Von der Straße auf die Schiene: Der Arlbergbasistunnel hat große Potenziale.
Von der Straße auf die Schiene: Der Arlbergbasistunnel hat große Potenziale.
LR Daniel Zadra wirbt für den Arlbergbasistunnel. Erste Gespräche gab es bereits.
LR Daniel Zadra wirbt für den Arlbergbasistunnel. Erste Gespräche gab es bereits.

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