Vorarlberger Taubenzüchter drohte mit Blutbad

Vorarlberg / 11.12.2022 • 21:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Angeklagte muss knapp 4000 Euro zahlen. <span class="copyright">EC</span>
Der Angeklagte muss knapp 4000 Euro zahlen. EC

Der 27-Jährige hatte Angst, dass seine geliebten Tauben getötet werden.

Feldkirch Der 27-Jährige liebt seine Tauben. Keine Brieftauben, sondern einfach nur schöne Rassetauben, die er züchtet, versorgt, fliegen lässt und sich daran erfreut. „Sie sind meine Kinder“, schwärmt der junge Mann.

Als eine Taube von ihm weg war, vermisste er sie. Monate später bekam er einen Anruf. Über den Ring des Tieres konnte der Besitzer ermittelt werden. Die Taube hatte sich in dieser Zeit die New Castle Krankheit eingefangen. Eine ansteckende Geflügelkrankheit. Der Amtstierarzt wollte sich überzeugen, dass nicht auch die restlichen knapp dreißig Tiere des Unterländers den Virus in sich tragen. Der Taubenzüchter bekam einerseits Angst, andererseits war er sicher, dass seine Tiere gesund sind.

Positiv getestet

Der Amtstierarzt war bei dem Züchter, anfangs war von Quarantäne die Rede, so der Angeklagte. Doch dann kam das Kontrollorgan wieder, erneut wurden Proben genommen und zur Analyse mitgenommen. „Wenn eines der Tiere positiv getestet würde, würde man alle töten“, habe man ihm erklärt, schildert der Angeklagte. „Das stimmt. Die Tötung aller Tiere stand im Raum. Allerdings mussten wir erst die Probenauswertung abwarten“, erinnert sich der Amtstierarzt als Zeuge. Weiters erklärt er, dass der Besitzer sich aufregte und drohte: „Wenn jemand meine Tauben tötet, bringe ich den auch um.” Zusätzlich sei der Satz gefallen, dass er in der Bezirkshauptmannschaft ein Blutbad anrichten werde. An diese Äußerung erinnert sich der Angeklagte eigenen Aussagen zufolge nicht. Doch der Amtstierarzt bleibt dabei: „Genau das war der Wortlaut.” Deshalb habe er Anzeige erstattet.

Mehrfach entschuldigt

Der Taubenzüchter zeigt sich höflich, entschuldigt sich mehrfach. Auch unmittelbar nach seinem „Ausraster“ hatte er sich des Öfteren beim Tierarzt entschuldigt. Doch da hatte der Beamte bereits Anzeige erstattet. „Es gab in der Vergangenheit einen Mord in einer Bezirkshauptmannschaft. Es geht nicht an, dass sich Mitarbeiter solcher Behörden fürchten müssen“, fordert der Staatsanwalt eine angemessene Bestrafung. Der Tierliebhaber bekommt wegen gefährlicher Drohung eine Geldstrafe von 3600 Euro, dazu kommen 200 Euro Verfahrenskosten.

Der Mann stöhnt. Er habe wegen der Hochzeit und dem Leasingauto insgesamt noch rund 40.000 Euro Schulden. Ihm wird eine Ratenzahlung gewährt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Die Tiere waren übrigens alle gesund, keine Taube wurde getötet. EC

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