Desiro ML: Das kann der neue Zug für Vorarlberg

Mobilität / 12.12.2022 • 12:55 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Desiro ML: Das kann der neue Zug für Vorarlberg
Der neue Desiro ML wurde am Montag offiziell in den Dienst aufgenommen. Wir zeigen, was er kann. VN/Rauch, ÖBB/Hofmeister

Eine bessere Beschleunigung, 160 km/h Höchstgeschwindigkeit, 50 Prozent mehr Sitzplätze: Das ist der Desiro ML.

Bludenz Seit Sonntag ist die erste Garnitur auf Vorarlbergs Schienen unterwegs, am Montag wurde der Ersatz des Talent 2 offiziell in Vorarlberg begrüßt. Das bietet der neue Nahverkehrszug Desiro ML.

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Die Garnituren von Siemens sind eine verlängerte Version des erprobten Desiro ML. Er bietet damit um fast 50 Prozent mehr Platz als der bisherige Talent 2. Dementsprechend spricht der zuständige Landesrat Daniel Zadra von einem “Freudentag” und “Meilenstein” im öffentlichen Verkehr. “Der Desiro ML sprengt die Dimensionen im Komfort, Beinfreiheit und Sitzplatzangebot”, betont er am Montag.

Landesrat Daniel Zadra führt das Radabteil vor. Im Einbahnsystem sollen hier rund um das Jahr 16 Fahrräder Platz finden. Gummihalterungen sichern über das Hinterrad das Zweirad vor dem Umfallen. <span class="copyright">VN/RAUch</span>
Landesrat Daniel Zadra führt das Radabteil vor. Im Einbahnsystem sollen hier rund um das Jahr 16 Fahrräder Platz finden. Gummihalterungen sichern über das Hinterrad das Zweirad vor dem Umfallen. VN/RAUch

Ganz ohne Seitenhiebe auf den langen Anschaffungsprozess ging es nicht. Ursprünglich hätten die neuen Nahverkehrszüge von Bombardier in Berlin produziert werden sollen. ÖBB-Personenverkehrsvorständin Sabine Stock spricht von einen “nie dagewesenen Ausfall eines Herstellers”, Zadra davon, dass der neue Zug “alles überstrahlt, auch die Vergangenheit.”

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Der neue Zug bietet auf knapp über 100 Meter in vier Teilstücken im Sommer insgesamt 39 Radstellplätze, davon die meisten in einem der vier Teilstücke konzentriert. Gedacht ist es als Einbahnsystem, Gummihalterungen sichern den Hinterreifen des Rades vor dem Umfallen. “Dieses System bewährt sich in Kopenhagen seit Jahren”, betont Zadra. Im Winter sind es 16 Radstellplätze, da die in den beiden Mittelwagen zu Stellplätzen für Wintersportgeräte umgerüstet werden.

In den beiden Mittelteilen der Zuggarnitur gibt jeweils zwei solche Buchten. Im Winter können hier Ski und Snowboards sicher verstaut werden, im Sommer findet man hier Radhalterungen. <span class="copyright">VN/RAUch</span>
In den beiden Mittelteilen der Zuggarnitur gibt jeweils zwei solche Buchten. Im Winter können hier Ski und Snowboards sicher verstaut werden, im Sommer findet man hier Radhalterungen. VN/RAUch

Ein Triebwagen ist auf Personen mit eingeschränkter Mobilität fokussiert. Hier finden sich Rollstuhllifte wie auch eine -rampe, sowohl innen wie außen gibt es Knöpfe, um Unterstützung anzufordern. Hinzu kommen zwei Rollstuhlstellplätze und zwei WC, eines davon barrierefrei mit Wickeltisch. Dafür mussten die bekannten Klappstühle durch Anlehnplätze ersetzt werden, Fahrräder sind hier eher unerwüscht.

In den Hochflurbereichen der Mittelteile finden sich mehrere Sitzgruppen mit Tischen, die noch weiter aufgeklappt werden können. <span class="copyright">VN/RAUch</span>
In den Hochflurbereichen der Mittelteile finden sich mehrere Sitzgruppen mit Tischen, die noch weiter aufgeklappt werden können. VN/RAUch
Hier finden sich auch unter den Sitzen Steckdosen und USB-Ports zum Aufladen der eigenen Elektronikgeräte. <span class="copyright">VN/RAUch</span>
Hier finden sich auch unter den Sitzen Steckdosen und USB-Ports zum Aufladen der eigenen Elektronikgeräte. VN/RAUch

In den beiden Mittelteilen der Garnitur im Hochflurbereich erinnert die Bauweise eher an den Railjet als an den Talent 2. Unter den Sitzplätzen finden sich Steck- und USB-Dosen, hinzu kommen Klapptische, Leselampen und Fußstützen. Kinderwagenabstellplätze gibt es bei den Einstiegen.

Im barrierefreien WC in dem auf Menschen mit eingeschränkter Mobilität ausgerichteten Triebwagen findet sich auch ein Wickeltisch zum Aufklappen.<span class="copyright"> VN/RAUch</span>
Im barrierefreien WC in dem auf Menschen mit eingeschränkter Mobilität ausgerichteten Triebwagen findet sich auch ein Wickeltisch zum Aufklappen. VN/RAUch
Der barrierefreie Triebwagen verfügt auch über die notwendigen Signalknöpfe, um die erfordliche Assistenz anzufordern. Diese bedient den Lift für den Ein- und Ausstieg. <span class="copyright">VN/RAuch</span>
Der barrierefreie Triebwagen verfügt auch über die notwendigen Signalknöpfe, um die erfordliche Assistenz anzufordern. Diese bedient den Lift für den Ein- und Ausstieg. VN/RAuch

Für die Umrüstung der Züge und die etwa alle 25.000 Kilometer Laufleistung, dies entspricht etwa alle zwei Monate in Vorarlberg, notwendige Grundwartung der Garnituren gibt es nun in Bludenz auch eine neue Halle. Die 126 Meter lange Werkstätte sichere einerseits den Standort und andererseits an die 30 Arbeitsplätze, will dies die ÖBB auch als Standortgarantie verstanden wissen.

Der Desiro ML benötigte aufgrund seiner Länge auch eine neue Wartungshalle in Bludenz.<span class="copyright"> VN/RAuch</span>
Der Desiro ML benötigte aufgrund seiner Länge auch eine neue Wartungshalle in Bludenz. VN/RAuch
Auch die normalen Sitze verfügen über Klapptische und Fußstützen. <span class="copyright">VN/RAUch</span>
Auch die normalen Sitze verfügen über Klapptische und Fußstützen. VN/RAUch

Desiro ML 2022

Entworfen von Siemens Mobility, erstmals mit vier statt nur drei Wagen.

21 Garnituren sind für Vorarlberg vorgesehen.

290 Sitzplätze, 2 Rollstuhlplätze

100 Meter lang, acht Einstiege

16 (Winter) – 39 (Sommer) Radstellplätze

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