Hier ist die Christbaumzucht Familiensache

Vorarlberg / 12.12.2022 • 10:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Christbaumzucht ist Familiensache: Karin und Markus Dünser mit ihren Söhnen Julian und Jakob.  <span class="copyright">VN/Paulitsch</span>
Die Christbaumzucht ist Familiensache: Karin und Markus Dünser mit ihren Söhnen Julian und Jakob.  VN/Paulitsch

Karin und Markus Dünser aus Bizau verkaufen seit drei Jahren Bäume aus eigener Kultur.

Bizau Bäume sind für Markus Dünser (43) mehr als ein Job. Der Bizauer arbeitet hauptberuflich als Waldaufseher. „Ich habe eigentlich das ganze Jahr nur mit Bäumen zu tun“, sagt er und lacht. Nebenbei war der 43-Jährige knapp 20 Jahre lang für einen Händler als Christbaumverkäufer tätig. Irgendwann kam ihm die Idee, es doch selbst einmal mit der Christbaumzucht zu versuchen.

Die Shropshire-Schafe sind als Öko-Rasenmäher im Einsatz und das ganze Jahr draußen unterwegs. 
Die Shropshire-Schafe sind als Öko-Rasenmäher im Einsatz und das ganze Jahr draußen unterwegs. 

„Am Anfang hat man mich eher belächelt für das, was ich hier tue“, blickt Markus Dünser zurück. Doch die oft harte Arbeit hat gefruchtet. Vor drei Jahren haben die Dünsers die ersten Bäume aus eigenem Anbau verkauft. Seit dem letzten Jahr sind sie offizielle Ländle-Christbaum-Produzenten. Für Ländle- Christbäume gilt das 3G-Prinzip „gesetzt, gewachsen und geerntet in Vorarlberg“. Erkennungsmerkmal ist der Stern. 

Im Garten

Die Familie bewirtschaftet mittlerweile drei Plantagen in Reuthe und Mellau. Setzlinge, die dort keinen Platz mehr hatten, wachsen im Garten des Einfamilienhauses. „Wir haben unterschätzt, wie viel Arbeit das Ganze gibt“, räumt der Christbaumexperte ein. Die Bäume müssen geschnitten, gedüngt, die Triebe mit Klammern reguliert und die Kulturen mehrmals im Jahr ausgemäht werden. Für Letzteres haben die Dünsers auch tierische Helfer. Die Shropshire-Schafe werden als Öko-Rasenmäher eingesetzt. „Zuerst lassen wir die Schafe rein. Die fressen das Gröbste. Den Rest mähen wir per Hand. Das ist unsere Samstagsbeschäftigung“, merkt Karin Dünser mit einem Schmunzeln an. Auch die Ernte hat es hin und wieder in sich. „Letztes Jahr war es ein Knochenjob, die Christbäume zu holen. Da hatte es über einen halben Meter Schnee. Der Schwiegervater hat mir zum Glück geholfen“, erzählt der 43-Jährige.

Der neunjährige Julian kennt sich auch mit Schafen aus.
Der neunjährige Julian kennt sich auch mit Schafen aus.

Ab 14. Dezember startet der offizielle Verkauf vor dem Haus der Dünsers in Bizau Oberberg. Am 18. Dezember gibt es eine Verkaufsstelle in Au. Markus ist für die Ernte zuständig. Karin, die sonst Backkurse gibt und als Beraterin für Backzubehör arbeitet, kümmert sich größtenteils um den Verkauf. Zur Auswahl stehen Nordmanntannen, Fichten und Blaufichten. Als liebster Christbaum der Vorarlberger gilt grundsätzlich die Nordmanntanne. Im Bregenzerwald ist laut Markus Dünser aber auch die traditionelle Fichte verhältnismäßig oft gefragt. „Und wer Katzen hat, nimmt gerne eine Blaufichte. Die sticht viel mehr. Da geht keine Katze ran“, erläutert er.

Seit dem letzten Jahr sind die Christbäume der Dünsers Ländle-Christbäume.
Seit dem letzten Jahr sind die Christbäume der Dünsers Ländle-Christbäume.

Wie der Christbaum bei den Christbaumzüchtern selbst aussieht? „Wir haben immer den größten“, verrät Sohn Julian (9), der wie sein Bruder Jakob (7) schon ein kleiner Christbaumexperte ist. Mama Karin ergänzt: „Wir haben meistens zwei Bäume. Wenn einer übrig bleibt, nehmen wir den mit in unsere Hütte. Dann dürfen die Buben noch einmal einen Baum schmücken.“

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