Hilfestellung für den „Neustart“

Vorarlberg / 12.12.2022 • 19:34 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
VN-Redakteurin Petra Milosavljevic (r.) übergab den Scheck an Geschäftsführer Johannes Pircher-Sanou und Mitarbeiterin Christina Nachbaur (l.).
VN-Redakteurin Petra Milosavljevic (r.) übergab den Scheck an Geschäftsführer Johannes Pircher-Sanou und Mitarbeiterin Christina Nachbaur (l.).

VN-Sozialaktion „Ma hilft“ unterstützt Verein mit 15.000 Euro.

BREGENZ Rund 550 Menschen hilft der Verein Neustart Vorarlberg im Monat bei der Wiedereingliederung in die Gesellschaft nach einer Haftentlassung. Darunter sind auch straffällige Personen, die jedoch nicht verurteilt worden sind. Auch Opfer von Gewalt werden beim Neustart unterstützt. „Die Spende ist eine wundervolle Unterstützung, die uns ermöglicht, unseren Klienten mehr unter die Arme zu greifen“, sagt Geschäftsführer Johannes Pircher-Sanou. Dabei bezieht sich Pircher-Sanou auf den Beitrag von „Ma hilft“, der dank der Spenden der VN-Leserfamilie zusammengekommen ist.

Resozialisierung

„Wir bereiten die Menschen auf die Haftentlassung vor, sprechen mit ihnen über das Delikt, wie es dazu kam und wie man es in Zukunft präventieren kann“, erläutert der Geschäftsführer. Für viele bietet der Verein eine zweite Chance, den Weg zurück ins Leben zu finden. „Wir unterstützen sie außerdem bei der Wohnungs- und Jobsuche genauso wie bei gesundheitlichen Problemen und Schuldenregulierung, also im Grunde bei den alltäglichen Lebensfragen.“ Dokumentenbeschaffung spiele dabei ebenfalls eine große Rolle, da viele nach jahrelanger Haft oder im Umzug wichtige Unterlagen verlieren. „Urkunden, Reisepass und Geburtsurkunden beschaffen ist wichtig, damit die Leute wieder einige Anträge stellen können“, schildert Pircher-Sanou. Der Vorarlberger kennt die Problematik sehr gut, da er zuvor sechs Jahre ehrenamtlich als Bewährungshelfer gearbeitet hat.

„Wir werden die Spenden vorwiegend für Monats- oder Jahreskarten für öffentliche Verkehrsmittel einsetzen. So können unsere Klienten ihre Termine bei uns oder bei Vorstellungsgesprächen einhalten und finden auf legalem Weg zurück in die Normalität. Sie müssten also nicht schwarzfahren.“ Auch Lebensmittelgutscheine werden durch die „Ma hilft“-Spende ermöglicht. Das sei von großer Bedeutung, denn die Menschen, die vom Neustart betreut werden, seien von der Teuerung doppelt betroffen, da sie aus der Haft kommen und somit keinen Anspruch auf das Arbeitslosengeld oder Mindestsicherung haben. „Wir machen eben alles, was dazu beiträgt, dass die Menschen nicht straffällig werden“, sagt der Geschäftsführer. VN-PEM

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