Lieferengpässe bei Medikamenten

Vorarlberg / 12.12.2022 • 18:19 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Eine Ursache dafür ist auch Chinas strikte Coronapolitik.

wien Derzeit kommt es in der Grippe- und Erkältungswelle bei bestimmten Medikamenten zu Lieferengpässen. Die „aktuelle Spitze“ liegt laut Apothekerkammer-Sprecher Wolfgang Müller zwar an der temporär stark erhöhten Nachfrage, das Grundproblem sei aber die Auslagerung der Produktion im Zuge der Globalisierung. Viele Arzneien würden in Asien an einem einzigen Standort hergestellt, was die Abhängigkeit drastisch verschlimmere. Lieferengpässe sind laut Müller bei bestimmten Arzneien an der Tagesordnung. Allerdings hätten Pharmazeuten vielerlei Möglichkeiten, um momentane Engpässe zu überwinden – etwa könnten in Rücksprache mit dem Arzt wirkstoffgleiche Medikamente ausgehändigt werden. Dem Sprecher zufolge verbringen Apotheker pro Tag bis zu zwei Stunden damit, ausverkaufte Medikamente aufzutreiben oder Ersatz zu finden. Das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) betreibt eine Liste, auf der tagesaktuell nicht verfügbare Medikamente hinzugefügt werden.

Die starke Konzentration der Medikamentenproduktion in Asien habe sich auch während der Pandemie massiv auf die Versorgungslage ausgewirkt, speziell die Schließung des Hafens von Schanghai aufgrund Chinas strikter Corona-Politik sei deutlich zu spüren gewesen. Das Problem ist Müller zufolge in ganz Europa gut bekannt. So hätte sich EU-Präsidentin Ursula von der Leyen erst kürzlich für die Einrichtung eines zentralen EU-Medikamenten-Lagers ausgesprochen, um im Bedarfsfall auf eigene Reserven zurückzugreifen zu können. Müller beschwichtigte: „Die Apothekerschaft ist bemüht, aus dem Lieferengpass keinen Versorgungsengpass werden zu lassen.“

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