Herzstück einer Region zu Gast in Dornbirn

Vorarlberg / 13.12.2022 • 17:10 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Für Familien gibt es nicht nur zu entdecken, welche Tiere im Bodensee leben.<span class="copyright"> VN/Hartinger</span>
Für Familien gibt es nicht nur zu entdecken, welche Tiere im Bodensee leben. VN/Hartinger

Neue Sonderausstellung zum Thema Bodensee in der inatura.

Dornbirn Der Bodensee ist seit Dienstag in Dornbirn angekommen. In der inatura beleuchtet eine Sonderausstellung den rund 50 Milliarden Kubikmeter Wasser fassenden See, der vom Wasser des Alpenrheins und anderer Zuflüsse gespeist wird.

Ruth Swoboda (inatura-Direktorin) und Thomas Blank (Leiter Wasserwirtschaft Vorarlberg) eröffneten die Ausstellung am Dienstag. <span class="copyright">VN/Hartinger</span>
Ruth Swoboda (inatura-Direktorin) und Thomas Blank (Leiter Wasserwirtschaft Vorarlberg) eröffneten die Ausstellung am Dienstag. VN/Hartinger

Er bildet das Kernstück der vielfältigen Region im Dreiländereck zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz. “Dieses Grenzüberschreitende spiegelt sich auch in der Zusammenarbeit der verschiedenen Ressorts für diese Ausstellung wider”, erklärte Ruth Swoboda bei der Eröffnung der Ausstellung. Während in den 1970er-Jahren der See von der OECD in die “Liste der verfaulenden Weltgewässer” aufgenommen wurde, sei er heute ein Vorbild, weiß die geschäftsführende Direktorin der inatura.

Schaukästen erklären anschaulich, welche Tiere im Bodensee leben. <span class="copyright">VN/Gunz</span>
Schaukästen erklären anschaulich, welche Tiere im Bodensee leben. VN/Gunz

Die Sonderausstellung auf der Galerie der Erlebnisnaturschau “Der Bodensee – eintauchen – erkunden – erleben” beleuchtet den See aus verschiedenen Perspektiven. Neben seiner Entstehung und Entwicklung widmet sich die Ausstellung vor allem auch dem Zusammenspiel von Mensch, Flora und Fauna im und am See sowie die aktuelle Situation dieses Herzstücks einer Region. Nutzungskonflikte bis hin zur aufregenden Entwicklung der Wasserqualität über die letzten Jahrzehnte haben ebenso ihren Platz gefunden.

Was nicht in die Toilette bzw. in den Bodensee gehört: Durchsichtige Plastikkugeln in der Toilette verraten beispielsweise, dass feuchtes Toilettenpapier nicht reingehört. <span class="copyright">VN/Hartinger</span>
Was nicht in die Toilette bzw. in den Bodensee gehört: Durchsichtige Plastikkugeln in der Toilette verraten beispielsweise, dass feuchtes Toilettenpapier nicht reingehört. VN/Hartinger

Verschiedenste Aspekte

“Die Anrainerstaaten des Bodensees haben insgesamt vier Milliarden Euro in die Kanalisation investiert, Österreich insgesamt eine Milliarde Euro. Heute ist er ein Naturparadies”, schildert Thomas Blank, Leiter der Wasserwirtschaft Vorarlberg, wie sich die Wasserqualität durch den gemeinsamen Einsatz verbessert hat. Ein 3D-gefrästes Relief erlaubt Blicke in den Bodensee und “zeigt, welche interessanten Facts es über den Bodensee gibt”, erklärt Ausstellungskurator Mathias Gort eine der Stationen. Auf Knopfdruck wird beispielsweise auf dem Relief sichtbar, was bei Hochwasser passiert (“Land unter”).

Thomas Blank erklärt das 3D-Relief des Bodensees.  <span class="copyright">VN/Gunz</span>
Thomas Blank erklärt das 3D-Relief des Bodensees. VN/Gunz
Herzstück einer Region zu Gast in Dornbirn
Verschiedene Druckknöpfe beim Relief geben interessante Facts über den Bodensee. VN/Gunz

Durch die Internationalisierung der Gewässer ist der Bodensee auch nicht vor Invasoren gefeit. Die Quagga-Muschel, ursprünglich im Schwarzen Meer beheimatet, hat sich auf dem Seegrund ausgebreitet und “überwuchert auch Filteranlagen, was zu Problemen führt”, so Gort.

Herzstück einer Region zu Gast in Dornbirn
Die Invasorin aus dem Schwarzen Meer: Quagga-Muschel. VN/Gunz

Die Themen Wasserverschmutzung oder Wasserreinhaltung sind ebenfalls Teil der neuen Ausstellung. Eine Toilette, gefüllt mit durchsichtigen Plastikkugeln, vermittelt eindrucksvoll, was nicht in den Bodensee bzw. in die Toilette gehört.

Kuratorin Ines Linke erklärt, wie das Fischeangeln funktioniert. <span class="copyright">VN/Hartinger</span>
Kuratorin Ines Linke erklärt, wie das Fischeangeln funktioniert. VN/Hartinger

Interaktive Spiele wie das Fischeangeln oder das Malen mit Wasser auf einem speziellen Tablet lassen nicht nur Kinderaugen aufleuchten. Im “Lebensraum Schilf” werden nicht nur die wichtige ökologische Funktion der Pflanze und die Vorzüge dieses Baustoffes aufgezählt, auch “im Schilf lebende und gefährdete Tiere, wie beispielsweise die Rohrweihe, werden in diesem Ausstellungsbereich exemplarisch aufgegriffen”, erzählt Ausstellungskuratorin Ines Linke und Ruth Swoboda ergänzt mit einem Augenzwinkern, dass Tiere in der inatura natürlich nie fehlen dürfen.

Die Sonderausstellung “Der Bodensee – eintauchen – erkunden – erleben” ist bis Oktober 2023 auf der Galerie der inatura zu erleben.

Lebensraum Schilf. <span class="copyright">VN/Hartinger</span>
Lebensraum Schilf. VN/Hartinger
Lebensraum Schilf <span class="copyright">VN/Gunz</span>
Lebensraum Schilf VN/Gunz

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