Was mit dem Klärschlamm künftig geschehen soll

Vorarlberg / 13.12.2022 • 16:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Abwasserreinigungsanlage in Meiningen. Die Gemeinde gilt als Favorit für den Standort einer thermischen Klärschlammanlage.<span class="copyright"> VN/Reiner</span>
Die Abwasserreinigungsanlage in Meiningen. Die Gemeinde gilt als Favorit für den Standort einer thermischen Klärschlammanlage. VN/Reiner

Klärschlamm soll bald im Land behandelt und damit auch Energie gewonnen werden.

Bregenz 40.000 Tonnen Klärschlamm fallen jährlich in Vorarlberg an. Dieser fällt bestimmungsgemäß in Abwasserreinigungsanlagen (ARA) an und dient zur Schadstoffsenkung der zu reinigenden Abwässer. Klärschlämme beinhalten Nährstoffe wie Stickstoff, Kalium und Phosphor, andererseits können sie mit biologisch schwer abbaubaren Substanzen, Schwermetallen, pathogenen Keimen sowie hormonell wirksamen Substanzen belastet sein.

Problem für Landwirtschaft

Wie umgehen mit Klärschlamm? Bisher war eine Kompostierung dieser Substanz mit anschließender Ausbringung in der Landwirtschaft und im Landschaftsbau gängige Praxis. Der Nachteil: Dies ist zwar zulässig, doch AMA und V-Milch lassen keine Klärschlammkomposte auf den Flächen ihrer Vertragslandwirte zu.

Jetzt haben das Land und der Gemeindeverband das Ergebnis einer in Auftrag gegebenen Studie vorliegen. Empfehlung: Die Errichtung einer Anlage zur themischen Klärschlammbehandlung in Vorarlberg. “Die Monoverbrennung von Klärschlamm mit nachgeschalteter Rückgewinnung von Phosphor aus der Verbrennungsasche gilt als eine vielversprechende Technologie”, erklärt Rainer Siegele, im Gemeindeverband für die Abfallwirtschaft zuständig.

Rainer Siegele ist im Vorarlberger Gemeindeverband für die Abfallwirtschaft zuständig. VN/Rauch
Rainer Siegele ist im Vorarlberger Gemeindeverband für die Abfallwirtschaft zuständig. VN/Rauch

Viele Vorteile

Die Vorteile einer solchen Anlage sind Entsorgungssicherheit, Unabhängigkeit von der Entwicklung der Energiepreise, stabile und langfristig kalkulierbare Entsorgungskosten für die ARA, Minimierung der Verkehrsbelastung. “Nur eine Trocknungsanlage würde viel Energie brauchen und ein Energieträger wurde anschließend außer Landes gebracht”, argumentiert Umweltlandesrat Daniel Zadra (Grüne) für eine universelle Anlage. Zadra betont auch die Wichtigkeit der Phosphorgewinnung.

Umweltlandesrat Daniel Zadra befürwortet eine Anlage für thermische Klärschlammbehandlung in Vorarlberg. <span class="copyright">VN/Hartinger</span><p class="caption"><p class="caption">
Umweltlandesrat Daniel Zadra befürwortet eine Anlage für thermische Klärschlammbehandlung in Vorarlberg. VN/Hartinger

Favorit Meiningen

Bei der Suche nach einem Standort für die thermische Abwasserreinigungsanlage kristallisiert sich die ARA-Gemeinde Meiningen als Favorit heraus.

Die Kosten des Projekts würden sich auf rund 40 Millionen Euro belaufen. Siegele hält bei raschem Verfahrensverlauf eine Inbetriebnahme im Jahr 2027 für möglich.

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