Infekte haben Vorarlbergs Schulen im Griff

Vorarlberg / 14.12.2022 • 20:58 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Im Kindergarten von Verena Winkler herrscht derzeit Normalbetrieb.
Im Kindergarten von Verena Winkler herrscht derzeit Normalbetrieb.

Kaum eine Klasse und Familie bleibt derzeit von Infektionen verschont.

Bregenz Schüler, die bereits mit dem zweiten Infekt innerhalb weniger Wochen das Bett hüten müssen. Unterrichtsstunden, die aufgrund von erkrankten Lehrkräften ausfallen: Spricht man derzeit mit Eltern, haben beinahe alle von kranken Kindern zu erzählen. RSV-Viren und grippale Effekte haben die Schulen fest im Griff.

Glück hat man im Kindergarten Haselstauden in Dornbirn. Das gesamte Personal ist im Einsatz, die Krankmeldungen unter den Kindern sind im normalen Rahmen. „Vergangenes Jahr war es weit schlimmer“, erklärt Leiterin Verena Winkler. „Damals waren wir fast froh, dass so viele Kinder krank waren, da wir sonst zu wenig Betreuerinnen gehabt hätten.“ Derzeit kursiere aber einfach alles unter den Kindern, von grippalen Effekten bis zu Magen-Darm-Infektionen.

Frage der Klasse

Blickt man in die Klassenbücher des Bundesgymnasiums Dornbirn, zeigt sich ein differenziertes Bild: Am Dienstag fehlte in manchen Klassen jede vierte oder fünfte Schülerin oder Schüler, in der Parallelklasse aber nur eine oder sogar gar niemand. So fehlten in einer ersten Klasse sieben von 30, in einer sechsten sechs von 21 Schülern. In einer anderen sechsten Klasse war am Dienstag gar niemand abwesend. „Es variiert stark zwischen den Klassen, man steckt sich untereinander an“, bestätigt Direktor Markus Germann. Einen Unterschied zwischen Ober- und Unterstufe merke man hier nicht, es treffe alle Altersgruppen.

Dies bestätigt auch Direktor Christoph Prugger vom Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium Feldkirch. Bei ihm waren am Dienstag 123 der 738 Schüler abwesend. „Es waren schon mehr, aber auch schon weniger. Es pendelt derzeit um etwa diesen Wert“, erklärt Prugger. Auch bei ihm ziehen sich die Krankenstände durch alle Altersgruppen. „Was man durch die Entschuldigungen mitbekommt, zieht es sich bei den Ursachen quer durch“, erklärt der Feldkircher Direktor. Corona sei aber nicht der dominante Faktor. Darunter leiden vor allem die Schüler, schließlich fehlen somit pro Klasse durchschnittlich vier bis fünf Schüler. „Kaum eine Schularbeit oder Test findet bei Vollbesetzung statt“, betont Prugger die Folge, das wirkt sich auf die Lernbelastung der Schüler aus. Denn die kranken Schüler müssen diese Prüfungen wie auch den durchgenommenen Stoff nachholen.

Lehrstück Pandemie

Doch nicht nur Schüler werden krank, auch Lehrkräfte. „Wir haben relativ viele Krankenstände“, bestätigt Germann. Man suppliere, was möglich ist, an den Randzeiten fallen auch Stunden aus. Mehr Glück hat man derzeit noch in Feldkirch: „Bei der Lehrerschaft geht es derzeit zum Glück, der Unterricht funktioniert“, betont Prugger. „Die Schulen jonglieren mit dem Personal oder sind kreativ in der Lösungsfindung“, erklärt Elisabeth Mettauer-Stubler von der Vorarlberger Bildungsdirektion. In den Pandemiejahren waren kurzfristige Ausfälle von Lehrkräften ein allgegenwärtiges Thema, die Schulen seien inzwischen geübt im Umgang mit solchen Herausforderungen. Dies zeigte sich bereits im Herbst, als es ebenfalls zahlreiche Krankenstände gab. „Die Schulen schöpfen ihre Möglichkeiten aus“, wüssten sie sich inzwischen zu helfen, auch untereinander. VN-rau

„Es variiert stark zwischen den Klassen, man steckt sich untereinander an.“

Nach Corona beuteln nun andere Infektionen Schülerschaft und Lehrkräfte. Symbolbild VN
Nach Corona beuteln nun andere Infektionen Schülerschaft und Lehrkräfte. Symbolbild VN

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