Mit vollem Körpereinsatz hinunter

Vorarlberg / 15.12.2022 • 17:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Beim Start ist volle Konzentration gefragt. Beim Continental Cup machen 17 Nationen mit.
Beim Start ist volle Konzentration gefragt. Beim Continental Cup machen 17 Nationen mit.

Intensive Trainingswoche der Nachwuchsrodler für den Continental Cup im Eiskanal in Bludenz.

Bludenz Für die Zuschauer sieht es atemberaubend aus, mit welcher Geschwindigkeit die Rodler im Eiskanal in Bludenz herunterflitzen. Dabei wird von den Sportlern mitunter ein Tempo von 100 km/h erreicht. Aktuell trainieren rund 90 Teilnehmer aus 17 Nationen auf der im letzten Jahr neu errichteten Kunsteisbahn, denn am 16. und 17. Dezember macht der Continental Cup im Eiszentrum Bludenz Station. Diese internationale Veranstaltung für den Rodelnachwuchs wird in insgesamt sieben Bewerben ausgetragen. Nach Sigulda in Lettland ist Bludenz die zweite Station, danach geht es für die jungen Profisportler weiter nach Winterberg in Deutschland, in die USA und schließlich zum Finale in Südkorea. Der Continental Cup wurde vom Internationalen Rodelverband neu konzipiert, damit die 14- bis 18-jährigen Rennsportler der Jugendklasse A Erfahrungen auf internationalen Strecken sammeln können, bevor sie in die nächste Stufe, nämlich die allgemeine Klasse, wechseln.

Neuartige Bauweise

Rodelprofi René Friedl war bis letztes Jahr Cheftrainer des Österreichischen Rodelverbands in Kunstbahn (KB) und ist aktuell Sportdirektor des Verbands: „Ich betreue das österreichische Team auf der neuen Bahn, wir sind mit elf Athleten dabei. Es ist für die Eiskanal GesmbH das erste Jahr mit vollem Rennbetrieb. Die Abläufe werden durch das Team des Rodelclubs Sparkasse Bludenz hervorragend abgewickelt. Alles funktioniert reibungslos.“ Die Bahn wurde in einer neuartigen Bauweise errichtet. Die Schalenbauweise erwies sich als günstigere Variante. „Das Projekt wurde in kurzer Zeit umgesetzt. Wir sind von dem Prototyp begeistert, es musste in den vergangenen Monaten nur etwas nachgeschärft werden“, berichtet Bernd Kinsperger, Pressereferent des Rodelclubs Sparkasse Bludenz. So konnte bereits vor drei Wochen der Skeleton-Europacup sehr erfolgreich auf dieser Strecke durchgeführt werden.

Das Lenken erlernen

Vor der Errichtung der Kunsteisbahn befand sich in Hinterplärsch eine Natureisbahn. „Diese entsprach nicht mehr dem Stand der Dinge. Nun haben wir neben dem Stützpunkt in Innsbruck/Igls ein zweites Standbein. Wir sind als Rodelverband sehr stolz auf diese Möglichkeit“, führt René Friedl weiter aus. Neben einem qualitätsvollen Training biete die neue Sportstätte zudem die Möglichkeit, Talente zu sichten und auszubilden. „Normalerweise beträgt die Länge einer Kunsteisbahn 1200 Meter. Mit 700 Metern ist die Kunsteisbahn in Bludenz eher kurz, sie ist aber lenktechnisch sehr anspruchsvoll. Der Nachwuchs kann hier wirklich sehr gut trainieren“, so René Friedl. Dem stimmt auch Claudia, die Trainerin der deutschen Mannschaft, zu: „Die Bahn mit ihren sechs Kurven wirkt vermeintlich einfach, es ist aber gar nicht so leicht, hier schnell zu fahren. Insofern ist der Eiskanal hier in Bludenz für den Rodelnachwuchs ideal, um das Lenken zu erlernen. Bei großen Bahnen ist das ja leider oftmals nicht möglich.“

Eigener Trainer

Bernd Kinsperger, Pressereferent des Vorarlberger Rodelverbands, betont: „Franz Wilhelmer als unser Präsident wirkt sehr unterstützend. Durch ihn wurde unser Leistungszentrum ins Leben gerufen. Wir haben nun erstmals mit Patrik Korbela einen bezahlten Trainer, der die Jugendlichen den ganzen Winter über betreut und sie auch zu den jeweiligen Events begleitet.“ Wenn die Rodler die Strecke im Eiskanal hinunterflitzen, sind sie nur für ein paar Sekunden zu sehen. Nicht zu sehen ist jedoch die viele Arbeit, die dahintersteckt. BI

Sportdirektor des Österreichischen Rodelverbands für Kunsteisbahn, René Friedl, und Pressereferent des Vorarlberger Rodelverbands, Bernd Kinsperger.BI
Sportdirektor des Österreichischen Rodelverbands für Kunsteisbahn, René Friedl, und Pressereferent des Vorarlberger Rodelverbands, Bernd Kinsperger.BI
Wir waren letztes Jahr auch schon hier. Alles funktioniert wunderbar. In Geschäftsführerin Nina Wilhelmer haben wir hier vor Ort eine tolle Partnerin. Wir werden bestens betreut. Claudia, Trainerin des Teams aus Deutschland

Wir waren letztes Jahr auch schon hier. Alles funktioniert wunderbar. In Geschäftsführerin Nina Wilhelmer haben wir hier vor Ort eine tolle Partnerin. Wir werden bestens betreut. Claudia, Trainerin des Teams aus Deutschland

Ich war bereits letztes Jahr hier und kenne somit die Strecke. Trotzdem hält sie immer wieder Überraschungen für mich bereit. Ich liebe Bludenz – und vor allem die Berge hier. Amanda, 16 Jahre, aus Lettland

Ich war bereits letztes Jahr hier und kenne somit die Strecke. Trotzdem hält sie immer wieder Überraschungen für mich bereit. Ich liebe Bludenz – und vor allem die Berge hier. Amanda, 16 Jahre, aus Lettland

Ich fühle mich ziemlich gefordert, vor allem wenn ich die Strecke allein hinunterrodle. Im Doppel geht das einfacher. Aber der spektakuläre Blick von der Rennstrecke aus entschädigt für alles. Agnes, 16 Jahre, aus Lettland

Ich fühle mich ziemlich gefordert, vor allem wenn ich die Strecke allein hinunterrodle. Im Doppel geht das einfacher. Aber der spektakuläre Blick von der Rennstrecke aus entschädigt für alles. Agnes, 16 Jahre, aus Lettland

Alles ist perfekt. Wir wurden sehr gut im Hotel Daneu untergebracht. Und die Trainingsstrecke hier ist für uns besser als diejenige in Sigulda, wo wir zuvor waren. Olivia, Trainerin des Teams aus den USA

Alles ist perfekt. Wir wurden sehr gut im Hotel Daneu untergebracht. Und die Trainingsstrecke hier ist für uns besser als diejenige in Sigulda, wo wir zuvor waren. Olivia, Trainerin des Teams aus den USA

Eine Gruppe polnischer Rodler auf dem Weg zur Bahn.
Eine Gruppe polnischer Rodler auf dem Weg zur Bahn.

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