Solidarität war sein Lebensprinzip

Vorarlberg / 15.12.2022 • 18:23 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Walter Krenn lag das Wohl seiner Mitmenschen besonders am Herzen.
Walter Krenn lag das Wohl seiner Mitmenschen besonders am Herzen.

Zum Tod von FLD-Präsident i. R. wirklicher Hofrat Dr. Walter Krenn.

BREGENZ Am 11. Dezember starb im 92. Lebensjahr der frühere Präsident der Finanzlandesdirektion für Vorarlberg, wirklicher Hofrat Dr. Walter Krenn. Sein Leben war von Arbeit und Einsatz für die Familie, die Menschen und die Gemeinschaft sowie von Toleranz geprägt. Zeit seines Lebens stand das Wohl seiner Mitmenschen – sowohl dienstlich als auch privat – bei seinem Denken und Handeln im Mittelpunkt.

Als 1970 die ersten Zollwachabteilungen aufgelassen wurden, gründete Walter Krenn mit einigen Kollegen den Unterstützungsverein der Finanzbediensteten. Dieser konnte ein Zollhaus in Brand anmieten und zu einer Sozialeinrichtung für die Finanzbediensteten ausbauen. 1995 förderte er auch maßgeblich die Einrichtung des Höhenstützpunkts der Zollwache in Hochkrumbach als Feriendomizil für Mitglieder des Vereins Sportclub Zollwache Vorarlberg. Bereits 1962 hatte er den Zollsportverein gegründet und seit 1978 engagierte er sich auch beim Kneippverein Vorarlberg, der Vorarlberger Volkshilfe, dem Bund Sozialistischer Akademiker (BSA) und dem Vorarlberger Fußballverband.

Zahlreiche Auszeichnungen bezeugen sein vielfältiges Engagement für die Gesellschaft. Er wurde u. a. mit der Afritsch-Plakette der Volkshilfe Österreich, dem Ehrenring des Vorarlberger Fußballverbandes und dem Bregenzer Stadtsiegel ausgezeichnet.

Im Ruhestand begann Walter Krenn, die Vereinsgeschäfte zu reduzieren und in jüngere Hände zu legen. 2003 verfasste er mit einem Kollegen das Buch „Zoll im Wandel der Zeit“ und widmete sich zudem der Ahnenforschung.

Walter Krenn wurde am 3. September 1931 in Zams in Tirol geboren und wuchs in Salzburg auf, wo er maturierte und anschließend in die B-Gendarmerie, die Vorgängerorganisation des Bundesheeres, in Linz-Ebelsberg eintrat. Im November 1953 wurde er nach Vorarlberg versetzt. Noch bei unserem letzten Gespräch im Vorjahr erzählte er mir tief bewegt, wie seine Einheit 1954 nach dem schweren Lawinenunglück im Großwalsertal in Blons im Einsatz war, um Leben und Hab und Gut der Bevölkerung zu retten.

Seine berufliche Laufbahn bei der Finanz- und Zollverwaltung begann Walter Krenn 1955 beim Zollamt Bregenz. Im Jahre 1956 heiratete er Wilhelmine Wind, die 1993 starb. Der Familie wurden zwei Söhne geschenkt. Sein nebenberufliches Studium der Rechtswissenschaften begann Walter Krenn 1959 an der Universität Innsbruck und schloss es 1964 mit der Promotion zum Dr. jur. ab.

Nach der Probeverwendung beim Finanzamt Bregenz erfolgte seine Übernahme in den Höheren Finanzdienst der Finanzlandesdirektion (FLD) für Vorarlberg und die Bestellung zum Stellvertretenden Amtsvorstand des Hauptzollamtes Feldkirch sowie zum Leiter der Strafabteilung. 1972 wurde Walter Krenn Vorstand des Hauptzollamtes. Ein besonderes Anliegen war ihm dabei die Intensivierung der Beziehungen zu den ausländischen Behörden.

Im Jahr 1978 rief Walter Krenn eine Interessengemeinschaft der Schielleitner Seminaristen, Seminar der Führungskräfte der Zollverwaltung, ins Leben. 1982 wurde er Leiter des Präsidiums und der Personalabteilung bei der FLD Vorarlberg, ein Jahr später wurde er zum Vizepräsidenten und im Dezember 1989 zum Präsidenten der FLD ernannt.

Für sein über 40-jähriges erfolgreiches Wirken in der Finanzverwaltung wurde Walter Krenn 1994 mit dem Großen Silbernen Ehrenzeichen der Republik Österreich ausgezeichnet.

Walter Krenn gehörte von 1985 bis 1995 der Stadtvertretung von Bregenz an. Als Obmann des Liegenschafts- und Prüfungsausschusses sowie Mitglied im Finanz-, Kultur-, Gesundheits- und Landwirtschaftsausschuss konnte er seine Erfahrungen im Interesse der Stadt und ihrer Bevölkerung einbringen. Er vertrat die Landeshauptstadt im Hauptausschuss der Festspielgemeinde, im Kunstverein und in der Gebhardsberg GesmbH. 1995 schloss er mit Monika Tschannett den Bund fürs Leben. Nach einem zweiten Herzinfarkt trat Walter Krenn seinen verdienten Ruhestand an.

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