Vorarlberg im Siebener-Lottofieber

Vorarlberg / 16.12.2022 • 14:45 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Vorarlberg im Siebener-Lottofieber
Die Vorarlberger zieht es in die Trafiken, locken doch zehn Millionen Euro. VN/RAUch

Von drei Siebenfachjackpots in der Lottogeschichte ist es heuer bereits der zweite.

Dornbirn An sich sind Siebenfachjackpots eine Seltenheit, heuer ist es jedoch bereits der zweite. Zehn Millionen Euro locken diesen Sonntag. Entsprechend hoch ist der Andrang in die Trafiken.

Früher standen sie bis auf die Straße

Man muss von Glück reden, wenn man am Freitagvormittag eine ruhige Minute in der Trafik Facchin in der Dr.-Anton-Schneider-Straße erwischt. Ein älterer Herr lässt sich gerade einen Lottoschein erstellen, Zigaretten hätte er auch noch mitnehmen sollen, ist sich aber nicht mehr sicher, welche es hätten sein sollen. “Wir haben viele Stammkunden, derzeit aber auch sehr viel Laufkundschaft”, erklärt Susi Ammon (58). Gerade ist ihre Schwester Petra Petrazza (51) eingetroffen, die nächsten drei Stunden sind sie beide im Dienst. “Da kommt man dann endlich ein bisschen zu was, kann die Ware verräumen”, ist Ammon über die Unterstützung froh.

Petra (links) und Susi haben in der Trafik Facchin alle Hände voll zu tun. <span class="copyright">VN/RAUch</span>
Petra (links) und Susi haben in der Trafik Facchin alle Hände voll zu tun. VN/RAUch

Mit Martin Schreiber kommt bereits der nächste Kunde. Er startet bereits positiv in den Siebenfachjackpot, der letzte Spielschein zahlt quasi den neuen. “Ich spiele immer dann, wenn es sich rentiert”, deutet der Schwarzacher auf den Siebenfachjackpot. Bei dem Lottoschein setzt er auf den immer selben Tipp. “Es sind Glückszahlen, die Familie durfte sich auch ein paar aussuchen”, erklärt der 36-Jährige sein Spielsystem. Auch Astrid aus Dornbirn nutzt die Gelegenheit. “Ich spiel sporadisch, wenn es mir gerade einfällt”, erklärt die 54-Jährige. Auch sie lockte der Jackpot. “Ich rauche nicht, da darf man sich schon mal was erlauben.”

Martin Schreiber setzt auf altbewährte Zahlen.<span class="copyright"> VN/RAUch</span>
Martin Schreiber setzt auf altbewährte Zahlen. VN/RAUch

Dass man überhaupt Zeit für ein kurzes Gespräch mit den beiden Trafikantinnen hat, verdankt man auch den veränderten Geschäftsbedingungen. “Früher wären die Leute weit bis in die Straße hinaus gestanden”, erklärt Ammon. Aber seitdem man auch auf den Tankstellen spielen kann, verteile es sich stärker auf die verschiedenen Anbieter.

Dritter Siebener der Geschichte

In der mehr als 36-jährigen Geschichte von Lotto handelt es sich um den dritten Siebenfachjackpot. Der erste im November 2018 endete mit einem Sologewinn für einen Niederösterreicher aus dem Waldviertel: Er holte sich 14,9 Millionen Euro. Und auch beim zweiten gab es einen Sologewinn: Ein Oberösterreicher holte sich im April mehr als 9,8 Millionen Euro.

Vorarlberg hatte heuer bereits viel Glück: Am 11. Mai knackte ein Vorarlberger den Dreifachjackpot mit 3,5 Millionen Euro. Nur zwei Tage später folgte schon der nächste Vorarlberger mit einem Gewinn von 500.000 Euro in der normalen Runde. Und im Jänner gewann ein Bregenzer bei Euromillionen.

Damit die erwartete Gewinnsumme von zehn Millionen erreicht wird, bräuchte es an die 9,8 Millionen abgegebener Tipps, rechnen die Österreichischen Lotterien vor. Nicht nur, dass dieses Spielaufkommen wahrscheinlich ist, auch dass der Jackpot fällt, gilt als sicher: Mit diesen 9,8 Millionen Tipps werden voraussichtlich etwa 70 bis 75 Prozent aller möglichen 8,1 Millionen Tippkombinationen auch tatsächlich gespielt. Sollte es aber dennoch erneut keinen Sechser geben, dann wäre dies der erste Achtfachjackpot.

Zahlenspielereien

Siebenfachjackpots sind die absolute Ausnahme, Sechsfachjackpots sind ebenfalls selten. Aber anhand von 21 Fünffachjackpots mit gemeinsam 126 getippten Zahlen lassen sich doch gewisse Prognosen treffen:

Neun Fünffachjackpots sind an einem Mittwoch und zwölf an einem Sonntag ausgespielt wurden. Auch der Siebenfachjackpot fällt auf einen Sonntag.

65 gerade und 61 ungerade Zahlen wurden gezogen, obwohl es im Tippfeld eine ungerade Zahl mehr gibt.

Zahlen aus der oberen Zahlenhälfte (über 23) wurden öfter gezogen, nämlich 65, als aus der unteren mit 57; die 23 kam viermal.

Alle der 45 Zahlen wurden bereits (zumindest einmal) gezogen, und mit 39 ist eine Zahl schon achtmal aus dem Trichter gerollt.

Mit Zahlen über der 30 muss man seltener teilen, da diese nicht mit einem Datum in Verbindung gebracht werden und daher seltener getippt werden.

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