Die Gin-Kugel und der Tiefenrausch

Vorarlberg / 18.12.2022 • 21:56 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Sepp Möth hat Erfahrung mit Bergungen vom Bodenseegrund. APA/Störkle
Sepp Möth hat Erfahrung mit Bergungen vom Bodenseegrund. APA/Störkle

Das Rätsel um die verschwundene Kugel voller Gin im Bodensee zieht Kreise bis nach Vorarlberg.

BREGENZ, ROMANSHORN Eines konnten die eidgenössischen Ermittler im Fall der verschwundenen Gin-Kugel gegenüber der VN bereits ausschließen: „Es gibt keine Hinweise darauf, dass Österreicher hinter dem Diebstahl stecken.“

Kurios

Der Fall ist durchaus kurios: 800 Kilogramm wiegt die Kugel, die mit 220 Liter Gin in etwas über 20 Meter Tiefe gelagert wurde, um der Spirituose einen besonderen Reifungsprozess zu ermöglichen. Nun ist die Kugel verschwunden. Wie die schwere Kugel aus der Tiefe entfernt wurde, ist bislang ein Rätsel.

Und der Hinweis auf Österreich? Mit Sepp Möth und seinem Projekt Tiefenrausch hatten die Romanshorner ein Vorbild am Bregenzer Bodenseeufer. Der Winzer versenkte 2019 gleich zwei je 1000 Liter fassende Fässer mit Wein auf 60 Meter Tiefe und erregte damit international Aufsehen. Der Bregenzer Winzer sah sich jedenfalls aufgrund der Berichterstattung zur verschollenen Ginkugel genötigt, Stellung zu beziehen. So versendete der Betreiber des Heurigen in Bregenz eine Klarstellung an seine Kunden: „Wir schenken auch nächstes Jahr keinen Gin in unserem Heurigen und Weingut aus“, betont er nicht ganz ohne Augenzwinkern in einer Kurznachricht per Whatsapp. Ganz ohne Spitze gegen die Romanshorner Manufaktur ging es dabei jedoch nicht.

Bodensee mit Tücken

Gegenüber den VN erinnert Möth aber daran, dass es auch für ihn nicht immer problemlos ablief. Bei Sichtweiten von weniger als einem halben Meter am Bodenseegrund wurde etwa der Rotwein zu früh geborgen, da man ihn mit dem Weißwein verwechselte. Auch fand sein Team die Fässer im trüben Wasser nicht immer im ersten Anlauf, trotz GPS-Verortung. Alles in allem zeigte bereits das Projekt Tiefenrausch mögliche Herausforderungen, die der Bodensee bereit hält – und welchen Aufwand die vermeintlichen Diebe auf sich genommen haben müssen. VN-RAU

Ein Leichtgewicht war die vermeintliche Beute nicht. Die Edelstahlkugel mit 220 Litern Gin wog an die 800 Kilogramm. Fischgroup/Strohmeier
Ein Leichtgewicht war die vermeintliche Beute nicht. Die Edelstahlkugel mit 220 Litern Gin wog an die 800 Kilogramm. Fischgroup/Strohmeier

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