Problem für Lustenauer Pub. Darum geht’s

Vorarlberg / 18.12.2022 • 06:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das Lustenauer Pub steht an vielen Abenden und Nächten alles andere als einsam und verlassen da. Jetzt kämpft der Inhaber um die Fortsetzung des Betriebs. <span class="copyright">VN/Paulitsch</span>
Das Lustenauer Pub steht an vielen Abenden und Nächten alles andere als einsam und verlassen da. Jetzt kämpft der Inhaber um die Fortsetzung des Betriebs. VN/Paulitsch

Markus Hagen tut alles, um das “Harlekin” möglichst schnell wieder zu öffnen. Doch die Lage ist verzwickt.

Lustenau “Pub Mäki”, mit bürgerlichem Namen Markus Hagen (58), durchlebt schwere Zeiten. Sein Vater starb kürzlich nach schwerer Krankheit. Ein tiefgreifendes emotionales Ereignis für den so beliebten und sonst so fröhlichen Gastwirt. Doch damit nicht genug.

"Pub Mäki" in seinem Lokal. Der 58-jährige Gastwirt wurde wie sein Lokal in Lustenau zu einer Institution. <span class="copyright">Hagen</span>
"Pub Mäki" in seinem Lokal. Der 58-jährige Gastwirt wurde wie sein Lokal in Lustenau zu einer Institution. Hagen

Weil Hagen rund 20 Anzeigen wegen Sperrstundenübertretungen von der BH erhalten hatte und ihm ein Entzug der Konzession drohte, kam er der Amtshandlung zuvor und legte seine Gewerbeberechtigung von sich aus zurück. Da sein Vater mit dessen Konzession nicht mehr einspringen konnte, musste “Mäki” das Pub zusperren.

Partnerin stünde bereit

Wie VN.at berichtete, hätte der Gastwirt eine vorübergehende, schnell umsetzbare Lösung zur Hand gehabt. Seine Lebenspartnerin Tanja Grabher wäre mit dem Ansuchen um eine Konzession eingesprungen. Sie verfügt über langjährige Erfahrung im Gastgewerbe und erfüllt zudem das Kriterium der Zuverlässigkeit. Laut Auskunft von Thomas Humpeler, bei der Dornbirner Bezirkshauptmannschaft für gewerberechtliche Angelegenheiten zuständig, kann bei Erfüllung dieser Anforderungen bereits innerhalb von drei Tagen eine Gewerbeberechtigung erteilt werden.

Die Verlassenschaft

Doch “Pub Mäki” hat ein Problem. “Mein Vater als Gesellschafter der G.m.b.H und Eigentümer hatte mir den Betrieb zu Lebzzeiten noch nicht übertragen. Ich muss also darauf warten, bis die Verlassenschaft abgehandelt ist und ich dann rechtmäßiger Eigentümer bin. Natürlich erbe ich das Pub. Ich kann jedoch erst als rechtmäßiger Eigentümer geschäftsmäßig tätig werden und einen Geschäftsführer bzw. Geschäftsführerin mit Konzession einstellen”, erklärt Hagen. Erste Schritte zu einer raschen Abhandlung der Verlassenschaft hat er bereits gesetzt. “Aber in diesem Jahr werde ich wohl nicht mehr öffnen können.”

So schaut es an der Eingangstür vom "Harlekin" derzeit aus. Wann die Geschäftsübergabe erfolgt, bleibt abzuwarten. <span class="copyright">VN/Hämmerle</span>
So schaut es an der Eingangstür vom "Harlekin" derzeit aus. Wann die Geschäftsübergabe erfolgt, bleibt abzuwarten. VN/Hämmerle

Alternative Lösung?

Dass es vielleicht doch schneller gehen könnte, glaubt ein bekannter Anwalt, der jedoch öffentlich in dieser Angelegenheit nicht erwähnt werden möchte. “Der Mann bräuchte meiner Meinung nach nur eine Amtsbestätigung vom Notar, dass er die Verlassenschaft vertreten darf. Mit dieser geht er zur BH und kann dann agieren.”

<p class="caption">Markus Hagen mit seiner Partnerin Tanja Grabher. Sie sollte womöglich bald eine Konzession für das Lokal bekommen. <span class="media-container dcx_media_rtab" data-dcx_media_config="{}" data-dcx_media_type="rtab"> </span><span class="copyright">franc</span></p>

Markus Hagen mit seiner Partnerin Tanja Grabher. Sie sollte womöglich bald eine Konzession für das Lokal bekommen.  franc

Wie auch immer: Markus Hagen wird bei einer Wiedereröffnung des Pubs die Probleme mit der Sperrstundenübertretung und Klagen wegen Ruhestörung lösen müssen. “Das ist mir bewusst, aber auch nicht leicht. Wenn sich Leute vor das Lokal begeben, habe ich keine Handhabe mehr über sie. Aber ich werde alles daran setzen, einen Betrieb zu gewährleisten, der keinen Anlass mehr für Beschwerden gibt”, gelobt der Unternehmer.

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