Artenschutzabkommen: „Erfolg, der seine Schwächen hat“

Vorarlberg / 20.12.2022 • 19:30 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Georg Scattolin sieht einigen Handlungsbedarf auf nationaler Ebene.
Georg Scattolin sieht einigen Handlungsbedarf auf nationaler Ebene.

Schwarzach Bis zum Jahr 2030 sollen mindestens 30 Prozent der weltweiten Land- und Wasserflächen unter Schutz gestellt werden. So lautet das Ergebnis der UN-Artenschutzkonferenz. Nach tagelangen Beratungen wurde die Abschlusserklärung am Montag in Montreal unterzeichnet. Georg Scattolin, Artenschutzexperte des WWF Österreich, sieht die Ergebnisse der Verhandlungen als einen Erfolg, der seine Schwächen hat.

„Die Ziele wurden letztendlich erfüllt. Aber man konnte sich nicht zu Sanktionen durchringen, falls Staaten diese nicht erreichen“, erläuterte er am Dienstag bei Vorarlberg LIVE. Auch das Thema rund um den ökologischen Fußabdruck des Einzelnen habe keinen Eingang gefunden. „Dafür aber die Rechte für indigene Völker.“

Zerstörte Natur wiederherstellen

Eine intakte Natur sei die beste Verteidigung im Kampf gegen die Klimakrise, betonte der Experte die Wichtigkeit der Thematik und den Zusammenhang mit dem dramatischen Artensterben. Nun sei es wichtig, national Schritte zu setzen. In Österreich würden laut Studien täglich elf Hektar Boden versiegelt. „Da muss massiv gegengesteuert werden“, meinte Scattolin. Wichtig sei auch, umweltschädliche Subventionen zurückzuschrauben. Als nötigen Schritt sieht er auch, bereits zerstörte Natur wiederherzustellen. „75 Prozent aller landwirtschaftlich genutzten Pflanzen werden bestäubt. Da sollte das Insektensterben schon sehr zu denken geben.“ Aus Sicht des WWF-Vertreters sollte das Wissen über die verschiedenen Arten aktuell gehalten und Forschungen durchgeführt werden.

„Wir müssen verantwortungsvoll produzieren, konsumieren und investieren, um auch in Zukunft in einer Natur leben zu können, die wir gewöhnt sind“, mahnte der WWF-Vertreter.

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