Nur ein Drittel weibliche Führungskräfte

Vorarlberg / 20.12.2022 • 18:23 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Laut Rechnungshof verdienen Männer durch alle Branchen mehr als Frauen. 

Schwarzach Frauen verdienen in Österreich weiter deutlich weniger als Männer. Von allen Bundesländern ist die Kluft in Vorarlberg am höchsten. Hierzulande erhielten Frauen nur 53 Prozent des mittleren Einkommens der Männer, wie der neue Einkommensbericht des Rechnungshofs für das Jahr 2021 zeigt. Insgesamt liegt der Frauenanteil bei den unselbstständigen Beschäftigten bei 48 Prozent.

Dem Bericht zufolge lag das mittlere Jahreseinkommen bei den unselbstständigen erwerbstätigen Frauen bei 23.079 Euro, bei Männern bei 43.275. Einen relativierenden Einfluss haben Teilzeit und saisonale Beschäftigung, merkt der Rechnungshof an. Dies entfällt beim Vergleich von ganzjährig Vollzeit-Angestellten. Hier beträgt das mittlere Einkommen der Vorarlberger Männer 52.934, jenes der Frauen 41.091. Letzteres entspricht noch immer 78 Prozent von dem der Männer. Auch hier befindet sich Vorarlberg also auf dem letzten Platz.

Höhere Bildung, gleiches Geld

Rund zwölf Prozent niedriger als in Österreich gesamt und damit auch am schlechtesten lag das mittlere Bruttojahreseinkommen der Vorarlberger Pensionistinnen und Pensionisten (20.441). Auch hier zeigt sich wieder die deutliche Kluft zwischen den Geschlechtern: Bei Frauen lag das Bruttojahreseinkommen bei 15.958, bei Männern bei 29.101 Euro.

Dieser Trend ist österreichweit zu erkennen. Das mittlere Bruttojahreseinkommen aller unselbstständig Beschäftigten lag 2021 bei 31.407 Euro, Männer verdienten 37.707 Euro und Frauen nur 24.309 Euro. Dabei war der Unterschied zwischen den Geschlechtern unter Angestellten am größten. Um über dem Durchschnitt zu verdienen, brauchten Frauen einen Uni-Abschluss, bei Männern reichte ein Fachschulabschluss. 

Die Einkommensunterschiede lassen sich zum Teil auch durch die Karrierewege erklären. Denn das Medianeinkommen von Führungskräften liegt bei 70.000 Euro, es ist damit fast viermal so hoch wie jenes von Hilfsarbeitskräften. Der Frauenanteil bei den Führungskräften liegt österreichweit bei gerade einmal 36 Prozent.

Zudem sind die Verdienstmöglichkeiten in jenen Branchen meist geringer, in denen überwiegend Frauen tätig sind. Dazu zählen etwa das Gesundheitswesen, die Beherbergung und die Gastronomie. Zu den Branchen mit den höchsten Einkommen gehört die Energieversorgung, hier waren auch 2021 deutlich mehr Männer als Frauen beschäftigt. VN-RAM, JUS

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.