Tragödie beim Hilti-Loch: Fischer ertrunken

Vorarlberg / 20.12.2022 • 11:15 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Tragödie beim Hilti-Loch: Fischer ertrunken

Daniel Plaichner (34), Leiter der Wasserrettung, schildert dramatischen Einsatz beim Baggersee in Rankweil.

Rankweil „Am Montagabend kurz nach 9.30 Uhr wurden wir zu einem der drei Baggerseen in Rankweil-Brederis alarmiert, um einen vermissten Fischer zu suchen. Er war von seinen Angehörigen als abgängig gemeldet worden, nachdem sie ihn zur angekündigten Heimkehrzweit nicht angetroffen hatten“, teilte Daniel Plaichner, Landesleiter der Vorarlberger Wasserrettung und beim Einsatz selbst dabei, am Dienstag mit.

Die Wasserrettung setzte bei der Aktion ein Hochwasserboot und ein Schlauchboot ein.
Die Wasserrettung setzte bei der Aktion ein Hochwasserboot und ein Schlauchboot ein.

Gegenstände aufgefunden

Wie sich herausstellte, handelte es sich bei dem Fischer um einen 58-jährigen Vorarlberger aus dem Raum Feldkirch, der sich am Montag zum Angeln ans Hilti-Loch begeben hatte. Vor Ort, es war nahe der Zufahrt zur Firma Weite Holz, wurden am Ufer des Sees Gegenstände gefunden, die auf den letzten Aufenthaltsort des Fischers schließen ließen.

Erst nach einer etwa eineinhalbstündigen Suche der Wasserrettung nahe des Ufers gab es traurige Gewissheit. <span class="copyright">Wasserrettung Vorarlberg</span>
Erst nach einer etwa eineinhalbstündigen Suche der Wasserrettung nahe des Ufers gab es traurige Gewissheit. Wasserrettung Vorarlberg

„Wir leiteten sofort eine Suchaktion mit Schnorcheltauchern und Gerätetauchern ein. Nach einer etwa eineinhalbstündigen Suche konnten wir den 58-Jährigen etwa zehn bis fünfzehn Meter vom Ufer entfernt in einer Tiefe von fünf Metern auffinden“, sagte Plaichner.

Beim Einsatz dabei: Daniel Plaichner, Landesleiter der Wasserrettung Vorarlberg.
Beim Einsatz dabei: Daniel Plaichner, Landesleiter der Wasserrettung Vorarlberg.

Gesundheitliches Problem?

Für den Fischer kam jede Hilfe zu spät. Bei den sofort eingeleiteten Reanimationsmaßnahmen konnte nur noch der Tod des Mannes festgestellt werden. „Das Wasser war kalt, wer darin untergeht, hat in solchen Fällen etwa drei Minuten eine Überlebenschance. Warum sich der Leichnam relativ weit vom Ufer befand, kann damit erklärt werden, dass es dort ein Gefälle von 45 Grad in die Tiefe aufweist“, erklärte der Landesleiter.

Wie es zu dem Unglück kam, kann sich Plaichner am ehestens mit einem gesundheitlichen Problem des Mannes vorstellen: „Es wird gemutmaßt, dass der Mann deshalb plötzlich ins Wasser gestürzt ist.“

Bei dem Großeinsatz waren mehrere Rettungsaktionen beteiligt.
Bei dem Großeinsatz waren mehrere Rettungsaktionen beteiligt.

Sanitätspolizeiliche Leichenbeschau

Zur Bestimmung der genauen Todesursache wurde eine sanitätspolizeiliche Leichenbeschau angeordnet. Anzeichen auf Fremdverschulden konnten keine festgestellt werden.

Im Einsatz waren 50 Einsatzkräfte der Wasserrettung Vorarlberg mit acht Fahrzeugen, einem Hochwasser- und einem Schlauchboot sowie die Feuerwehr Gisingen, Rettung und Notarzt, die Polizei mit Drohne, die Hundestaffel der Bergrettung sowie ein Kriseninterventionsteam.

Der Fischer war vermutlich an dieser Stelle plötzlich ins Wasser gestürzt.
Der Fischer war vermutlich an dieser Stelle plötzlich ins Wasser gestürzt.

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.