Nutzer sanieren Höchster Hafen

Vorarlberg / 21.12.2022 • 15:55 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Andreas Renner, hier bei einem freiwilligen Einsatz im Hafengelände, informierte über das Sanierungsprojekt.
Andreas Renner, hier bei einem freiwilligen Einsatz im Hafengelände, informierte über das Sanierungsprojekt.

Faulende Holzplanken werden durch Steindamm ersetzt, Schlammeintrag ausgebaggert, Kosten 1,9 Millionen Euro.

Höchst Kein einziger Euro aus Steuermitteln wird benötigt, um den Höchster Gemeindehafen Fischerinsel zu sanieren. Zwar ist die Gemeinde Besitzerin des Hafens, die Kosten von rund 1,19 Millionen Euro tragen aber die Nutzer der rund 200 Liegeplätze.

Sie bezahlen sämtliche Raten für das Darlehen, das die Gemeinde Höchst für diesen Zweck aufnimmt. Das berichtete Andreas Renner (ÖVP), Obmann des zuständigen Hafen-Ausschusses in Höchst bei der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung. Renner, selbst Liegeplatznutzer und Mitglied des Vereins „Wassersportfreunde Fischerinsel“, informierte über den Schlammeintrag in der knapp 90 Meter langen Hafeneinfahrt. Diese etwa 1,5 Meter dicke Schicht kann ausgebaggert und vor der Rheinmündung verklappt werden. Würde der Schlamm bis in den Hafen vordringen, wäre die Entsorgung wegen der dort zu befürchtenden Verschmutzung wesentlich kostspieliger.

Die Sanierung der knapp 90 Meter langen Hafeneinfahrt kostet über 900.000 Euro.
Die Sanierung der knapp 90 Meter langen Hafeneinfahrt kostet über 900.000 Euro.

Völlig erneuert werden muss die Begrenzung der Einfahrt, weil die vor etwa 20 Jahren gesetzten Stämme bereits verrotten. Künftig begrenzen deshalb massive Steindämme die Hafeneinfahrt. Es wurde auch der Einsatz von Stahlspundwänden erwogen, dieses Material ist aktuell aber besonders kostspielig und wegen der enormen Nachfrage der Bauwirtschaft kaum zu erhalten. Bereits vor über 20 Jahren sollte ein Steindamm die Einfahrt schützen, das Vorhaben fand damals aber nicht die Zustimmung der zuständigen Behörde, der BH Bregenz. Für die Errichtung der neuen Steindämme sowie die Entfernung der Schlammschicht sind Kosten von rund 918.000 Euro veranschlagt.

Die morsch gewordenen Stämme der Hafeneinfahrt werden durch einen stabilen Steindamm ersetzt. <span class="copyright">Wassersportfreunde Fischerinsel</span>
Die morsch gewordenen Stämme der Hafeneinfahrt werden durch einen stabilen Steindamm ersetzt. Wassersportfreunde Fischerinsel

Etliche Stege mit den Bootsliegeplätzen im Gemeindehafen werden umgestaltet, weil die Liegeplätze zu schmal sind. Andreas Renner teilte mit, dass die früher gern erworbenen besonders schmalen Gondeln aus Sicherheitsgründen nicht mehr gefragt sind. Dennoch sind 49 der vorhandenen Liegeplätze lediglich 1,70 Meter breit und werden deshalb verbreitert. Im Höchster Gemeindehafen entstehen mit der Sanierung keine zusätzlichen Liegeplätze.

Bootssharing

Die Gemeinde überlegt, ob sich nach dem Beispiel des Carsharing auch ein Bootssharing umsetzen lässt. Bürgermeister Stefan Übelhör (Höchste Zeit/Grüne) berichtete, dass manche Boote nur sehr selten benutzt werden. Zudem bestehen im Gemeindehafen bereits jetzt Liegeplatzgemeinschaften.Schließlich stimmten die Höchster Mandatare dem Antrag zur Darlehensaufnahme durch die Gemeinde einstimmig zu. Die Rückzahlung erfolgt während der nächsten Jahre ausschließlich durch die Nutzer des Gemeindehafens. AJK

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