Warum der neue Höchster Bürgermeister schon für sein Amt brennt

Vorarlberg / 21.12.2022 • 17:30 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Stefan Übelhör ist seit 23 Tagen Bürgermeister von Höchst. Er sieht sein Amt als spannende Herausforderung. <span class="copyright">VN/Stiplovsek</span>
Stefan Übelhör ist seit 23 Tagen Bürgermeister von Höchst. Er sieht sein Amt als spannende Herausforderung. VN/Stiplovsek

Stefan Übelhör ist seit 23 Tagen der höchste Höchster. Und er hat richtig Lust auf seinen Job bekommen.

Höchst Die Türe ist offen, als Stefan Übelhör (42) in seinem Büro mit seinem Amtsleiter Alexander Thaler spricht. “Diese Personalgeschichte müssen wir angehen”, hört man ihn sagen. Kurz darauf bittet er das VN.at-Team herein. Mit einem Lächeln lässt sich Stefan Übelhör in seinen Sessel am Besuchertisch sinken. “Es geht mir überraschend gut”, beginnt der dreifache Familienvater zu erzählen. “Das war unmittelbar nach dem Wahlkampf alles andere als so. Da war ich total erschöpft.”

Mit seinem Amtsleiter Alexander Thaler versteht sich der neue Chef der Gemeinde bereits ausgezeichnet.
Mit seinem Amtsleiter Alexander Thaler versteht sich der neue Chef der Gemeinde bereits ausgezeichnet.

Zeitintensiver Start

Bis zum heutigen Mittwoch hat er alle Interviewwünsche abgelehnt. “Ihr seid die Ersten. Jetzt habe ich auch endlich ein bisschen Zeit. Bisher war das nicht der Fall. Letzte Woche zum Beispiel ging es rund. Jeden Tag ein Abendtermin. Ich bin ja immer noch in der Phase, in der ich vieles kennenlernen muss.”

Die ersten Kontaktnahmen haben dem neuen Herrn des Höchster Rathauses durchaus behagt. Egal ob die Geimeindevorstandssitzung am Tag seiner Angelobung, ob die erste Gemeindevertretersitzung unter seiner Ägide, ob der Austausch mit dem Gemeindemitarbeitern: “Ich bin positiv überrascht, wie das alles angefangen hat.”

Stefan Übelhör sieht sich nicht als klassischen Grünen. Er ist Unternehmer und liebt den Aufenthalt in der Natur.
Stefan Übelhör sieht sich nicht als klassischen Grünen. Er ist Unternehmer und liebt den Aufenthalt in der Natur.

Faire Vorgängerin

Stefan Übelhörs Anfang als Höchster Bürgermeister war gleichzeitig das Ende seiner Kurzzeitvorgängerin Heidi Schuster-Burda (55, ÖVP). “Es hat ihr natürlich wehgetan. Das konnte sie nicht verbergen. Aber ich muss sagen: Sie hat das Amt und das Büro korrekt und bestens übergeben. Respekt.”

Stichwort Büro: Übelhör hat an seinem Arbeitsplatz noch gar nichts verändert. “Es schaut alles noch so aus, wie ich es angetroffen habe. Ehrlich gesagt, kann ich noch nicht einmal viel über die Bilder sagen, die hier hängen. Nur Herbert (Anm.: Ex-Bürgermeister Sparr) ist kurz einmal vorbeigekommen und erzählte mir etwas über das Wappen, das an der Wand hängt.” Später einmal wolle er das Büro etwas persönlicher gestalten.

Mit seiner Kurzzeitvorgängerin Heidi Schuster-Burda verbindet Stefan Übelhör ein korrektes Verhältnis. Sie hat ihm das Amt geordnet übergeben. VN/Stiplovsek
Mit seiner Kurzzeitvorgängerin Heidi Schuster-Burda verbindet Stefan Übelhör ein korrektes Verhältnis. Sie hat ihm das Amt geordnet übergeben. VN/Stiplovsek

Zeit für die Familie

Stefan Übelhör möchte seinen Arbeitsrhythmus auch als Bürgermeister so gestalten, dass er für seine Frau Astrid und die drei Kinder im Alter von drei, acht und zehn Jahren sehr wohl noch Zeit hat. “Ich kann nur gut sein für die Gemeinde, wenn es mir persönlich gutgeht. Dazu brauche ich gewisse Freiräume für meine Familie”, formuliert der Bürgermeister sein Credo. Auch seine Firma sei jetzt nicht einfach weg. “Diesen Spagat muss ich schaffen.”

Beim VN-Stammtisch vor der Bürgermeisterwahl in Höchst konnte sich Stefan Übelhör (zweiter von rechts) bereits überzeugend positionieren. <span class="copyright">VN/Paulitsch</span>
Beim VN-Stammtisch vor der Bürgermeisterwahl in Höchst konnte sich Stefan Übelhör (zweiter von rechts) bereits überzeugend positionieren. VN/Paulitsch

Ein bisschen Bürgermeister wird Übelhör jedoch auch in seiner Freizeit immer sein. “Ich freue mich auf die Weihnachtsfeiertage, werde aber stets erreichbar sein, und ich werde diese Zeit auch nützen, das eine oder andere Gespräch in entspannter Atmosphäre zu führen.” Er brenne für die Aufgabe, die ihn erwartet. “Die Zeit, die jetzt kommt, wird total spannend. Aber ich freue mich echt darauf.”

<p class="caption">In seiner Textilfirma will Stefan Übelhör künftig kürzertreten. "Den Spagat muss ich schaffen." <span class="marker">VN/HK</span></p>

In seiner Textilfirma will Stefan Übelhör künftig kürzertreten. "Den Spagat muss ich schaffen." VN/HK

Was ihn erwartet, hat er schon in den ersten Tagen zu spüren bekommen. “Wenn etwa der Chef des Alpenschutzvereins zu dir hereinkommt und ein sofortiges Verbot des Silvesterfeuerwerks fordert, dann wird dir schon klar, dass da viele Leute Erwartungen an dich haben.” Doch er wolle zuerst zuhören, überlegen und dann entscheiden.

Das Silvesterfeuerwerk wird es in Höchst heuer geben.

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