„Hunde sind unsere sozialen Alliierten“

Vorarlberg / 22.12.2022 • 16:03 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Kurt Kotrschal hat an „How to Hund“ mitgearbeitet.
Kurt Kotrschal hat an „How to Hund“ mitgearbeitet.

Tanja Warter und Kurt Kotrschal sprachen in der inatura über Hunde.

Dornbirn „Es gibt zwei Arten von Hundehaltern – die, die zugeben, dass der Hund im Bett schläft, und die anderen“, für diese Aussage erntete der bekannte Verhaltensbiologe Kurt Kotrschal vielfach zustimmendes Nicken. Waren doch die zahlreichen Besucher in der inatura großteils gegenwärtige, ehemalige oder zukünftige Hundebesitzer. Einen Abend lang drehte sich alles um Hunde und ihre Beziehung zu Menschen. Das inatura-Team hatte zur Buchpräsentation von „How to Hund“ mit Vortrag eingeladen.

Neuer Hunderatgeber

Die Tierärztin und Autorin Tanja Warter präsentierte ihren neuen Hunderatgeber, in dem sie erklärt, wie man das Zusammenleben mit Hund „klug und liebevoll“ beginnt und eine harmonische Mensch-Tier-Beziehung entsteht. „Mein Buch richtet sich aber auch an Menschen, die schon länger mit einem Hund zusammenleben und ihren Vierbeiner noch besser verstehen wollen“, so Tanja Warter, die in Salzburg Kurse für den dort verpflichtenden Hunde-Sachkundenachweis hält. In ihrem Ratgeber „How to Hund“ gibt auch einer von Österreichs bekanntesten Verhaltensbiologen und früherer Leiter der Konrad-Lorenz-Forschungsstelle, Kurt Kotrschal, Expertentipps für Hundehalter. In einem Impulsvortrag sprach Kotrschal in der inatura darüber, welche positiven Auswirkungen das Leben mit Hund in allen Altersphasen auf den Menschen hat und warum Hunde so perfekt als Begleiter zu uns Menschen passen.

Uraltes Bündnis

„Hunde sind unsere wichtigsten sozialen Alliierten, gerade in Krisenzeiten“, meinte Kurt Kotrschal. Um zu erklären, wie es dazu kam und wie aus dem Wolf unser zahmer Haushund wurde, musste er weit in der Geschichte zurückgehen. Die Allianz von Mensch und Wolf begann wohl schon vor rund 42.000 Jahren in Jäger- und Sammlergesellschaften. Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich der Hund dann vor rund 15.000 Jahren vom Wolf trennte. Warum sich Mensch und Wolf – später Hund – anfreundeten, erklärt Kurt Kotrschal so: „Kein Wildtier tickt ökologisch und von seinem Sozialleben her derart ähnlich wie wir Menschen. Zudem teilen Wolf und Mensch eine ungeheure ökologische Flexibilität, die ihnen erlaubte, unterschiedliche Lebensräume zu besiedeln – zunächst parallel zueinander, später beim Hund dann gemeinsam.“

Gesund mit Hund

Die Beziehung der Menschen zu Wölfen und Hunden veränderte sich im Laufe der Geschichte mit dem sich verändernden Lebensstil. Heute sind Wissenschaftler davon überzeugt, dass es gesund ist für Menschen, in guten Beziehungen zu Hunden zu leben. „Natürlich müssen die Lebensumstände passen – aber dann übernimmt ein Hund gleich mehrere Rollen: als soziales Schmiermittel, als persönlicher Fitnesstrainer und als Pädagoge und Therapeut“, so Kurt Kotrschal. lcf

Einen Abend lang drehte sich alles um die Beziehung zwischen Menschen und Wölfen bzw. Hunden. Tanja Warter stellte ihr Buch vor.lcf (2)
Einen Abend lang drehte sich alles um die Beziehung zwischen Menschen und Wölfen bzw. Hunden. Tanja Warter stellte ihr Buch vor.lcf (2)

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