Frische Daten für die Windkraft

Vorarlberg / 28.12.2022 • 19:29 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
In Chur im Schweizer Kanton Graubünden dreht sich bereits ein Windrad. Ob es auch in Vorarlberg genügend Wind gibt, soll eine neue Studie zeigen.  VN/Stiplovsek
In Chur im Schweizer Kanton Graubünden dreht sich bereits ein Windrad. Ob es auch in Vorarlberg genügend Wind gibt, soll eine neue Studie zeigen.  VN/Stiplovsek

Wie eine neue Studie das Potenzial in Vorarlberg untersucht.

Schwarzach, Friedburg Weht in Vorarlberg genügend Wind, um Windkraftanlagen wirtschaftlich betreiben zu können? Die einen, darunter die illwerke vkw, sagen Nein. Nach den vorliegenden Zahlen werde die Windkraft keinen entscheidenden Beitrag zur Energieautonomie leisten, ist man im Vorstand des Vorarlberger Energieerzeuger überzeugt. Andere, wie die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Erneuerbare Energie Vorarlberg (AEEV), sehen das anderes. Das einzige Hindernis seien die derzeitigen Rahmenbedingungen, sagt AEEV-Geschäftsführer Johann Punzenberger. Um herauszufinden, wie es um das Windkraftpotenzial in Vorarlberg tatsächlich bestellt ist, hat das Land im Spätsommer 2022 eine neue Studie in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse wurden ursprünglich für Ende des Jahres angekündigt. Da die Qualität der vorhandenen Daten zu schlecht war, wurde der Fertigstellungstermin allerdings kurzfristig auf Frühling 2023 verschoben. Andreas Krenn, Geschäftsführer der „Energiewerkstatt“, die die Studie durchführt, erklärt im Gespräch mit den VN die Hintergründe.

Seehöhe bis Windgeschwindigkeit

Eine Windkraftpotentialbewertung beruhe üblicherweise auf einer GIS-Analyse, holt Krenn aus. Dabei würden unterschiedliche Kriterien wie die Hangneigung („Windkraftanlagen können nur bis zu einer bestimmten Hangneigung errichtet werden“) oder die maximale Seehöhe herangezogen und genauso relevante Naturschutzflächen von vornherein ausgeschieden. Im Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit des Standortes seien außerdem die Windressourcen wie die Windgeschwindigkeit entscheidend. „Zunächst war angedacht, als Datengrundlage die Ergebnisse des Projekts ‚Windatlas Österreich‘ zu verwenden, der in den Jahren 2009 bis 2011 erstellt wurde. Im Laufe der Vorarbeiten zur aktuellen Potentialbewertung hat sich herausgestellt, dass in der Zwischenzeit zusätzliche Daten vorliegen“, ergänzt der Geschäftsführer. Eine weitere Problematik ergab sich beim Vergleich der Zahlen aus dem Windatlas mit den neu dazugekommenen Messstationen. Laut Krenn wurden dabei teilweise größere Abweichungen festgestellt, weswegen nun die Windkarte überarbeitet wird. „Dabei werden auch Daten aus Deutschland und der Schweiz mitberücksichtigt. Das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) wird ebenso Daten liefern wie das SwissMetNet, das automatische Messnetz von MeteoSchweiz. Die Zahlen werden zudem mit dem Schweizer Windatlas und dem Bayerischen Windatlas abgeglichen“, führt der Geschäftsführer aus.

Potenziale

Am Ende einer GIS-Analyse bleiben theoretische Potenzialflächen übrig, auf die fiktive Windkraftanlagen gesetzt werden. „Über die Anzahl der Windkraftanlagen und deren Leistung kann man schließlich abschätzen ,
wie viel Energieertrag erwirtschaftet werden kann. Da eine solche Betrachtung mit einer gewissen Unschärfe verbunden ist, werden die Zahlen üblicherweise bezirksweise aggregiert. Das heißt, man sagt, in einem Bezirk können so und so viel MW Windkraftleistung installiert werden“, erläutert der Experte. VN-ger 

„Es werden auch Daten aus Deutschland und der Schweiz berücksichtigt.“

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