Pyrotechniker beschreiten neue Wege

Vorarlberg / 28.12.2022 • 18:50 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Pyrotechniker Christoph Amann ist laufend auf der Suche nach neuen Materialien. VN/Paulitsch
Pyrotechniker Christoph Amann ist laufend auf der Suche nach neuen Materialien. VN/Paulitsch

Kaum mehr Plastik, weniger Lärm – das Fireevent-Team setzt neue Akzente beim Feuerwerk.

Hohenems Karton statt Plastik. Weniger Knallkörper, mehr Glitter. Keine Kriegssymbole, sondern farbenfrohe Schriftzeichen. „Wir versuchen, so umweltverträglich wie möglich vorzugehen“, sagt Christoph Amann von Fireevent in Hohenems und zeigt auf eine Rakete mit Papierkappe. „Inzwischen ist unsere Linie zu 98 Prozent kunststofffrei. Ganz geht aus Sicherheitsgründen nicht.“ Aber es sei klar gewesen, dass hinsichtlich Umwelt und Klima in der Feuerwerksbranche etwas getan werden musste.

Naturgemäß haben die Pyrotechniker und Feuerwerksprofis kurz vor dem Jahreswechsel wieder alle Hände voll zu tun. „Mit dem Knallprogramm sind wir inzwischen massiv zurückgefahren. Aber wir müssen etwas bieten, ansonsten holen es sich die Kunden aus dem Ausland“, sagt Amann, deutet auf viereckige Kartonschachteln im Regal und fügt hinzu: „Über ein generelles Knallverbot wäre ich nicht böse.“

Schmuggelware

Das große Problem seien die illegalen Böller, Kracher oder Raketen, die im Internet bestellt oder nach Österreich geschmuggelt würden und mit denen es immer wieder zu Zwischenfällen und Verletzungen kommt. Genau diese Vorfälle seien es dann auch, welche die Branche zu Unrecht in ein schlechtes Licht rücken würden.

„Wenn man sich bei einem klassischen Feuerwerk aus dem Fachhandel an die Vorschriften hält, die Sicherheitsvorgaben befolgt und den Alkohol weglässt, kann im Grunde nichts passieren“, meint der 36-Jährige. Hinsichtlich Lärm gebe es auch knallarme Feuerwerke oder Sprühfontänen. „Husten oder Singen ist lauter. Auch ein Staubsauger macht mehr Lärm.“ Amann hat als Pyrotechniker sein Hobby zum Beruf gemacht. Er möchte mit farbenfrohen Feuerwerken den Menschen Freude bereiten und „Glitzer in die Augen zaubern“, wie er sagt. Das Fireevent-Team designt Feuerwerke, erstellt Konzepte und ist bei Festivals in Europa im Einsatz. „Auch in Kanada waren wir schon“, erzählt der Hohenemser.

Momentan ist das Team an den Feuerwerksverkaufsstellen in Hohenems, Höchst, Bregenz, Lauterach und Feldkirch im Einsatz. Wer auf die Eco-Linie der Firma setzen möchte, muss etwas tiefer in die Tasche greifen.

Weniger ist mehr

„Natürlich ist da preislich ein großer Unterschied“, sagt Amann, „aber man sollte sich auch überlegen, ob es unbedingt massenhaft Feuerwerkskörper braucht oder ob es nicht besser ist, auf Qualität zu setzen. Manche Nachbarschaftswettbewerbe sind schon übertrieben“, meint der Pyrotechniker, der auch zum Mülleinsammeln am Neujahrstag mahnt. Was die Feuerwerksartikel mit den Karton- und Papierkappen betrifft, so sind diese nach Angaben von Amann biologisch abbaubar beziehungsweise verrotten. VN-MEF

„Mit dem Knallprogramm sind wir inzwischen massiv zurückgefahren.“

Feuerwerkskategorie 2: ab 16 Jahren, zur Verwendung in abgegrenzten Bereichen im Freien vorgesehen.
Feuerwerkskategorie 2: ab 16 Jahren, zur Verwendung in abgegrenzten Bereichen im Freien vorgesehen.

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