Seilbahner machen sich nach Lawine in Zürs auf die Suche nach dem Fehler

Vorarlberg / 28.12.2022 • 21:14 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
An sich sind die Pisten der sicherste Ort im Gebirge. Daher fragen sich die Verantwortlichen, warum die Lawine in Zürs eine geöffnete Piste erreichten konnte. APA/Gindl
An sich sind die Pisten der sicherste Ort im Gebirge. Daher fragen sich die Verantwortlichen, warum die Lawine in Zürs eine geöffnete Piste erreichten konnte. APA/Gindl

Die Skipisten sind sicher, betonen die Verantwortlichen.

Mittelberg Lawinenabgänge auf Skipisten kommen selten vor, im Fall des Falles können die Auswirkungen aber umso verheerender sein. In Zürs wurde am Weihnachtswochenende zeitweise um bis zu zehn Leben gefürchtet, in Imst ging am Dienstag eine Lawine auf eine gesperrte Skipiste ab. „Aus den Fällen wird man lernen müssen“, sagte Vorarlbergs Seilbahnsprecher Andreas Gapp. Die Pisten seien aber sichere Orte.

In Vorarlberg und westlich von Innsbruck herrscht weiterhin großflächig erhebliche Lawinengefahr der Stufe drei auf der fünfstufigen Gefahrenskala. Dies gilt für Höhenlagen oberhalb von etwa 2200 Metern und den freien Skiraum. Aufgrund der Verhältnisse waren bereits einzelne Wintersportler in der Lage, Lawinen auszulösen.

Viel Geld fließt in Sicherheit

Für die Sicherheit auf den Pisten sind grundsätzlich die Liftbetreiber verantwortlich, dafür tätigen sie Jahr für Jahr hohe Investitionen, wie Gapp betont. Er verwies aber auch auf die unabhängigen Lawinen-Kommissionen, die die Situation an Ort und Stelle beurteilen. „In diesen Gremien sitzt keiner von uns drinnen“, unterstreicht Gapp. Pisten „sind im Winter die sichersten Orte in den Bergen überhaupt“, so der Seilbahnsprecher. Die beiden Ereignisse der vergangenen Tage werde man genau analysieren müssen, um von einem sehr hohen Sicherheitsstandard auf einen noch höheren zu kommen.

Diese große Sicherheit in den Skigebieten betont auch Österreichs oberster Seilbahnvertreter, der Tiroler ÖVP-Abgeordnete Franz Hörl. Die Betriebsleiter der Seilbahnen würden von sich aus im Zweifelsfall das Okay der Lawinenkommissionen einholen, ob eine Piste gesperrt werden solle oder nicht. „Nach üblichem menschlichem Ermessen“ könne es auf freigegebenen Pisten zu keinem Lawinenunglück kommen, so Hörl. Im Fall von Zürs ist der Zillertaler überzeugt, dass auch dort nach bestem Wissen und Gewissen alles für die Sicherheit getan worden sei: „Die Vorarlberger sind absolute Vollprofis. Gerade am Arlberg sind sie oft mit solchen Situationen konfrontiert.“

Ein Sechser im Lotto sei dreimal wahrscheinlicher, als auf einer als sicher geltenden Piste von einem Schneebrett getötet zu werden, sagte Harald Riedl, der beim Land Tirol für die Lawinenkommissionsausbildung zuständig ist, der „Tiroler Tageszeitung“. „Jede Aspirintablette ist gefährlicher“, zog Riedl einen weiteren Vergleich. Das Risiko für solche Ereignisse so gering wie möglich zu halten, seie Aufgabe der genannten Lawinenkommissionen vor Ort. Die Kommissionen würden eine Empfehlung abgeben, der die Liftbetreiber in der Regel folgen.

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