Seilbahner machen sich nach Lawine in Zürs auf Suche nach dem Fehler

Vorarlberg / 28.12.2022 • 19:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Seilbahner machen sich nach Lawine in Zürs auf Suche nach dem Fehler
APA/Gindl, Oberstdorf Kleinwalsertal Bergbahnen

Die Skipisten sind sicher, betonen die Verantwortlichen.

Mittelberg, Innsbruck Lawinenabgänge auf Skipisten kommen selten vor, im Fall des Falles können die Auswirkungen aber umso verheerender sein. In Zürs wurde am Weihnachtswochenende zeitweise um bis zu zehn Leben gefürchtet, nachdem eine Lawine eine Piste miterfasste. Im Tiroler Imst ging am Dienstag eine Lawine auf eine gesperrte Skipiste ab. “Aus den Fällen wird man lernen müssen”, sagte Vorarlbergs Seilbahnsprecher Andreas Gapp. Die Pisten seien aber sichere Orte.

In Zürs waren an den Weihnachtsfeiertagen an die 200 Einsatzkräfte auf der Suche nach möglichen Verschütteten. <span class="copyright">VN/PAulitsch</span>
In Zürs waren an den Weihnachtsfeiertagen an die 200 Einsatzkräfte auf der Suche nach möglichen Verschütteten. VN/PAulitsch

In Vorarlberg und westlich von Innsbruck herrscht weiterhin großflächig erhebliche Lawinengefahr der Stufe drei auf der fünfstufigen Gefahrenskala. Dies gilt für Höhenlagen oberhalb von etwa 2200 Meter – und den freien Skiraum. Aufgrund der Verhältnisse waren bereits einzelne Wintersportler in der Lage, Lawinen auszulösen.

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Viel Geld fließt in Sicherheit

Für die Sicherheit auf den Pisten sind grundsätzlich die Liftbetreiber verantwortlich, dafür tätigen sie Jahr für Jahr hohe Investitionen, wie Gapp betont. Er verwies aber auch auf die unabhängigen Lawinen-Kommissionen, die die Situationen an Ort und Stelle beurteilen. “In diesen Gremien sitzt keiner von uns drinnen”, unterstreicht Gapp. Pisten “sind im Winter die sichersten Orte in den Bergen überhaupt”, so der Seilbahnsprecher. Die beiden Ereignisse der vergangenen Tage werde man genau analysieren müssen, um von einem sehr hohen Sicherheitsstandard auf einen noch höheren zu kommen.

<p class="caption">Andreas Gapp von den Oberstdorf Kleinwalsertal Bergbahnen ist der Sprecher der Vorarlberger Seilbahner. <span class="copyright">VN/Stiplovsek</span></p>

Andreas Gapp von den Oberstdorf Kleinwalsertal Bergbahnen ist der Sprecher der Vorarlberger Seilbahner. VN/Stiplovsek

Diese große Sicherheit in den Skigebieten betont auch Österreichs oberster Seilbahnvertreter und Tiroler ÖVP-Abgeordnete Franz Hörl. Die Betriebsleiter der Seilbahnen würden von sich aus im Zweifelsfall das OK der Lawinenkommissionen einholen, ob eine Piste gesperrt werden solle oder nicht. “Nach üblichem menschlichem Ermessen” könne es auf freigegebenen Pisten zu keinem Lawinenunglück kommen, so Hörl. Im Fall von Zürs ist der Zillertaler überzeugt, dass auch dort nach bestem Wissen und Gewissen alles für die Sicherheit getan worden sei: “Die Vorarlberger sind absolute Vollprofis. Gerade am Arlberg sind sie oft mit solchen Situationen konfrontiert.”

Abseits der Piste ist die Situation eine andere, doch die Pisten sollten nach Möglichkeit der sicherste Ort im winterlichen Gebirge sein.<span class="copyright"> APA/Gindl</span>
Abseits der Piste ist die Situation eine andere, doch die Pisten sollten nach Möglichkeit der sicherste Ort im winterlichen Gebirge sein. APA/Gindl

Auch andernorts betonte man die Unwahrscheinlichkeit, auf einer freigegebenen Piste Opfer eines Lawinenabgangs zu werden oder gar ums Leben zu kommen. Ein Sechser im Lotto sei wahrscheinlicher, als auf einer als sicher geltenden Piste von einem Schneebrett getötet zu werden, sagte Harald Riedl, der beim Land Tirol für die Lawinenkommissionsausbildung zuständig ist, der “Tiroler Tageszeitung”. Die Wahrscheinlichkeit, in Österreich auf einer solchen Piste von Schneemassen begraben zu werden, liege bei eins zu 25 Millionen. Zum Vergleich: Auf einen Gewinn im Lotto stehen die Chancen eins zu acht Millionen. “Jede Aspirintablette ist gefährlicher”, zog Riedl einen weiteren Vergleich. Das Risiko für solche Ereignisse so gering wie möglich zu halten, sei Aufgabe der zahlreichen Lawinenkommissionen vor Ort. Die Kommissionen würden eine Empfehlung abgeben, der die Liftbetreiber in der Regel folgen würden.

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