Hochseilakt im Egger Wald

Vorarlberg / 29.12.2022 • 18:39 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Laufkatze kann bis zu vier Festmeter Holz transportieren.VN/Steurer
Die Laufkatze kann bis zu vier Festmeter Holz transportieren.VN/Steurer

Anlässlich der nicht alltäglichen Holzernte wurde auch eine Seilkranparty gefeiert.

Egg Die Warnschilder sind nicht zu übersehen. „Durchgang verboten. Lebensgefahr! Wegen Forstarbeiten!“, ist auf dem großen zu lesen. Auf einem kleineren steht: „Befristetes forstliches Sperrgebiet. Betreten verboten.“ Der Grund dafür hängt im wahrsten Sinne des Wortes an den Seilen. In Egg Fallenbach-Stangstatt fahren gefällte Bäume derzeit nämlich Seilbahn.

Das Waldgebiet gehört 15 Eigentümern. Die durchschnittliche Steigung beträgt laut Waldaufseher Rafael Fetz rund 70 Prozent. Herkömmliche Maschinen oder Pferde hätten hier keine Chance. Vor knapp einem Monat hat das Team von Bereuter Seilbahnen aus Lingenau daher eine Spezialseilbahn, einen sogenannten Seilkran, in den Wald gestellt. 1,3 Kilometer lang, zwei Stützen, ein Einmast. Oben ist das Seil an zwei Wurzelstöcken verankert, unten befindet sich ein Tragseilspanner. Eine Pistenraupe wurde zur Zugmaschine umfunktioniert.  

300 bis 400 Bäume

Die Arbeiten laufen voraussichtlich bis Mitte Jänner. Bis dahin sollen 1200 Festmeter Holz aus dem Objektschutzwald abtransportiert sein. Brennholz, hartes und weiches Nutzholz und Hackmaterial. In Bäume umgerechnet sind das zwischen 300 und 400 Stück. „Das Ziel ist, dass wir die Waldverjüngung herbekommen, dass wir wieder Licht in den Wald bringen und die Zukunft des Waldes gewährleisten können“, unterstreicht Rafael Fetz.

Die Bäume werden zunächst markiert, gefällt und grob entästet. „Damit bleiben 50 Prozent der Äste und damit Nährstoffe im Wald. Das ist für den Boden und die Lebewesen ganz wichtig“, merkt Thomas Ölz vom Vorarlberger Waldverband an. Alle Bäume,
die 30 bis 40 Meter rechts oder links des Seils stehen, können mitgenommen werden. Nach dem Fällen kommen die Seilbahnbauer. Im Fall von Egg Fallenbach-Stangstatt waren es drei Mann. Der Aufbau hat zwei Tage gedauert. Gestern, Donnerstag fand eine Seilkranparty statt. Waldaufseher Fetz wollte die Leute dadurch unter anderem darauf aufmerksam machen, „dass es kein Honiglecken ist, das Holz dem Konsumenten zur Verfügung zu stellen“, erläutert er.  

Thomas Ölz ergänzt: „Das Gute an der Energieverteuerung ist, dass die Holznutzung jetzt wieder rentabler ist.“ In Vorarlberg werden derzeit rund 400.000 Festmeter genutzt. Laut Ölz könnten 150.000 Festmeter mehr genutzt werden. „Wir tun etwas Gutes, wenn wir diesen Rohstoff auf den Markt bringen. Es ist eine sichere, nachhaltige und klimafreundliche Energieversorgung.“ VN-GER

„Das Ziel ist, dass wir wieder Licht in den Wald bringen und die Zukunft des Waldes gewährleisten können.“

Achtung, Baum im Anflug! Das Holz wird am Sammelplatz auf Stapeln sortiert.
Achtung, Baum im Anflug! Das Holz wird am Sammelplatz auf Stapeln sortiert.

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