Passanten mit einer Machete gefährlich bedroht

Vorarlberg / 29.12.2022 • 22:33 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Angeklagte litt vor Gericht unter Erinnerungslücken. VN/hartmann
Der Angeklagte litt vor Gericht unter Erinnerungslücken. VN/hartmann

Nach einer Drohung und versuchter Nötigung wurde ein vorbestrafter 27-Jähriger verurteilt.

Feldkirch „An den Vorfall im September habe ich keine Erinnerungen mehr. Ich war betrunken“, lässt der vorbestrafte Angeklagte Richter Richard Gschwenter wissen. Laut zwei Zeugen kam es in jener Septembernacht zu zwei brenzligen Begegnungen in der Feldkircher Innenstadt.

Der Beschuldigte hatte einem der beiden ihm nicht bekannten Passanten mit seiner Machete bedroht. Demnach hielt er einem 22-Jährigen die Klinge an die Kehle. Als Schadenersatz dafür hat der Angeklagte dem Opfer 100 Euro zu bezahlen.

Nach Ansicht des Richters forderte der Angeklagte damals noch den zweiten, 18-jährigen Zeugen dazu auf, ihm etwas abzukaufen – ohne dabei zu sagen, was. „Seit dem Vorfall bin ich in Therapie wegen meiner Alkoholsucht und habe keinen Schluck mehr getrunken“, betont der Vorbestrafte. Richter Gschwenter sagt dem Angeklagten, dass er Glück gehabt hätte, dass in der Tatnacht niemand verletzt worden sei. Der an Alkohol Gewöhnte war damals mit 1,4 Promille laut Urteil vermindert zurechnungsfähig. Auch deshalb, aber vor allem wegen seiner Reue und Einsicht fiel die Sanktion gering aus.

Mildes Urteil

Der Strafrichter wertete die Drohungen mit einer Machete nur als gefährliche Drohung mit einer Körperverletzung und als versuchte Nötigung.

Dafür wurde dem mit zwei Vorstrafen belasteten Arbeitslosen am Landesgericht Feldkirch eine teilbedingte Geldstrafe von 1200 Euro (300 Tagessätze zu je 4 Euro) gewährt. Davon beträgt der unbedingte, dem Gericht zu bezahlende Teil 600 Euro.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Staatsanwältin Konstanze Manhart verzichtete auf Wunsch des Richters auf Rechtsmittel. Der mit dem Urteil einverstandene Angeklagte erschien ohne Verteidiger und erhielt deshalb automatisch drei Tage Bedenkzeit. Die mögliche Höchststrafe wäre ein Jahr Gefängnis gewesen. VN-SAH

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