Die unschönen Spuren einer Böllernacht

Vorarlberg / 01.01.2023 • 18:39 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Ein gesprengter Parkautomat im Gütle. Straßenmeisterei
Ein gesprengter Parkautomat im Gütle. Straßenmeisterei

Zerstörte Müllcontainer, gesprengter Parkautomat. In Dornbirn waren zu Silvester Vandalen unterwegs.

Dornbirn Gerd Weimüller (41) war nicht die erste Silvesternacht als Koordinator des Straßenreinigungsdienstes in der Stadt unterwegs. Er weiß, was euphorisierte Neujahrsfester so alles an Unrat zurücklassen. „Aber heuer“, sagt Weimüller, „war es schon irgendwie extrem.“ Der Stadtbedienstete bezieht sich dabei auf Vandalenakte, deren Folgen sein Trupp beim Aufräumen begegnen musste. Auch sein Chef und Leiter der Straßenmeisterei Dornbirn, Hubert Dreher (54), kann da nur noch den Kopf schütteln. „Es wurden insgesamt vier Müllbehälter zerstört. Das sind zum Teil Designerobjekte, die 4000 Euro kosten. Aber das Schlimmste mussten wir im Gütle erleben. Dort wurde ein Parkautomat im Wert zwischen 15.000 und 18.000 Euro von Vandalen gesprengt.“

Fernseher, Stühle, Koffer

Es ist 10.30 Uhr am Neujahrstag im Areal der Straßenmeisterei Dornbirn in der Gütlestraße. Bruno Gasperini (60) und Arthur Grabher (56) entladen gerade die letzten zwei Transportfahrzeuge voll mit den Überresten der Silvesternacht. Man sieht verstümmelte Raketen-Abschussbatterien, die Überreste von Leuchtraketen, Böller, Kartonfetzen, aber auch allerhand, das man nicht mit Silvesterfeiern in Verbindung bringt, einen alten Fernseher, Stühle, Koffer. „Die Leute nutzen die Gunst der Stunde und hauen Sachen weg, die sie nicht mehr brauchen“, kennt Hubert Dreher seine Kundschaften.

Die Kerntruppe

Insgesamt acht Kubikmeter Unrat haben seine Männer von vier Uhr in der Früh bis jetzt eingesammelt und im Gelände der Straßenmeisterei abgeladen. Im Einsatz waren sieben Mitarbeiter mit drei Fahrzeugen. „Heuer haben wir erstmals auch eine Kehrmaschine in Betrieb gehabt“, berichtet der Chef. Viel bitten und betteln braucht er nicht, um einen Trupp für den Dienst in der Silvesternacht zusammenzustellen. „Es hat sich eine Kerntruppe gebildet, die sich jedes Jahr meldet“, freut sich Dreher. Seine Männer lobt er über den grünen Klee. „Sie leisten wirklich tolle Arbeit und führen ihren Job gründlich aus.“

Interne Silvesterfeier

Dabei lassen sie sich auch von den frühmorgens noch präsenten Silvester-Feierfreaks nicht beeindrucken. Nicht alle von diesen sind nämlich nett mit den Mitarbeitern der Straßenmeisterei. „Da kannst du dir gelegentlich einiges anhören“, weiß Gerd Weimüller. Aber heuer habe es diesbezüglich keine Probleme gegeben.

Der Reinigungstrupp hat sich mittlerweile vollzählig in der Straßenmeisterei versammelt. „Jetzt ist es Zeit für ein Gläschen Sekt in gemütlicher Runde“, betont Dreher. Wie jedes Jahr ist der Chef mit seiner Frau vorbeigekommen, um mit seinen Männern eine kleine interne Silvesterfeier abzuhalten. Verdient haben sie es sich allemal. VN-HK

„Was die Leute heuer zum Teil auf den Dornbirner Straßen liegen ließen, war schon irgendwie extrem.“

Die Spuren einer Silvesternacht. Bruno Gasperini zeigt, was sich alles auf den Straßen von Dornbirn gefunden hat. VN/Paulitsch
Die Spuren einer Silvesternacht. Bruno Gasperini zeigt, was sich alles auf den Straßen von Dornbirn gefunden hat. VN/Paulitsch

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