Vom Raubdelikt freigesprochen

Vorarlberg / 02.01.2023 • 22:14 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Selbst das Raubopfer entlastete den Angeklagten. EC
Selbst das Raubopfer entlastete den Angeklagten. EC

Siebenfach vorbestrafter Afrikaner ist kein Räuber, keine Spur vom wirklichen Täter.

Feldkirch 18. November 2021, auch im vergangenen Jahr fand im Bregenzer Stadtzentrum der alljährliche Weihnachtsmarkt statt. Viele Menschen genossen bei Glühwein, Punsch und anderen Angeboten die Stimmung.

Ein selbstständiger Berater hatte sich mit Freunden in einem Innenstadtlokal zum Essen verabredet. Nach zwei Bier und einem Kaiserschmarren begab er sich nach draußen und überlegte, ob er nicht lieber ein Taxi rufen solle, statt selbst zu fahren. Plötzlich unterbrach ein grober Faustschlag in die Magengegend diese Überlegungen.

Kaiserschmarren retour

„Durch den Schlag auf den vollen Magen kam mir der Kaiserschmarren hoch, ich musste mich übergeben“, erzählt der Mann. Vor dem Schlag habe er einen Zug an seiner Kapuzenjacke gespürt und nach dem Schlag wahrgenommen, dass man ihm das Portemonnaie aus der Hosentasche gezogen hatte.

Den Täter selbst habe er kaum gesehen. Rastalocken habe er gehabt und groß sei er gewesen, viel mehr könne er nicht mehr dazu sagen. In Verdacht kam bald eine Gruppe Obdachloser, die sich an jenem Abend bei der Bregenzer Hauptpost aufhielt. Doch der Angeklagte, ein 46-jähriger, siebenfach vorbestrafter Afrikaner, beteuert seine Unschuld. Er habe gesehen, dass es dem Mann nicht gut gehe und habe ihn noch gefragt, ob er ihm helfen könne. Als dieser das verneinte, sei er wieder zurück zu seinen Kollegen gegangen.

Zu wenig Beweise

Das Raubopfer ist sich ziemlich sicher, dass der Beschuldigte nicht der Täter ist, zu klein und ganz andere Haare.

Die Staatsanwaltschaft beharrt auf einem weiteren Zeugen, doch der Fall bleibt unklar. „Mein Mandant braucht medizinische Hilfe, im Falle einer Verurteilung hätte er große Probleme bezüglich Aufenthaltsbewilligung. Es gibt viel zu wenig Beweise für einen Schuldspruch“, so die Verteidigung.

Karten gefunden

Die rund 30 Euro aus der Geldtasche sind weg. Doch zum Glück und zur Verwunderung des Opfers wurde die Geldbörse mit sämtlichen Dokumenten gefunden. Über die Schweizer Kreditkarte hatte der Mann sofort alle Konten sperren lassen.

Ein älterer Herr fand die Brieftasche unter einem Marktstand und forschte anhand der Visitenkarte den Besitzer aus. Zumindest die Karten hat das Opfer zurück. Wer ihn an jenem Abend ausgeraubt hat, bleibt unklar. Der angeklagte Afrikaner war es jedenfalls nicht. „Das Urteil ist rechtskräftig“, bestätigt Pressesprecher Dietmar Nußbaumer. EC

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