Landesbibliothek öffnet sich digital

Vorarlberg / 03.01.2023 • 18:36 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Neu ist in der Landesbibliothek nicht nur der Eingangsbereich. Landesbibliothek/Willeit
Neu ist in der Landesbibliothek nicht nur der Eingangsbereich. Landesbibliothek/Willeit

Mit Alma und Primo wird für die Besucher einiges einfacher, auch über die Landesbibliothek hinaus.

Bregenz Die Vorarlberger Landesbibliothek ist nun ein Teil des österreichischen Bibliothekenverbunds. Diese Teilnahme biete enorme Vorteile durch ein gemeinsames Bibliotheks- und Discovery-Systems, sieht Landesstatthalterin Barbara Schöbi-Fink die Zukunftsfähigkeit der Landesbibliothek gesichert. Doch was bedeutet das?

Die Vorarlberger Landesbibliothek nutzt künftig das Bibliotheksystem Alma und das Suchsystem Primo der Firma Ex Libris. Für die interessierten Besucher der Landesbibliothek bringt dies tatsächlich einige Erleichterungen, versichert Bibliotheksdirektorin Marion Kaufer. Schließlich gab es bislang zwei voneinander getrennte Discovery-Systeme, wie in der Fachsprache die Suchfunktionen für die Besucher genannt werden. Künftig kann jeder in einem einzelnen Konto nicht nur den eigenen Verleihstatus und Rückgabefristen abfragen, sondern auch die Verfügbarkeit von Medien nachschlagen, online verfügbare Datensätze von Texten bis Bildern bestaunen und Fernleiheanträge erstellen – nicht nur in Vorarlberg selbst.

Landesarchiv wird zugänglicher

„Der Vorteil für alle ist, dass unsere Bestände viel sichtbarer werden“, betont Kaufer. So kann künftig der Student in Wien ebenso leicht entdecken, was für ihn hilfreiches in Schloss Babenwohl aufliegt, wie auch der Vorarlberger einfach die Bestände von Innsbruck bis Wien abfragen und ausleihen kann.

Dies war bislang nicht so einfach möglich, da sich das Vorgängersystem Aleph der Landesbibliothek und des Bibliothekenverbundes einander nicht verstanden, im wortwörtlichen Sinne. Vorarlberg führte dieses bereits 1998 als Vorreiter in Österreich ein. Die Metadaten wie Autor, Auflage und Verlag wurden hier im angloamerikanischen Datenformat gespeichert. „Diese Dateiformate muss man sich vorstellen wie die Karteikärtchen anno Schnee“, verdeutlicht Kaufer. Der Bibliothekenverband übernahm zwar Aleph, aber mit dem deutschen Datenformat. In Folge waren die Systeme nicht problemlos kompatibel. „Das muss man sich ein bisschen vorstellen wie Benzin und Diesel“, vergleicht die Direktorin.

Mehr Online-Inhalte in Aussicht

Nun verwenden jedoch alle das cloudbasierte Alma nach dem angloamerikanischen Prinzip. Der Anpassungsaufwand sei nun deutlich geringer, damit die Katalogsysteme einander verstehen. Doch hier enden die Vorteile noch nicht: „Das integrierte Bibliotheksystem hat alle Komponenten gebündelt, die vom Ankauf über die Katalogisierung bis zum Verleih benötigt“, erklärt Bibliotheksdirektorin Marion Kaufer. Statt vieler getrennter Systeme gibt es nun ein großes verknüpftes System. Weniger Einpassungsaufwand und Vereinheitlichung sollen einen weiteren Vorteil mit sich bringen: Zeit. „Ich hoffe schon, dass wir durch die Synergien mehr Services zur Verfügung stellen können“, will Kaufer die nun freiwerdende Zeit auf die Aufbereitung von Inhalten nutzen. So dürften bald noch mehr alte, gemeinfreie Texte und Bilder aus den Archiven als digitale Inhalte im volare-System für die Vorarlberger zur Verfügung stehen. VN-RAU

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.