So trotzen viele Skilehrer dem schneelosen Winter

Vorarlberg / 04.01.2023 • 14:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Skilehrerin im Grünen. Wie gerne würde die Studentin Marie Reiter ihren Ferialjob ausüben. Doch das geht heuer nur bedingt. <span class="copyright">VN/Paulitsch</span>
Skilehrerin im Grünen. Wie gerne würde die Studentin Marie Reiter ihren Ferialjob ausüben. Doch das geht heuer nur bedingt. VN/Paulitsch

Höchste Flexibilität, Ausweichen in höhere Lagen, Fokussierung auf Kinderskikurse.

Dornbirn. Nein, so hatte sich Marie Reiter (25) ihren Ferialjob über die Weihnachtsfeiertage nicht vorgestellt. Statt sich am Bödele mit Kindern und Erwachsenen im Schnee zu tummeln, sitzt sie zu Hause in Watzenegg ob Dornbirn. Schnee ist mit freiem Auge auch beim Blick aus dem Fenster kaum zu erkennen. “Ich hätte vom 26. Dezember weg am Bödele arbeiten sollen. Aber das ging nicht. Am 28. Dezember ging ich mit einer Gruppe, einer Mama mit zwei Kindern, nach Egg-Schetteregg. Dort war dann auch bald Schluss. Den Kindern wurde langweilig, also wechselten wir nach Damüls.”

Schneetristesse in vielen niedrig gelegenen Wintersportorten des Landes. Frau Holle will einfach nicht mit ihrer Arbeit beginnen. <span class="copyright">VN/Paulitsch</span>
Schneetristesse in vielen niedrig gelegenen Wintersportorten des Landes. Frau Holle will einfach nicht mit ihrer Arbeit beginnen. VN/Paulitsch

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Youtube angezeigt.

Alternativprogramm

Die Skischule Bödele würde alles tun, um ein Alternativprogramm auf die Beine zu stellen und ihre rund 30 Skilehrer, die meisten davon Studenten, zu beschäftigen. “Anfänger üben auch in Schoppernau, die Kunden werden überall hingefahren, wo es eine Möglichkeit für Kurse gibt”, erzählt die Studentin.

Sie selber befindet sich derzeit in Bereitschaft. “Ich wäre zwischen dem 5. und 8. Jänner eigentlich wieder im Einsatz. Aber bis jetzt habe ich noch nichts gehört. Ich weiß momentan nicht, was noch möglich ist oder nicht.”

Ein Bild aus besseren (Schnee-)Tagen. Marie Reiter lernt den Kleinsten am Oberloselift das Skifahren. <span class="copyright">Skischule Bödele</span>
Ein Bild aus besseren (Schnee-)Tagen. Marie Reiter lernt den Kleinsten am Oberloselift das Skifahren. Skischule Bödele

Hoffen auf Semesterferien

Marie möchte sich als Studentin durch Arbeit in den Ferien natürlich auch etwas dazu verdienen. “Gerade in Zeiten massiver Teuerung tut dir das als Studentin natürlich gut.”

Mit der Skischule Bödele verbindet die frühere Leichtathletin darüber hinaus eine sentimentale Bindung. “Meine Eltern waren dort schon als Studenten tätig. Und jetzt ich seit nunmehr vier Jahren. Da besteht schon eine besondere Beziehung.”

Marie hat sich auf alle Fälle bereits für eine Tätigkeit als Skilehrerin in den Semesterferien angemeldet. “Irgendwann sollte der Schnee doch kommen”, ist sie überzeugt.

Andrang ist groß

Dass höchste Flexibilität bei den heimischen Skilehrerinnen und Skilehrer das Gebot der Stunde ist, betont Konrad Berchtold (61), Obmann des Vorarlberger Skilehrerverbandes.

Konrad Berchtold ist der Obmann des Vorarlberger Skilehrerverbandes. Er betont die Notwendigkeit zur Flexibilität der heimischen Skilehrer. <span class="copyright">VN</span>
Konrad Berchtold ist der Obmann des Vorarlberger Skilehrerverbandes. Er betont die Notwendigkeit zur Flexibilität der heimischen Skilehrer. VN

“Es ist nicht so, dass die Skischulen nicht arbeiten können. Viel mehr müssen sie mit ihren Kursen in andere oder höhere Regionen ausweichen. Die Skischule Schwarzenberg etwa verlegte bei solchen Verhältnissen ihre Tätigkeit nach Alberschwende. Der Kundenandrang zu den Skischulen ist groß, auch wenn oft nicht das geplante Kursprogramm angeboten werden kann. Einige suchen sogar auch jetzt Skilehrer”, berichtet der oberste Skilehrer im Land.

Der Skilehrverband Vorarlberg vertritt rund 1600 in Vorarlberg tätige geprüfte Skilehrer, die sich auf 40 Skischulen aufteilen bzw. als Einzelunternehmer tätig sind.

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.