Ein halbes Jahr ohne Arlbergtunnel

Vorarlberg / 09.01.2023 • 18:49 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der Arlbergtunnel wird sowohl dieses wie auch nächstes Jahr jeweils für ein halbes Jahr unpassierbar sein. Asfinag
Der Arlbergtunnel wird sowohl dieses wie auch nächstes Jahr jeweils für ein halbes Jahr unpassierbar sein. Asfinag

Sanierungsarbeiten im längsten Straßentunnel Österreichs.

Hohenems, Klösterle An sich war die große Tunnelsperre bereits für den Sommer 2022 geplant. Doch die Lieferengpässe bei den Baumaterialien, Fachkräftemangel und die allgemeine Marktlage sorgten dafür, dass die überfällige Sanierung des Arlbergtunnels verschoben wurde und nun diesen Sommer kommt.

Da nun sämtliche Bauleistungen vergeben sind, ist es fix: Ab dem 24. April 2023 ist der Arlbergtunnel zwischen Vorarlberg und Tirol für voraussichtlich fünf Monate in beide Richtungen gesperrt. Grund sei die nach 45 Jahren Betrieb nicht weiter aufschiebbare Erneuerung der Fahrbahn, erklärt die Asfinag. Die Kosten für die Sanierung der Fahrbahn, Tunnelbeschichtung und Entwässerung liegen bei 75 Millionen Euro. „Mittlerweile hat sich die Marktsituation beruhigt, die Gewährleistung von Lieferketten ist sichergestellt und die Lage bei Materialengpässen hat sich entspannt. Wir sind uns sicher, dass wir den engen Zeitplan der angekündigten Sperren somit einhalten werden“, bestätigt Andreas Fromm, Geschäftsführer der Asfinag Bau Management GmbH.

Die Verkehrslösung erfolgt analog zu den Sperren 2015 und 2017. „Das bedeutet, dass eine umfassende Ziel- und Quellverkehrslösung mit allen Beteiligten zum Einsatz kommen wird“, erklärt Alexander Holzedl von der Asfinag. Diese wird regeln, welche Lkw in der Zeit der Sperre über den Arlberg fahren und welche nur großräumig ausweichen können.

Ausweichrouten

Bei früheren Sperren war die Regel, dass Lkw mit Anhänger nur als Ziel- und Quellverkehr über den Arlberg dürfen. Ansonsten müssen sie über andere Pässe wie den Fernpass in Tirol oder den Gotthardpass in der Schweiz ausweichen. Nicht ganz ohne Absicht ist, dass der Straßentunnel just mit Oktober wieder in Betrieb geht. Denn dann wird die ÖBB-Arlbergstrecke für einen Monat für Instandhaltungsarbeiten gesperrt. „Das bedeutet, dass während der Straßentunnelsperre die gesamte Kapazität der Bahn zur Verfügung stehen wird und während der Bahnsperre der Schienenersatzverkehr ohne Problem unterwegs sein kann“, versichert Holzedl.

Im Sommer 2024 wird der längste Straßentunnel Österreichs für ein weiteres halbes Jahr in den Sommermonaten gesperrt sein. „Wesentliche Prämisse bei unseren Sanierungen ist jene, dass der Tunnel während der Wintermonate offen sein wird“, erklärt Holzedl. „Deswegen sind zwei Sperren 2023 und 2024 notwendig.“

Speziell an verkehrsstarken Tagen wird es dennoch zu Zeitverzögerungen bei der Fahrt über den Pass kommen. Dessen ist sich auch die Asfinag bewusst. „Aber es ist eine bewährte und bereits erprobte Lösung. Wir haben sehr gute Erfahrungen gemacht und wissen somit, dass diese Lösung eine hervorragende ist“, betont Holzedl. Wichtig sei die umfassende frühzeitige Abstimmung mit den Anrainergemeinden. Außerdem wird es die nächsten Wochen und Monate eine intensive Informationskampagne für die Transportbranche geben. VN-RAU

„Wir sind uns sicher, dass wir den engen Zeitplan der Sperren einhalten werden.“

Ein halbes Jahr ohne Arlbergtunnel

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