Angst vor Blackout schärft die Sinne

Vorarlberg / 10.01.2023 • 17:57 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ein Broschüre mit wertvollen Infos für einen Blackout geht an alle Vorarlberger Haushalte. VOL/Mayer
Ein Broschüre mit wertvollen Infos für einen Blackout geht an alle Vorarlberger Haushalte. VOL/Mayer

Land sieht sich bei flächigem Stromausfall gut gerüstet.

Bregenz Was ist, wenn im Land plötzlich der Strom ausfällt? Genau das ist mit dem Begriff Blackout gemeint. „Dann müssen wir darauf vorbereitet sein“, sagt Landeshauptmann Markus Wallner (55, ÖVP). Um sofort hinzuzufügen: „Wir haben uns gut vorbereitet. Wobei bei uns die Voraussetzungen im Fall eines Blackouts exzellent sind.“ Was dann passiert, will sich am liebsten niemand vorstellen, und muss es trotzdem: kein Heizen, kein Telefonieren, kein Licht, Ausfall der Straßenbeleuchtung und Tunnelanlagen, Tankstellen außer Betrieb, keine funktionstüchtigen Bankomaten, schrittweises Erliegen des öffentlichen Verkehrs, kein Internet.

Gemeinden wichtig

Experten gehen von einem Blackout von maximal drei Tagen aus und rechnen mit einer Unterbrechung der Stromversorgung für weitere vier Tage. Jeder Haushalt sollte laut Broschüre für eine 14-Tage-Selbstversorgung ausgestattet sein. Die Situation kann je nach Gemeinde unterschiedlich dramatisch sein. Deswegen kommen zu den allgemeinen Informationen in der allen Vorarlberger Haushalten zugestellten Broschüre gemeindespezifische Bedingungen hinzu. „Es gibt in den Gemeinden im Falle eines Blackouts erste Anlaufstellen. Sehr wichtig ist in diesem Fall die Selbsthilfe. Erst wenn die gewährleistet wird, kann Nachbarschaftshilfe funktionieren“, betont Gemeindeverbandspräsidentin Andrea Kaufmann.

Inselbetrieb

„Vorarlberg kann im Fall eines Blackouts einen eigenen Inselbetrieb zur Versorgung aufnehme, dank eines Kraftwerksparks mit dem Obervermuntwerk II im Zentrum“, beschreibt Wallner die vorteilhafte Situation Vorarlbergs.

Sicherheitslandesrat Christian Gantner (42, ÖVP) betont vor allem die Bedeutung der Gemeinden als wichtige Partner bei einer solchen Ausnahmesituation. Sie sind die ersten Ansprechpartner, stellen Notrufmeldestellen und Betreuungsstellen zur Verfügung.

Was die Lebensmittelversorgung anbelangt müsse nach einem Tag Normalbetrieb auf Notfallversorgung umgestellt werden. Auch die ärztliche Versorgung würde nur eingeschränkt funktionieren.

Aufwendige Broschüre

Anton Gögele skizzierte den aufwendigen Weg bis zur Erstellung der Broschüre, deren Konzeption mit einer Analyse der Stromversorgung im September 2021 begann. Die Hauptverantwortungsträger zur Bewältigung eines Blackouts teilt Gögele in die Gruppen Leib und Leben, Versorgung, Kommunikation und Verkehr ein. VN-HK

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