Corona legt einen Winterschlaf ein

Vorarlberg / 10.01.2023 • 22:21 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Bestätigtes Infektionsgeschehen so niedrig wie seit Oktober 2021 nicht mehr.

SCHWARZACH Corona wird kaum noch wahrgenommen. Für Vorarlberg wurden gestern 90 bestätigte Infektionen pro 100.000 Einwohner und Woche ausgewiesen. Auch in den benachbarten Regionen des Bodenseeraumes ist dieser Wert zurzeit zweistellig. Hierzulande war er das zum letzten Mal im Oktober 2021, also vor mehr als einem Jahr. Zwischendurch belief er sich – im vergangenen Frühling – auf bis zu 3968.

Freilich: Die Dunkelziffer dürfte beträchtlich sein. Die Virenkonzentration im Abwasser ist nach wie vor relativ groß. Anderseits aber geht auch die Zahl der Patienten mit Corona zurück. Seit Jahresende um rund zwei Drittel.

Der Gesundheitsexperte Thomas Czypionka vom „Institut für Höhere Studien“ (IHS) hat eine Erklärung für die vermeintlichen Widersprüche: Sehr viele Menschen sind geimpft oder schon einmal mit der vorherrschenden Virusvariante infiziert gewesen. Sie sind damit so gut geschützt, dass ihnen eine neuerliche Infektion kaum oder im besten Fall gar nicht auffällt. Auch „Zufallstreffer“ durch Tests werden weniger wahrscheinlich, weil weniger getestet wird.

Neue Welle in Sicht

Dennoch kann laut Czypionka gesagt werden, dass Corona „im Moment nicht so stark vertreten“ ist: Das Hauptproblem liege bei anderen Viruserkrankungen wie der Influenza. Schnell könnte sich das jedoch ändern: „Wir werden sicher wieder einen Anstieg sehen.“ Eine Ausbreitung des Omikron-Subtyps XBB.1.5 werde nicht zu verhindern sein. Laut Weltgesundheitsorganisation WHO handelt es sich dabei um den bisher ansteckendsten Subtyp des Coronavirus. In den USA hat er bereits zu einer Zunahme der ausgewiesenen Infektionszahlen geführt. Czypionka rechnet damit, dass es im Februar auch in unseren Breiten soweit sein wird. Grund: Gegen XBB.1.5 sei die Immunität in der Bevölkerung nur in einem geringeren Maße gegeben. Damit dürfte es zu spürbaren Erkrankungsverläufen kommen. Schwerer als bei bisherigen Subvarianten sollten sie laut WHO jedoch nicht werden.

Das Problem sei, dass es zu vielen Personalausfällen kommen könnte, so Czypionka. Insofern könne man nur erstaunt darüber sei, dass nicht Maßnahmen wie eine bessere Belüftung von Schulklassen angegangen werden. Derlei würde das Infektionsgeschehen dämpfen. JOH

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.