Die Kirche bleibt kulant

Vorarlberg / 11.01.2023 • 05:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Kirche bleibt kulant
Finanzdirektor Andreas Weber baut auf Vertrauen. Symbol/APA

Kirchenbeitrag wird um maximal vier Prozent erhöht. Keine Anpassung bei Mindestbeitrag.

Feldkirch Teuerung und Inflation machen vielen Menschen zu schaffen. Geld ist knapp und reicht oft nur noch für das Nötigste. Da kommt jede zusätzliche finanzielle Belastung mehr als ungelegen, bleibt aber nicht aus. So wird etwa Ende Jänner wieder Post der Diözese in den Briefkästen landen.

Der Kirchenbeitrag steht zur Zahlung an. Wie schon in der Pandemie will die Kirche aber auch diesmal Kulanz walten lassen. Das heißt: Der Mindestkirchenbeitrag von 32 Euro jährlich bleibt unverändert, bei niedrigen Einkommen erhöht sich der Beitrag um zwei Prozent, die übrigen Beiträge steigen um maximal drei bis vier Prozent. „Wir liegen damit deutlich unter den Lohn- und Gehaltsabschlüssen von durchschnittlich sechs Prozent“, sagt Finanzdirektor Andreas Weber. Für heuer sind 27,9 Millionen Euro an Kirchenbeiträgen veranschlagt. Das entspricht 85 Prozent des Gesamtbudgets. Weber ist zuversichtlich, dass es trotz der schwierigen Situation klappt

Viele Unwägbarkeiten

Dankbar erinnert er sich an das vergangene Jahr. Da war ein Betrag von 26,8 Millionen veranschlagt und: „Es ist exakt diese Zahl geworden.“ Dabei sah es lange nicht danach aus. „Letztlich hat uns aber jeder Kirchenbeitragszahler sein Geld anvertraut. Darüber sind wir sehr froh.“ Der Finanzdirektor führt das unter anderem auf die großzügigen Stundungen und Nachlässe während Corona zurück. Die Unwägbarkeiten gehen 2023 jedoch weiter. „Die Heizkosten für die Pfarren steigen, ebenso die Baukosten und natürlich unsere Gehälter“, listet Andreas Weber auf, wobei die Diözese jeweils den Abschluss des Landes übernimmt. Auf der anderen Seite stehen jene, die jeden Euro umdrehen müssen. Beim Kirchenbeitrag herrscht dennoch Gottvertrauen. „Da hoffen wir, mit den Leistungen, die die Kirche für die Bevölkerung erbringt, überzeugen zu können.“ Weihnachten, Ostern, Pfingsten, Allerheiligen, die Begleitung in Krankheit, Tod und Trauer: Das alles sei den Menschen schon noch wichtig, habe schon noch eine große Bedeutung.

Bauvorhaben unter Beobachtung

Für Bauvorhaben will die Diözese den Pfarren mit Subventionen von 1,1 Millionen Euro beistehen. Große Projekte sind die Renovierung der Pfarrkirche Bregenz-St. Gallus sowie der Neu- bzw. Umbau des Bildungshauses St. Arbogast. Auch die Pfarrkirche Hohenems-St. Karl muss innen auf Vordermann gebracht werden, ebenso das St. Agatha-Kirchlein am Kristberg in Silbertal. Es gelte jedoch, die Lage genau zu beobachten. „Sind bis Mai 40 Prozent der Kirchenbeiträge da, können wir die Bauvorhaben freigeben, wenn nicht, müssen wir schauen, wo man das eine oder andere aufschieben kann“, erläutert Andreas Weber. Einiges an Geld komme durch Spenden zusammen. „Die Kirche im Dorf ist den Menschen nahe.“

Das Gesamtbudget der Diözese Feldkirch beträgt knapp 31 Millionen Euro. Die Summe ergibt sich durch den Anspruch auf staatliche Wiedergutmachung, die heuer 3,3 Millionen Euro beträgt.

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