„Uns tut die Energiekrise überhaupt nicht weh“

Vorarlberg / 11.01.2023 • 16:13 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Elmar Ebner, hier vor seiner Solaranlage, lebt mittlerweile energieautark.VN/JUN
Elmar Ebner, hier vor seiner Solaranlage, lebt mittlerweile energieautark.VN/JUN

Elmar Ebner hat lange vor der Energiekrise erkannt, wie wichtig es ist, autark zu leben.

Ludesch Elmar Ebner wusste schon lange vor der Energiekrise, wie wichtig erneuerbare Energien und Energieautonomie sind. Seit 20 Jahren hat er bereits eine Solaranlage für Warmwasser und Heizung. Seine PV-Anlage hat Elmar Ebner vor 15 Jahren auf dem Dach installiert, als er in Pension ging. Zusätzlich hat er einen Holzvergaserofen mit einem 2400 Liter großen Pufferspeicher im Keller, mit dem er gut über den Winter kommt, sowie einen 500 Liter großen Boiler, sodass er sich das tägliche Anheizen spart.

1988 sind er und seine Frau Brigitte in das Haus im Rottaweg eingezogen. Beim Hausbau hat der Ludescher auf umweltfreundliche Materialien gesetzt, wie etwa Holz in Decke und Zwischenwänden und Kork als Isolation. Dann ging er mit 60 Jahren in Pension. „Es war mir immer ein Anliegen gewesen, eigenen Strom zu produzieren, aber ich habe mir nie ausgerechnet, ob sich’s rentiert“, so Elmar. Denn der Umweltgedanke spielt für Elmar eine viel wichtigere Rolle als die Rentabilität.

Die 16,5 Quadratmeter große Solaranlage dient Elmar praktischerweise auch als Sichtschutz. Hinter ihm hegt und pflegt Brigitte ihren Gemüsegarten. Die Solaranlage funktioniert als Zusatzheizung im Winter, für Warmwasser reicht sie über das ganze Jahr hinweg. Auch die PV-Anlage mit einer Leistung von 6,36 kWh reicht den Ebners zum größten Teil für ihren Stromverbrauch. „Aber wenn die Enkel da sind, verbrauchen wir mehr“, fügt Brigitte an. Im Jahr verbrauchen sie ungefähr 3600 Kilowatt Strom. Durch die Aufgabe der hauseigenen Hobbytischlerei wird sich der Stromverbrauch noch wesentlich verringern. 180 Euro mussten die Ebners 2021 an die illwerke vkw zahlen, haben aber auch 235 Euro durch Einspeisung des Stroms ins Netz wieder rausgekriegt. „Uns tut die Energiekrise überhaupt nicht weh“, sagt Elmar.

Mischung aus Solar und Holz

Circa fünf Kubikmeter an Hartholz verheizen sie in einem Winter. Mit dem Holzvorrat kann Elmar noch acht Jahre heizen. Dabei ist das Haus, außer den 40 Zentimeter dicken, gebrannten Ziegeln, noch nicht einmal isoliert. „Die Nordseite könnte man mehr isolieren“, überlegt Elmar. „Aber es wird ja sowieso immer wärmer.“ Die Mischung aus Solar und Holz mache es aus, um die hohen Energiepreisen momentan zu umgehen. Das Haus wird über die Zentralheizung komplett geheizt, sodass sie den Ofen in der Stube kaum anmachen müssen, „nur wenn’s richtig kalt ist“, so Brigitte. Mit dem Holzvergaserofen hat das Ehepaar weniger Energieverlust als bei einem Fernwärmeanschluss. Da der Holzvergaserofen direkt im Keller verbaut ist, geht dadurch keine Wärme verloren. Anders dagegen bei einem Fernwärmeanschluss, bei welchem aufgrund der Leitungslänge schon auf dem Weg ins Haus Wärme verloren geht. „Voll bewährt hat sich die Entfernung der Radiatoren im Essbereich und der Einbau einer Wandheizung mit Einbindung in die Fußbodenheizung und Lehmverputz“, sagt Elmar stolz.

Durch ganz Vorarlberg geradelt

Elmar lebt schon immer umweltfreundlich. Zu seiner ehemaligen Arbeitsstätte, Kraftwerk Lutz, ist er bei Wind und Wetter mit dem Rad gefahren, meistens auch zur Baggerschicht zum Raggaler Stausee. Damals ermöglichte ihm der Direktor Leo Wagner, auf eigenen Wunsch als Zählerableser zu arbeiten. „Da war ich vom Klostertal über das Brandnertal und Große Walsertal bis nach Hard unterwegs, natürlich das Fahrrad immer mit dabei. Da fühlte ich mich so richtig frei und im Zug nach Hause konnte ich dann gut abschalten“, so der 75-Jährige, der zehn Jahre lang als Zählerableser gearbeitet hat. Zwar ist er schon seit 15 Jahren in Pension, aber noch heute profitiert er vom vielen Radfahren, da er so seine Fitness beibehalten kann.

Noch haben die Ebners kein E-Auto, aber dieses sei im Gespräch. Viel benutzen sie das Auto sowieso nicht, erledigen die meisten Einkäufe im Dorf. Elmar ist weiterhin sehr aktiv, geht wandern, bergsteigen, auf Skitouren, Rad fahren und turnen – alles ohne Auto. VN-JUN

Mit einer App kann Elmar immer seine aktuelle Strom­produktion sehen.
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Mit einer App kann Elmar immer seine aktuelle Stromproduktion sehen.
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