Ärger über Durchzugsverkehr im Ried

Vorarlberg / 12.01.2023 • 16:50 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Riedstraße wird nicht nur von örtlichen Autofahrern genutzt.bvs
Die Riedstraße wird nicht nur von örtlichen Autofahrern genutzt.bvs

Von Lustenau bis Lauterach und darüber hinaus bestehen Sorgen über Fernverkehr durch Naherholungsgebiet.

Lauterach „Sucht man im Navi die schnellste Route von Memmingen nach Zürich, so lotst einen das Gerät durch die gesamte Riedlandschaft von Lauterach bis Lustenau“, erklärt Manfred Hagen (Grüne) vom Lustenauer Mobilitätsausschuss das aktuelle Verkehrsproblem im Ried. Täglich nutzen Autos diese schmalen Riedstraßen als Durchzugsstraße, um zur Autobahn oder in die Schweiz zu gelangen. „Klar zu erkennen ist das besonders am Wochenende. Hier passieren Autos von der Zentralschweiz, Deutschland, Spanien, Polen und aus anderen Ländern diese Straße, die einst kaum befahren war“, so Hagen. Das Navigationsgerät finde die Landesstraßen als schnellste Route.

Problem neue Brücke?

Das Problem kennt auch der Rathauschef der Marktgemeinde: „Hinzu kommt, dass die alte Holzbrücke beim Sender eine gewisse Pförtnerwirkung für größere Autos hatte. Sie kamen nicht durch. Mit der neuen Brücke fällt dies weg und immer mehr Kleinlaster finden den Weg durch unsere Riedlandschaft“, erklärt Bürgermeister Kurt Fischer (ÖVP) das Problem aus seiner Sicht. Er beobachtet wie sein Amtskollege Bürgermeister Elmar Rhomberg aus Lauterach eine Zunahme der Autos im Ried.

Eine Höhenbeschränkung gibt es mit der neuen Brücke nicht. Laut Arno Schwärzler, Verantwortlicher des Fachbereichs Straßen im Land, ist eine Höhenbeschränkung rechtlich nicht erlaubt. „Wir prüfen, wie wir jene Fahrzeuge strafen dürfen, die über 3,5 Tonnen schwer sind. Im Gespräch ist aktuell eine Videoüberwachung“, so Schwärzler.

Land prüft Problem

Die Bürgermeister Fischer und Rhomberg fordern im Namen aller Plan-B-Gemeinden (Bregenz, Hard, Kennelbach, Lauterach, Lustenau, Schwarzach und Wolfurt) eine Lösung für dieses Problem. „Wir sind sehr unglücklich mit der neuen Brücke und möchten, dass das Land ein Zeichen setzt“, so Rhomberg. „Ich wünsche mir mehr Mut vom Land. Weshalb kann man das Ried am Sonntag nicht für den Verkehr sperren?“, fragt er sich. „Die Bürger sollen die Möglichkeit haben, mit dem Fahrrad dieses Gebiet zu erkunden“, fügt Kurt Fischer hinzu. Manfred Hagen vom Mobilitätsausschuss erklärt das Problem folgendermaßen: „Die Straßen sind und bleiben, obwohl sie von Lauterach her und durch die Zellgasse als Landesstraße angeführt sind, schlussendlich einfach nur asphaltierte Riedstraßen.“ Zu viele Autos, die zu schnell fahren, sind ein gefährliches Zusammenspiel inmitten der Natur. Schwierig sei es für Radfahrer. Sie können nicht mehr mit dem gesetzlich vorgeschriebenen Mindestabstand von zwei Metern überholt werden.

Lösung in Sicht?

Arno Schwärzler vom Land betont, dass es nun darum geht, einen parallel verlaufenden Radweg zur Straße zu schaffen, sodass es in Zukunft möglich sein wird, sicher mit dem Fahrrad durchs Ried zu fahren. Die Bürgermeister der Plan-B-Gemeinden fordern eine strengere Überwachung und die Sperre des Rieds am Sonntag. „Das Ziel muss sein, dass wir im Sinne dieses Naherholungsgebietes zu einer Lösung kommen“, sagt Bürgermeister Elmar Rhomberg. bvs

„Das Ziel muss sein, dass wir im Sinne dieses Naherholungsgebietes zu einer Lösung kommen.“

Die neue Brücke hat kein Dach, das große Lastwagen abhalten würde.
Die neue Brücke hat kein Dach, das große Lastwagen abhalten würde.
Bürgermeister Rhomberg: Wir sind sehr unglücklich mit der neuen Brücke.
Bürgermeister Rhomberg: Wir sind sehr unglücklich mit der neuen Brücke.

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