Ein recht ungustiöser Treuetest

Vorarlberg / 12.01.2023 • 22:07 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Angeklagte wurde vor Gericht mit teilweise skurrilen Vorwürfen konfrontiert. Eckert
Der Angeklagte wurde vor Gericht mit teilweise skurrilen Vorwürfen konfrontiert. Eckert

Angeklagter soll auf skurrile Weise untersucht haben, ob seine Freundin fremd ging.

Feldkirch Die Vorwürfe sind skurril, ob überhaupt etwas Wahres dran ist, offen. Bei der Verhandlung am Landesgericht Feldkirch ist Verteidigerin Olivia Lerch überzeugt, dass ihr Mandant, ein 39-jähriger Techniker, unschuldig ist. „Die Beziehung meines Mandanten zu dieser Frau war geradezu toxisch“, beschreibt die Anwältin die krisengeschüttelte ehemalige Beziehung.

Der Angeklagte selbst sagt dazu: „Es war im Großen und Ganzen schon o.k., doch der Alkohol war echt ein Problem. Meine Freundin brach immer wieder an irgendeiner Bar zusammen und ich musste sie dann nach Hause bringen.“ Bezüglich der Vorwürfe der Staatsanwältin beteuert er, dass keiner der Vorhalte wahr sei. Die Liste der Anklagevertreterin ist lang. Die Frau, das mutmaßliche Opfer, bleibt größtenteils bei ihren Angaben und sagt, ihr Ex sei oft aggressiv gewesen.

Bizarre Vorgehensweise

Die Vorwürfe, die bislang allerdings noch nicht als bewiesen gelten, sind mannigfaltig. Zum einen soll der Mann gedroht haben, seine damalige Freundin aus dem Fenster des ersten Stockes zu werfen. Zum anderen habe er ihr das Handy ins Gesicht geworfen, wodurch sie einen blauen Fleck am Auge erlitten habe. Außerdem hätte er ihren Kopf gegen den Schreibtisch geschlagen.

Der dritte und skurrilste Vorwurf betrifft eine eigenartige Art der Recherche. Der junge Mann soll nämlich nach einer nächtlichen Zechtour seiner Freundin Fremdgehen vermutet haben. Er habe mittels Unterwäscheschnüffelns herausfinden wollen, ob die Frau untreu gewesen war, so der Vorwurf.

„Wetten-dass-verdächtig“

„Wenn mein Mandant das könnte, hätte er vermutlich bei ‚Wetten dass‘ mitmachen können. Aber nichts dergleichen habe der Beschuldigte gemacht, so Verteidigerin Olivia Lerch.

Die Verletzungen der Frau hätten andere Ursachen, so Lerch. Die Frau spreche dem Alkohol sehr zu und stürze deshalb immer wieder, wobei sie sich auch verletze, so die Verteidigerin. Der Angeklagte selbst sagte, dass er kaum trinke, schließlich sei er Sportler. An einem der angeblichen Vorfallstage räumt er ein, vier Bier und zwei Schnäpse konsumiert zu haben. Doch von all den Vorwürfen sei nichts wahr, beteuert er.

Der Prozess muss vertagt werden. Bis dahin bleibt alles nur eine Anschuldigung, der bislang unbescholtene Angeklagte gilt als unschuldig.

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