Vom Wasserschloss zum Textildruckmuseum

Vorarlberg / 13.01.2023 • 16:11 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Nach vielen Besitzerwechseln (u. a. Familie Deuring, Kloster Weingarten) ist die Mittelweiherburg seit 1794 die Wiege der Vorarlberger Textilindustrie.
              
              Gemeinde Hard/Petra Rainer

Nach vielen Besitzerwechseln (u. a. Familie Deuring, Kloster Weingarten) ist die Mittelweiherburg seit 1794 die Wiege der Vorarlberger Textilindustrie.

Gemeinde Hard/Petra Rainer

Als standesgemäßer Adelswohnsitz wurde das Schloss im Jahr 1570 im Quellgebiet des Harder Dorfbachs erbaut.

Hard 1570 entstand im Quellgebiet des Harder Dorfbachs die Mittelweiherburg, ein Wasserschloss, zu dem auch ein Weiher gehörte. Dieser ist leider nicht erhalten geblieben. Erbauer war Hans Christoph Schnabel von Schönstein, der sich als standesgemäßen Wohnsitz die Mittelweiherburg bei Hard errichten ließ. Allerdings war er noch vor 1580 gezwungen, diese an Martin von Deuring aus Bregenz zu verkaufen. Es folgten einige Besitzerwechsel: Von 1618 bis 1644 gehörte der Ansitz dem Kloster Weingarten. 1648 war die Familie Coreth Eigentümer des Wasserschlösschens. In den nächsten 150 Jahren wechselten die adeligen Schlossherren mehrmals. Der Fabrikant Samuel Vogel aus dem Elsass erwarb Ende des 18. Jahrhunderts das Anwesen und richtete eine Stoffdruckerei in der Burg ein. Dadurch mussten die Innenräume massiv umgebaut werden.

Zwei Brände

1818 und 1827 verursachten zwei Brände so große Schäden, dass Teile des Schlosses abgerissen werden mussten. Mit dem Bauschutt füllte man den Wassergraben auf. Nach dem letzten Brand übernahm Samuel Schindler das einstige Schloss. Er beseitigte die Schäden und nutzte das Gebäude als Textildruckerei, Färberei, Bleicherei und Formstecherei. 1838 wurde das Gebäude vom Schweizer Fabrikanten Melchior Jenny für die Firma Jenny & Schindler erworben, weitergeführt wurde die Stoffdruckerei nach 1867 von Samuel Schindler.

Hell gegen Trüb

Die Abwässer der Fabrik verschmutzten das Trinkwasser derart, dass der Betrieb 1880 nach dem Dorfbach-Wasserstreit „Hell gegen Trüb“ geschlossen werden musste. Die Anlage stand leer und verfiel im Laufe der Zeit.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs richteten 1945 Fliegerbomben zusätzliche Schäden an. Der Verschönerungsverein Hard nahm sich schließlich zwischen 1957 und 1962 des Anwesens an, ließ größere Restaurierungsarbeiten durchführen und errichtete darin in den völlig veränderten Innenräumen ein Heimatmuseum.

Im Jahr 1995 erfolgte eine Generalsanierung. Seit 1997 beherbergt die Mittelweiherburg ein Textildruckmuseum mit den Schwerpunkten Formstechen, textiler Handdruck sowie Sozialgeschichte der Industrialisierung bis in die 1930er-Jahre.

Heute ist hier ein Textildruckmuseum untergebracht.
Heute ist hier ein Textildruckmuseum untergebracht.
Ein Bick ins Innere des ehemaligen Schlosses.
Ein Bick ins Innere des ehemaligen Schlosses.

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