Gericht: Faustschläge durch das Autofenster

Vorarlberg / 17.01.2023 • 16:20 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Angeklagte räumte vor Gericht ein, dass er sich falsch verhalten hat. <span class="copyright">Eckert</span>
Der Angeklagte räumte vor Gericht ein, dass er sich falsch verhalten hat. Eckert

Warum ein 32-jähriger Gastromitarbeiter ausrastete.

Feldkirch Der 32-Jährige, seine Freundin und das Opfer arbeiteten alle drei in der Gastronomie. So lernte die junge Frau auch das spätere Opfer kennen. Sie und der Koch freundeten sich an. Und zwar mehr als während ihrer aufrechten Beziehung zum slowakischen Partner angebracht war. Streit und Ärger waren vorprogrammiert.

Der Lebensgefährte bekam mit, dass der „Neue“ seine Freundin mit dem Auto abholte und die beiden ganz offensichtlich mehr als nur Arbeitskollegen waren. Der junge Slowake rastete aus, als er den Konkurrenten das nächste Mal im Pkw sah. Der „Gehörnte“ und der 34-jährige Koch saßen zunächst beide im Auto. Da stieg der Slowake wutentbrannt aus, ging auf seinen Landsmann los und schlug durch das geöffnete Autofenster auf ihn ein. Er forderte, dass der Mann, mit dem ihn seine Freundin betrogen hatte, aussteigt und Rede und Antwort steht. Doch das Opfer blieb lieber im Wagen. Prügel setzte es trotzdem.

Wochenlange Schmerzen

Der Slowake schlug mit den Fäusten mehrfach auf sein Opfer ein. Der 34-Jährige trug eine Kopfprellung und eine aufgeplatzte Lippe davon, außerdem Abwehrverletzungen an den Armen. Zwei Wochen nahm der Leichtverletzte Schmerzmittel, drei Wochen hatte der Koch trotzdem Schmerzen, eine Woche war er im Krankenstand. Dafür werden ihm von Richter Theo Rümmele 400 Euro Teilschmerzengeld zugesprochen. Dass er sich falsch verhielt, räumt der Slowake ein. Den Versuch, den Nebenbuhler schwer zu verletzen, verneint er aber heftig.

Lösung ohne Verurteilung

Lange wird abgewogen, ob der bislang unbescholtene Schläger ausnahmsweise noch mit einer Diversion, also einer Lösung ohne Verurteilung, davonkommen soll. Er hat „Glück“, mit 3600 Euro Buße, 400 Euro für das Opfer und 100 Euro Pauschalkosten ist die Sache erledigt.

Insgesamt ergeben sich für ihn damit 4100 Euro Kosten für die Prügelattacke. Mildernd wird gewertet, dass der Angeklagte angesichts seiner Situation frustriert war. Erschwerend wirkt, dass er dem Opfer extra nachgefahren ist und mehrfach zuschlug. Die Prügelattacke mit rund fünf Schlägen dauerte immerhin an die zehn Minuten. Da das Opfer nur leicht verletzt wurde, kann insgesamt gerade noch von geringer Schuld ausgegangen und die Sache mit einer Diversion erledigt werden. Der Beschuldigte und die Staatsanwältin sind einverstanden.

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