Gefährliche Eisgeschosse im Straßenverkehr

Vorarlberg / 18.01.2023 • 22:10 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Eisbrocken, die auf Fahrzeuge fallen, können verheerende Folgen nach sich ziehen. VN/HB
Eisbrocken, die auf Fahrzeuge fallen, können verheerende Folgen nach sich ziehen. VN/HB

Eis ist nicht nur auf der Fahrbahn riskant,
sondern auch auf Dächern von Fahrzeugen.

Schwarzach Es wurde zum Schockerlebnis für jenen Autofahrer, der am Dienstag kurz nach 15 Uhr in Schwarzenberg unterwegs war. In einer langgezogenen Linkskurve kam ihm ein weißer Klein-Lkw entgegen und verlor dabei vom Dach größere Eisstücke.

Die Trümmer prallten auf die Fahrzeugfront des Pkw und durchschlugen die Windschutzscheibe. Der Autofahrer erlitt dadurch Gesichtsverletzungen, die so schwer waren, dass er ins LKH Feldkirch eingeliefert werden musste. Der Lenker des Klein-Lkw dürfte den Unfall gar nicht bemerkt haben. Inzwischen aber hat er sich nach einem Zeugenaufruf bei der Polizeiinspektion Egg gemeldet.

Herabfallende Eisplatten, insbesondere wenn sie sich von Lkw-Dächern gelöst haben, sorgen bisweilen für folgenschwere Unfälle. Besonders gefährlich wird es, wenn das auf Autobahnen geschieht. Laut Christian Steiner, dem stellvertretenden Kommandanten der Autobahnpolizeiinspektion (API) Hohenems, kommt das auch in Vorarlberg immer vor.

Lkw-Fahrer sind gesetzlich dazu verpflichtet, ihre Fahrzeuge eis- und schneefrei zu machen. Dafür gibt es bei der Raststation Hörbranz in Fahrtrichtung Tirol eine Abkehrbühne. Direkt vor der Einfahrt zum Pfändertunnel. Das macht insofern Sinn, da sich auf Lkw-Dächern gebildete Eisflächen im Tunnel erwärmen und brüchig werden können.

„Das ist dünnes Eis“

Grundsätzlich kontrolliert die Autobahnpolizei jedoch nicht, ob diese Verpflichtung von den Brummi-Fahrern auch eingehalten wird. „Das ist eine gesetzliche Grauzone, das ist dünnes Eis“, sagt Steiner dazu. „Denn das große Aber besteht hier darin, ob es einem Lkw-Fahrer beispielsweise auf irgendeinem Parkplatz zumutbar ist, sich ohne vorhandene Abkehrbühne irgendwie auf das Dach des Schwerfahrzeuges zu begeben und sich damit selbst in Gefahr zu bringen. Zudem wenn er gerade seine Ruhezeiten einhalten musste und es eilig hat“, stellt der API-Kommandant Fragen in den Raum.

Sollte es zu Unfällen durch herabfallende Eisplatten kommen, würde das natürlich von der Polizei in den Sachverhalt aufgenommen. Wie jede Unfallursache. „Ob das dann auch strafrechtlich verfolgt wird, ist allein Sache des Gerichtes. Und eventuell auch der Versicherung“, betont Steiner.

Abstand halten

Klaus Span, Leiter der Asfinag-Autobahnmeistereien in Tirol und Vorarlberg, ergänzt dazu: „Grundsätzlich liegt es in der Verantwortung eines jeden Fahrzeuglenkers, dafür zu sorgen, dass Schneehauben oder Eis auf dem Dach keine Gefährdung für andere Verkehrsteilnehmer darstellen. Doch für alle gilt: Es ist angemessen, entsprechenden Abstand zum vorderen Fahrzeug einzuhalten.“

Lkw-Fahrern auf der Autobahn rät Span, die Abkehrbühne in Hörbranz und in Fahrtrichtung Bregenz die Bühne vor Beginn der Arlbergschnellsstraße (S 16) beim Parkplatz Kronburg in Tirol zu nutzen. vn-gs

„Es ist angemessen, entsprechenden Abstand zum vorderen Fahrzeug einzuhalten.“

Gefährliche Eisgeschosse im Straßenverkehr

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.