Unternehmer, Politiker, Golfer

Vorarlberg / 19.01.2023 • 17:33 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Walter Intemann engagierte sich im Landtag für Fragen der Energie- und Wirtschaftspolitik.
Walter Intemann engagierte sich im Landtag für Fragen der Energie- und Wirtschaftspolitik.

Alt-Landtagsabgeordneter Walter Intemann (78) hat seine letzte Reise angetreten.

Lustenau Am 7. Jänner 2023 starb nach kurzer Krankheit Dkfm. Dr. Walter Intemann (78). Ihn zeichnete ein visionäres Agieren für sein Unternehmen Rezi Microfaserprodukte GmbH in Lustenau aus. Von 1979 bis 1989 gehörte er als Wirtschaftsbundmitglied für die ÖVP dem Vorarlberger Landtag an.

Walter Intemann wurde am 11. Dezember 1944 in St. Gallen geboren und wuchs mit seinen drei Brüdern in Bregenz auf. Nach dem Besuch der Volks- und Hauptschule in Bregenz absolvierte er in der Landeshauptstadt die Handelsakademie und maturierte 1963. Anschließend studierte er an der Hochschule für Welthandel, der heutigen Wirtschaftsuniversität (WU), in Wien und wurde 1967 Diplomkaufmann und 1969 Doktor der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften. Seine Berufslaufbahn startete Walter Intemann als Marketing- und Verkaufsleiter bei der Lustenauer Maschinenfabrik Hämmerle und arbeitete bis 1972 in der Betriebsberatung in Deutschland. Anschließend fungierte er von 1973 bis 1984 als geschäftsführender Vorstand der Brauereigenossenschaft Frastanz und war von 1984 bis 1988 in Wien und Polen in der Investitionsberatung tätig. Danach war er von 1989 bis 1999 in der Geschäftsleitung der Firma Rezi GmbH in Bregenz. Diese Firma übernahm er 1999 und gründete 2002 den heutigen Standort in Lustenau. Der Betrieb mit aktuell 33 Beschäftigten gilt als Wegbereiter von Microfaserprodukten in Österreich und auch international als Spezialist für deren Reinigungsanwendungen in Industrie, Gewerbe und Haushalt. Als Pionier war Walter Intemann bestrebt, wirkungsvolle und nachhaltige Lösungen zu entwickeln. So machte sich Rezi unter seiner Führung auch rasch einen Namen als Innovationstreiber. Viele Entwicklungen werden in der Reinigungsindustrie aber auch von privaten Haushalten hochgeschätzt. Für seine Produktneuerungen wurde das Unternehmen etwa mit dem Vorarlberger Innovationspreis oder dem European Product Design Award, ausgezeichnet.

Walter Intemann war ein begeisterter Golfer. Auch das Reisen stand bei ihm ganz im Zeichen des Golfsports. „Damit komme ich in die schönsten Regionen der Welt, wie Dubai, die Kanarischen Inseln, Spanien, Portugal, Italien und Griechenland“, führte er mir gegenüber aus. Er war Präsident, Seniorcaptain und langjähriges Vorstandsmitglied im Golfclub Bodensee Weissensberg sowie Präsident des Tennisclubs Lustenau. Zudem war er ein sehr guter Skifahrer.

Seine politische Laufbahn begann Walter Intemann 1975 bei der Jungen Wirtschaft, deren Landesvorsitzender er 1976 und 1977 war. Als Landtagsabgeordneter war er Bereichssprecher für Wirtschaftsfragen des ÖVP-Landtagsklubs und in seiner zweiten Landtagsperiode Vorsitzender des Energiepolitischen Ausschusses sowie stellvertretender Vorsitzender im Volkswirtschaftlichen Ausschuss. Am Rednerpult zeichnete er sich durch seine fach- und sachkundige Argumentation aus und leistete damit wertvolle Beiträge zu fundierten Landtagsdebatten. Walter Intemann wirkte zudem als Mitglied des Vorstandes der Fachgruppe Nahrungs- und Genussmittelindustrie in der Wirtschaftskammer Vorarlberg und war Vorstandsmitglied der Industriellenvereinigung Vorarlberg.

In einem Gespräch mit mir 2017 sagte er: „Ich denke noch oft an die harten ideologischen Auseinandersetzungen im Landtag mit den SPÖ-Abgeordneten Fritz Mayer, Ernst Winder, Günther Keckeis und Günter Dietrich. Nachdem eine Studie verschiedene Bildungsdefizite im Land aufgezeigt hatte, wurde ich Mitglied einer Arbeitsgruppe mit Herbert Sausgruber, Karlheinz Rüdisser und Heinz Peter, in der erste Vorschläge für eine Fachhochschule in Vorarlberg erarbeitet wurden“.

Während eines Auslandssemesters in Paris lernte er 1965 Birgit Riedmann kennen, die dort als Deutsch-Assistentin an einem Gymnasium tätig war. Ein Jahr später wurde Hochzeit gefeiert und im April 1967 kam ihr erster Sohn Christoph zur Welt, im Februar 1972 wurde ihr zweiter Sohn Philipp geboren. Als dann später seine fünf Enkelkinder folgten, war die Großfamilie komplett, auf die Walter Intemann sehr stolz war.

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