200 Rodelunfälle in Vorarlberg erwartet

Vorarlberg / 20.01.2023 • 22:31 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Kinder, die auf der Rodel vorne sitzen, sind beim Aufprall gegen ein Hindernis besonders gefährdet. Symbol/Apa/Gindl
Kinder, die auf der Rodel vorne sitzen, sind beim Aufprall gegen ein Hindernis besonders gefährdet. Symbol/Apa/Gindl

Der empfindlichste Körperteil für tödliche Verletzungen ist der Kopf.

Schwarzach Die Rodelsaison 2022/23 ist erst vor Kurzem angelaufen, doch es hat in Österreich bereits etliche schwere Rodelfälle gegeben. Zugleich werden Erinnerungen an den Winter 2021/22 wach. Ein Elternteil saß damals hinter einem Kleinkind auf der Rodel, verlor beim Fahren die Kontrolle und prallte gegen ein Hindernis. Lebensgefährliche Verletzungen beim Kind waren die Folge. Auch zahlreiche andere Eltern gehorchen intuitiv ihrem Beschützerinstinkt und platzieren ihr Kleinkind vor sich sitzend auf der Rodel, damit sie es besser im Blick behalten. Im Fall eines Aufpralls auf ein Hindernis ist das Verletzungsrisiko für die Kinder allerdings deutlich geringer, wenn diese hinten sitzen. Das haben computersimulierte Crashtests von Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) ergeben. Hinten sitzende Kinder prallen nämlich nicht direkt auf die oft sehr harten Hindernisse, sondern auf den Rücken des Erwachsenen. Vorne sitzende Kinder würden hingegen durch die Wucht des Aufpralls vom Elternteil noch zusätzlich gegen das Hindernis gedrückt.

Erhebungen auf Rodelpisten

KfV-Tests haben zudem eindeutig ergeben, dass ein Helm das Verletzungsrisiko bei einem Aufprall mit dem Kopf deutlich reduziert. Allerdings ist die Helmdisziplin in Österreich noch äußerst gering, wie Dr. Johanna Trauner-Karner, Leiterin der Abteilung Sport- und Freizeitsicherheit im KfV sagt: „Wir führen regelmäßig auf den Ski- und Rodelpisten in ganz Österreich Standarderhebungen durch. Daher wissen wir, dass sich zwar die ohnehin schon hohe Helmtragequote auf den Skipisten in den vergangenen Jahren weiter verbessert hat. Auf den Rodelpisten stagniert allerdings der Anteil seit Jahren auf niedrigem Niveau“, warnt die Expertin. Demnach haben in den vergangenen sieben Jahren durchschnittlich mehr als 93 Prozent auf den Skipisten in Österreich einen Helm getragen, auf den Rodelpisten waren es nur 37 Prozent.

Befragung in Spitälern

„Wir rechnen für die angelaufene Wintersaison 2022/23 damit, dass zirka 200 in Vorarlberg dauerhaft wohnhafte Personen aufgrund von Unfällen mit Rodeln oder Bobs im Krankenhaus behandelt werden müssen“, so Trauner-Karner. Die Einschätzung basiert auf Befragungen des KfV in Österreichs Spitälern unter den heimischen Opfern von Sport- und Freizeitunfällen.

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.