Fünf Sterne sanft eingebettet

Vorarlberg / 23.01.2023 • 17:23 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
LH Markus Wallner mit Otmar Michaeler, Christof Germann, Helmut Mennel sowie Andreas und Erich Falkensteiner.SCO
LH Markus Wallner mit Otmar Michaeler, Christof Germann, Helmut Mennel sowie Andreas und Erich Falkensteiner.SCO

Das 55 Millionen teure Falkensteiner Hotel in Latschau ist bereits jetzt beinahe ausgebucht.

Direkt am Stausee von Latschau hat das Falkensteiner Hotel eröffnet. Es ist das erste 5-Sterne-Familienhotel im Montafon, das seinen Fokus vor allem auf Nachhaltigkeit legt. Am vergangenen Freitag wurde zur offiziellen Eröffnung geladen, mit Musik, Führungen, einer Segnung durch Pfarrer Hans Tinkhauser und der symbolischen Schlüsselübergabe. Vorstand der illwerke vkw, Christof Germann, begrüßte die geladenen Gäste im neuen Falkensteiner Hotel auf über 1000 Meter Seehöhe.

Gebaut wurden das Hotel, das dazugehörige Biomasseheizwerk und das Mitarbeiterhaus durch die illwerke vkw. Natürlich könne man sich fragen, warum ein Kraftwerksbetreiber ein Hotel baut, doch Christof Germann antwortete: „Neben Kraftwerken, Seilbahnen und der Hochalpenstraße ist auch das Tourismusfeld entstanden.“ Man wolle den Fokus nicht nur auf Nachhaltigkeit und erneuerbare Energie setzen, sondern auch eine höhere Frequentierung von Touristen unter der Woche erzielen.

Also habe man sich auf die Suche nach einem Partner gemacht, denn die illwerke vkw ist nur Investor. In Kärnten habe man sich dann mit den Geschäftsführern der Falkensteiner Michaeler Tourism Group, Andreas und Erich Falkensteiner sowie Otmar Michaeler, getroffen. „Man merkt schnell, ob der Funke überspringt oder nicht und ich hatte den Eindruck, dass der Funke übergesprungen ist“, sagte Christof Germann. Dann sei es „Schlag auf Schlag gegangen“. Er lobte die „schnelle und tolle Zusammenarbeit“.

„Vater des Projekts“

Markus Burtscher, Geschäftsführer der Golm-Silvretta-Lünersee-Tourismus GmbH, sei der „Vater dieses Projekts“, da er den ersten Kontakt hergestellt hat. „Ohne dich würde es dieses Projekt nicht geben“, so Christof Germann. 55 Millionen Euro hat der Bau des Familienhotels gekostet, durch die Inflation ist es etwas teurer geworden als ursprünglich kalkuliert. Nichtsdestotrotz hielt der Aufsichtsrat der illwerke vkw an diesem Projekt fest. „Wir haben für das Montafon ein tolles Leuchtturmprojekt geschaffen“, freut sich Christof Germann.

Erich Falkensteiner sagte zum Standort Latschau: „Es war strategisch ein wichtiger Schritt.“ Aufgrund der Nähe zur Schweiz und zu Baden-Württemberg sei das Montafon ein „wirtschaftsstarker Raum“. Vor allem die Schweiz sei ein „ganz besonderer Markt“, da es dort kaum Familienhotels gebe.

Laut Otmar Michaeler kämen jede Woche viele Projekte auf den Tisch, doch erst nach einer Zeit kristallisiere sich heraus, welches Projekt weiterverfolgt wird und welches nicht. Erst bei dem gemeinsamen Treffen in Kärnten habe es dann „Klick“ gemacht. „Bei keinem Projekt hat es so wenige Gespräche gegeben wie bei diesem hier“, lobte Otmar Michaeler die unkomplizierte Zusammenarbeit.

100 Mitarbeiter arbeiten im Hotel, das von General Manager Marcel Henneke geführt wird. Es sei herausfordernd gewesen, in Zeiten von Fachkräftemangel Mitarbeiter zu bekommen. Daher kommen einige auch aus dem Ausland, etwa aus Kroatien oder Sardinien.

Bereits jetzt gehört das 5-Sterne-Hotel mit seinen 123 Zimmern zu den „Leading Hotels of the World“ und ist als klimaneutraler Betrieb ausgezeichnet worden. Otmar Michaeler ist beeindruckt, denn das Familienhotel ist bereits einen Monat nach der Eröffnung so gut wie ausgebucht.

Im Dialog mit der Landschaft

Die Architektur habe beim Projekt eine wesentliche Rolle gespielt. Alle waren sich einig, dass sich das Hotel in den Ortsteil Latschau eingliedern muss. Patrick Lüth vom Innsbrucker Architekturbüro Snohetta durfte das Hotel planen. Er analysiert Blicke, die sich aus den Zimmern ergeben, entwickelt Geometrien, die sich „wie Puzzlesteine in die Landschaft einfügen. Das bewirkt eine Auseinandersetzung mit der Landschaft.“ Von außen merke man nicht, wie groß das Hotel wirklich ist. Das war dem Architekten auch wichtig, stehen doch schon mit dem Lünerseekraftwerk und dem Stausee genug große Gebäude in unmittelbarer Umgebung. „Es schmiegt sich in die Landschaft. Die Einbettung ist uns gelungen“, so Lüth. Das äußere Erscheinungsbild ist geprägt von Texturen. Für die Fassade habe man Holzlatten verwendet, um eine Dreidimensionalität zu erzeugen. Von jedem Zimmer habe man zudem einen Blick in die Bergwelt. Kleine Kojen, die an der Fassade angebracht sind, stellen den Bezug zu Maisäßen her.

Auch der Innenarchitekt, der Italiener Tiziano Vudafieri, hat sich mit dem Montafon und der dortigen Landschaft beschäftigt. Hier herrschen vor allem die Natur, das Wasser und der Wald, doch auch die Drei-Stufen-Landwirtschaft.
Er habe hier Urlaub gemacht, um das Tal besser zu verstehen. Sein Ziel für die Innenarchitektur: das Innere mit dem Äußeren verbinden. VN-JUN

Christine Brunner mit Erich Falkensteiner, Christl Zimmerhofer, Gaby Falkensteiner, Barbara Michaeler und Verena Brunner sowie Doris Michaeler.SCO
Christine Brunner mit Erich Falkensteiner, Christl Zimmerhofer, Gaby Falkensteiner, Barbara Michaeler und Verena Brunner sowie Doris Michaeler.SCO
Bürgermeister Herbert Bitschnau und Thomas Zudrell.SCO
Bürgermeister Herbert Bitschnau und Thomas Zudrell.SCO
Sebastian Michalko, Ulrike Mayer mit Landesrat Christian Gantner und Bürgermeister Florian Küng.SCO
Sebastian Michalko, Ulrike Mayer mit Landesrat Christian Gantner und Bürgermeister Florian Küng.SCO

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.