Stadtpfarrkirche Bregenz benötigt Hilfe

Vorarlberg / 24.01.2023 • 16:32 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Stadtpfarrkirche St. Gallus muss restauriert werden. hapf/3

Die Stadtpfarrkirche St. Gallus muss restauriert werden. hapf/3

Das barocke Baujuwel muss restauriert werden. Kostenschätzung beläuft sich auf rund zwei Millionen Euro.

Bregenz Die Stadtpfarrkirche St. Gallus in Bregenz ruft um Hilfe. Der Zustand der Kunstwerke und mancher baulichen Teile ist besorgniserregend. Die betagte Bregenzer Kirche bedarf dringend der Restaurierung und Renovierung. Am Donnerstag, 29. Jänner, findet um 18 Uhr eine Informationsveranstaltung in der Kirche statt. Dabei werden die anstehenden Arbeiten vorgestellt, die nur mit Hilfe von Spenden zu bewältigen sind.

Dringender Sanierungsbedarf

Stark gelitten hat über die Jahre hinweg die kunstvolle Ausgestaltung der Kirche. Die gesamte Raumschale ist stark verschmutzt und in besonders kritischem Zustand sind die vielen Heiligenfiguren, die dringend konserviert werden müssen. Das gilt auch für mehrere Stuckteile, die von Rissen durchzogen sind, ebenso wie für die Altäre, die Wand- und Deckengemälde.

Zeitgemäße Heizung

Hoffungslos veraltet sind Licht und Tontechnik, die es dringend zu erneuern gilt. Ein Problem stellt zudem die alte Luftheizung dar, die für viele Schäden in der Kirche verantwortlich ist. Sie muss durch ein zeitgemäßes Heizungssystem ersetzt werden, das heutigen Anforderungen in Sachen Energieeffizienz, Denkmalschutz und Raumklima entspricht.

Ersten Kostenschätzungen zufolge geht die Pfarre St. Gallus von einem Finanzierungsbedarf von mehr als zwei Millionen Euro aus.

Trotz erhoffter Unterstützung seitens der Diözese, des Landes, der Stadt Bregenz und des Bundesdenkmalamtes bleibt eine große Summe, die von der Pfarrei aufzubringen ist. Mit den Restaurierungsarbeiten soll im Frühjahr begonnen werden.

Die Stadtpfarrkirche ist ein barockes Baujuwel. Ihre Geschichte geht auf die längst nicht mehr erhaltene Aureliakirche zurück, die im Jahr 6120 von den Mönchen Kolumban und Gallus zerstört aufgefunden und wieder errichtet wurde. Dieser Kirchenbau dürfte mit dem bei Grabungen unter dem Chorraum der Stadtpfarrkirche aufgefundenen spätrömischen Baubestand identisch sein. Ihre erste urkundliche Erwähnung fand die Stadtpfarrkirche 1079 bei der Gründung des Klosters Mehrerau.

Letzte Restaurierung lange her

Ein Brand zerstörte 1477 weite Teile des Kirchenbauwerks, das mit dem vorgelagerten Turm neu errichtet und 1480 geweiht wurde. Nach Plänen des „Haus- und Hofbaumeisters“ der Benediktinerabtei Mehrerau Franz Anton Beer, einem Sohn des Barockbaumeisters Jodokus Beer, erfolgte 1737 der Umbau der Kirche mit neuer Ausstattung und Einrichtung. Die letzte Außenrestaurierung der Stadtpfarrkirche wurde in den Jahren 1968 bis 1972 vorgenommen, die letzte Innenrestaurierung 1973/74.

Das beeindruckende Kirchenbauwerk von Bregenz ist bekannt für sein Chorgestühl, das von Johann Joseph Christian im Jahr 1742 für die Abtei Mehrerau geschaffen wurde und 1808 seinen Platz in der Stadtpfarrkirche erhielt. Eine Besonderheit in der Kirche stellt der sogenannte „Silberaltar“ dar. Er wurde vor 13 Jahren aufwendig restauriert. HAPF

Der Altarraum soll kleine Veränderungen erfahren.

Der Altarraum soll kleine Veränderungen erfahren.

Decke und Deckengemälde weisen Schäden auf.
Decke und Deckengemälde weisen Schäden auf.

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