Verkehrsentlastung in Lustenau und das ewige Phantom

Vorarlberg / 25.01.2023 • 19:35 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Lustenau erstickt im Verkehr. Vor allem an der Grenze nach Au staut es sich oft. Lösungen sind in weiter Ferne. VN/Hartinger
Lustenau erstickt im Verkehr. Vor allem an der Grenze nach Au staut es sich oft. Lösungen sind in weiter Ferne. VN/Hartinger

Enttäuschung, Resignation, Kopfschütteln:  So reagieren Anwohner der L 203 in Lustenau.

Lustenau Werner Alfare ist 73. Er wohnt seit seiner Geburt im nördlichen Teil der L 203. Er kann sich an Zeiten erinnern, als die Nächte an der Straße ruhig waren und der Verkehr am Tag erträglich. Diese Zeiten sind längst vorbei. Auch jene, in denen Alfare noch leidenschaftlich gegen die zunehmende Verkehrsbelastung gekämpft ht. Über die Politiker, die ihm in all den Jahren hätten helfen sollen, kann der Pensionist nur den Kopf schütteln. „Die Leute wurden getäuscht. Und wenn man jetzt mit einer neuen Variante daherkommt, wird sie bei ihrem Nachnachfolger wahrscheinlich anmerken, was sie nicht alles getan habe“, kommentiert er die aktuellen politischen Vorgänge um die S 18 sarkastisch. „Ich hätte die Ministerin gerne einmal einen Tag hier. Dann würde sie wissen, was es heißt, an einer solchen Straße zu wohnen und immer wieder vertröstet zu werden.“

Lkw zählen

Desillusioniert gibt sich auch Dagmar Schreiber (76). Sie wohnt schon viele Jahre vis-à-vis von „Oskis Jausenstation“. Dort, wo Tausende Fahrzeuge nach dem Engel-Kreisverkehr Richtung Grenze wieder richtig angasen oder im Stau stehen und mit viel Lärm wieder anfahren. „Ich sage zu dem allem gar nichts mehr. Alles fing an, als man die große Straße nach Dornbirn baute.“ Schreiber hat wie Alfare viele Jahre gekämpft, sich der Initiative von Karina Lechtaler angeschlossen und gegen den überbordenden Verkehr protestiert. De aktuellen Entwicklungen nimmt sie nur kopfschüttelnd zur Kenntnis. Natürlich ist ihr die Initiative von Leonore Gewessler nicht verborgen geblieben. Aber das kümmert sie nicht mehr. „Ich hab’ eh nichts mehr davon.“ Dagmar Schreiber steht oft auf ihrem kleinen Balkon, wo sie raucht. „Dann zähle ich zum Zeitvertreib die Schwerfahrzeuge“, sagt sie mit einem Lächeln.

Angst um die Kinder

Im Erdgeschoss des selben Wohnblocks direkt an der L 203 ist auch Alina Malanca (26) mit ihren zwei kleinen Buben im Alter von neun und sechs Jahren zu Hause. Sie hat den Variantenvorstoß der österreichischen Umweltministerin nicht wahrgenommen. Die junge Mutter sorgt sich täglich um ihren neunjährigen Sohn, wenn er von der Schule im Hasenfeld nach Hause kommt und die mit Lkw vollgestopfte Hauptstraße überqueren muss. „Den Lärm halte ich aus, aber die Angst wegen der großen Lastwagen ist allgegenwärtig“, sagt Malanca.

Sofortmaßnahmen fordert Tobias Lechtaler, der nur wenige Meter weiter Richtung Grenze in der stilvollen Villa wohnt. „Die Diskussionen über eine große Lösung flammen immer wieder auf. Da tut sich wenig. Aber Sofortmaßnahmen würden keine großen Diskussion brauchen. Die könnte man gleich umsetzen“, fordert der Sohn von Karina Lechtaler. VN-hk

Für mich ist nicht einmal der Lärm das größte Problem. Damit kommen meine zwei Kinder und ich derzeit noch gut zurecht. Angst machen mir die großen Lkw, die auf dieser Straße fahren: Wenn ich weiß, dass mein von der Schule zurückkehrender Sohn die Straße queren muss. Alina Malanca, 26, Mutter

Für mich ist nicht einmal der Lärm das größte Problem. Damit kommen meine zwei Kinder und ich derzeit noch gut zurecht. Angst machen mir die großen Lkw, die auf dieser Straße fahren: Wenn ich weiß, dass mein von der Schule zurückkehrender Sohn die Straße queren muss. Alina Malanca, 26, Mutter

Die Politik hat die Anrainer der L 203 immer getäuscht. Gewessler wird wohl eines Tages anmerken, dass sie alles getan habe, um das Problem zu lösen. Dann, wenn schon längst ihr Nach-Nachfolger am Werk ist. Ich würde mir die Ministerin einen Tag hier an diesem Hotspot wünschen. Werner Alfare, 73, Pensionist

Die Politik hat die Anrainer der L 203 immer getäuscht. Gewessler wird wohl eines Tages anmerken, dass sie alles getan habe, um das Problem zu lösen. Dann, wenn schon längst ihr Nach-Nachfolger am Werk ist. Ich würde mir die Ministerin einen Tag hier an diesem Hotspot wünschen. Werner Alfare, 73, Pensionist

Das Problem hat hier angefangen, als man die große Straße nach Dornbirn errichtet hat. Ich kann da gar nichts mehr sagen. Früher habe ich mich noch gegen den überbordenden Verkehr auf der L 203 protestiert. Jetzt zähle ich die Schwerfahrzeuge, wenn ich am Balkon rauche. Dagmar Schreiber, 76, Pensionistin

Das Problem hat hier angefangen, als man die große Straße nach Dornbirn errichtet hat. Ich kann da gar nichts mehr sagen. Früher habe ich mich noch gegen den überbordenden Verkehr auf der L 203 protestiert. Jetzt zähle ich die Schwerfahrzeuge, wenn ich am Balkon rauche. Dagmar Schreiber, 76, Pensionistin

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