Kinderherzen mit Samtpfoten geöffnet

Vorarlberg / 20.03.2023 • 15:35 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die erfolgreiche Kinder- und Jugendbuchautorin Christine Auer las in der AK-Bibliothek in Feldkirch. <span class="copyright">CRO</span>
Die erfolgreiche Kinder- und Jugendbuchautorin Christine Auer las in der AK-Bibliothek in Feldkirch. CRO

Die erfolgreiche Kinder- und Jugendbuchautorin Christine Auer las in der AK-Bibliothek Feldkirch.

Feldkirch Aufgeregt sitzen die Kinder auf dem roten Teppich. Noch hat die Lesung nicht begonnen. Doch Abenteuerlust liegt schon in der Luft. Was verbirgt sich hinter den beiden geschlossenen Flügeltüren des Kamishibai. Kann durch das kleine Loch vielleicht etwas erspäht werden?

Wenn die Autorin auf den roten Kater zeigt, rufen die Kinder laut Felix.
Wenn die Autorin auf den roten Kater zeigt, rufen die Kinder laut Felix.

Und dann geht es endlich los. „Hallo, ich bin die Christine Auer“, stellt sich die eigens aus Wien angereiste Kinderbuchautorin vor. „Was meint ihr, worüber schreibe ich am liebsten?“ Die kleinen Wiffzacks haben das natürlich längst auf dem Cover entdeckt. „Über Katzen!“, rufen sie ihr entgegen und schon geht die angeregte Unterhaltung los. Immerhin leben in Vorarlberg geschätzte 55.000 Stubentiger und einige von ihnen gehen auch bei den kleinen Bücherfreunden ein und aus.

Ein Büchertisch lud zum Reinblättern ein.
Ein Büchertisch lud zum Reinblättern ein.

Klar, dass sie sich für Katzenabenteuer, wie das von Kater Felix und seinen Freunden Tilli und Rocko brennend interessieren. Vor allem hat sich der kleine rote Kater vorgenommen, dass er heute mutig sein will. Dabei ist das für eine so junge Samtpfote gar nicht so einfach. Die Kinder fiebern mit und nicht nur das, sie müssen sich auch konzentrieren, denn ihr Einsatz ist gefragt. Jedesmal, wenn Auer auf die rote Katze zeigt, die an der Flügeltür des Kamishibai klebt, sollen alle ganz laut Felix brüllen.

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Christine Auer, die auch als freischaffende Psychologin arbeitet, ist in der Szene der Kinderbuchautoren längst kein unbeschriebenes Blatt mehr. Sie legte 2015 einen Raketenstart hin, nachdem die kreative Mutter von zwei Kindern den Dixi-Kinderliteraturpreis 2015 gewonnen hatte. Der Förderpreis, an dem nur Schreibende teilnehmen können, die bisher noch kein Kinder- oder Jugendbuch in einem professionellen Verlag veröffentlicht haben, ermöglichte ihr die Zusammenarbeit mit Jutta Treiber, eine der wichtigsten Jugendbuchautorinnen Österreichs. „Eine unendlich spannende, lehrreiche Zeit für mich“, resümiert sie und hat seit damals bereits zwölf Kinder- und Jugendbücher geschrieben, mehrere Geschichten in verschiedenen Anthologien veröffentlicht und noch viel mehr lustige Lesegeschichten für die Schülerzeitschriften „Mein Express“ (3. Schulstufe), „Space“ (ab 5. Schulstufe) und „Spot“ (ab 7. Schulstufe).

Zu den spannenden Büchern gab es auch passende Lesezeichen.
Zu den spannenden Büchern gab es auch passende Lesezeichen.

In der AK-Bibliothek schließen sich langsam wieder die Flügeltüren des Kamishibais und es gibt für die kleinen, aufmerksamen Zuhörer Mohn- und Nusskipfel zur Stärkung. Wer sich eines der Bücher von Christine Auer für zu Hause mitnimmt, bekommt außerdem ein Autogramm in der Lieblingsfarbe ins Buch geschrieben. Rot, Blau, Grün, Pink – bei manchen wurden es gar vier auf einmal.

„Danke“, sagte eines der Kinder und mampfte nebenbei genussvoll das letzte Stück seines süßen Gebäcks. „Meine Katze heißt Lucky. Sie schläft wie Felix auch gerne in einer Kiste.“ Die Autorin schmunzelt. „Ja, so ist das mit den Katzen. Sie erleben nicht nur Abenteuer, sie öffnen auch Herzen.“ Und in diesem Fall natürlich auch Buchdeckeln, denn fast alle nahmen das Buch mit dem Titel „Kater Felix will mutig sein“ mit nach Hause. CRO

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