Größte Coronawelle seit über einem Jahr

Vorarlberg / 19.11.2023 • 15:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Auch in den Spitälern ist die Entwicklung spürbar: Zuletzt mussten rund 30 Patienten stationär behandelt werden. <span class="copyright">Foto: APA</span>
Auch in den Spitälern ist die Entwicklung spürbar: Zuletzt mussten rund 30 Patienten stationär behandelt werden. Foto: APA

Vorarlberg: Hunderte im Krankenstand und vereinzelt auch wieder Intensivpatienten.

SCHWARZACH. Corona ist in den Alltag sehr vieler Menschen in Vorarlberg zurückgekehrt. Und zwar spürbar: In der zweiten Novemberwoche befanden sich 490 unselbstständig Beschäftigte aufgrund einer Erkrankung mit dem Virus im Krankenstand. Das waren um die Hälfte mehr als in der Woche davor, wie Daten der „Österreichischen Gesundheitskasse“ (ÖGK) zu entnehmen ist. Ähnlich stark ist auch die Zahl der Krankenstände aufgrund eines grippalen Infekts gestiegen. Und zwar auf 2158. Das ist insofern relevant, als es Fälle gibt, die nicht korrekt zugeordnet sind. Zumal Symptome wie Kopfschmerzen, Ermüdung und Entzündungen im Hals nicht immer eindeutig auf Corona schließen lassen. Außerdem führt die Gesamtsumme zu einer Systembelastung etwa durch Personalausfälle in den Betrieben oder grundsätzlich für die Gesundheitsversorgung.

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Das Ganze kommt nicht von irgendwoher und könnte noch heftiger werden: Aktuellere Ergebnisse von Proben, die in Kläranlagen entnommen werden, zeigen eine starke Zunahme der Virenkonzentration im Abwasser. Sie ist bereits größer als zu Spitzenzeiten im vergangenen Herbst und Winter (siehe Grafik).

Mitte November bereits 490 Krankenstandsfälle wegen Corona und 2158 wegen eines grippalen Infekts im Land. <span class="copyright">Foto: APA</span>
Mitte November bereits 490 Krankenstandsfälle wegen Corona und 2158 wegen eines grippalen Infekts im Land. Foto: APA

„Wir befinden uns tatsächlich in einer größeren, sich aufbauenden Welle“, sagt der Virologe Andreas Bergthaler von der Medizinischen Universität Wien. Damit würden relativ viele Krankheitsfälle einhergehen, „die, die meisten von uns auch in unserer Umgebung beobachten“. Und: „Zurzeit gibt es keine Anhaltspunkte, dass der Höhepunkt der aktuellen Welle erreicht ist.“

Spürbar ist die Entwicklung auch in den Spitälern. Andrea Marosi-Kuster von der Vorarlberger Krankenhaus-Betriebsgesellschaft berichtet von rund 30 Patientinnen und Patienten mit Corona, die stationär betreut werden müssen. Wobei es auch schwere Verläufe gibt: „In den vergangenen Wochen mussten immer wieder vereinzelt positiv Getestete intensivmedizinisch betreut werden“, so Marosi-Kuster.

Sieht „zum jetzigen Zeitpunkt“  keine großen Risiken hinsichtlich der Spitalsauslastung: Virologe Andreas Bergthaler. <span class="copyright">Foto: APA</span>
Sieht „zum jetzigen Zeitpunkt“ keine großen Risiken hinsichtlich der Spitalsauslastung: Virologe Andreas Bergthaler. Foto: APA

Immerhin: „Zum jetzigen Zeitpunkt sehe ich keine großen Risiken hinsichtlich der Spitalsauslastung durch Covid“, erklärt Bergthaler, der in der Endphase der Pandemie der gesamtstaatlichen Maßnahmenkommission namens „Geco“ angehört hat: „Das kann sich aber natürlich ändern und wird auch von Grippe- und RSV-Wellen sowie der Personalsituation im Spitalswesen abhängen.“ Sogenannte RSV-Infektionen ähneln der Influenza.

Impfempfehlung

Laut Bergthaler ist vor diesem Hintergrund eine Auffrischungsimpfung empfehlenswert. Das „Nationale Impfgremium“ (NIG) rät besonders ab 60-Jährigen, Schwangeren sowie Personen mit einem geschwächten Immunsystem oder einer chronischen Erkrankung dazu.