Fragen und Antworten zu AT-Alert: So funktioniert das neue Krisen-Warnsystem über das Handy

Vorarlberg / 09.09.2024 • 16:20 Uhr
Beim Umwetter im August 2022 wurde unter anderem die A14 überschwemmt. In Zukunft sollen die Menschen bei drohenden Katastrophen früher im Bilde sein.  vN/Archiv
Beim Umwetter im August 2022 wurde unter anderem die A14 überschwemmt. In Zukunft sollen die Menschen bei drohenden Katastrophen niederschwellig über das Handy informiert werden.  vN/Archiv


Nach langer Verzögerung wurden heute die ersten Test-SMS über das neue Bevölkerungswarnsystem AT-Alert an Mobiltelefone verschickt. Das System soll künftig bei Katastrophen und Gefahrensituationen Menschen rechtzeitig warnen.

Schwarzach Nach jahrelanger Verzögerung wurde heute, Montag, eine wichtige Neuerung im österreichischen Bevölkerungsschutz erreicht: Die ersten Test-SMS über das neue Warnsystem AT-Alert wurden an Mobiltelefone ausgesendet. Diese Testwarnungen wurden allerdings nicht landesweit ausgesendet, sondern nur in einzelnen Gemeinden, Bezirken oder Gebieten – am Montag wurden etwa in Kärnten Testwarnungen an Mobiltelefone in der Gemeinde Arriach versendet. Für die Bevölkerung sind die ausgesendeten Nachrichten klar als Testwarnungen gekennzeichnet.

Schnell und unkompliziert

Bereits seit 2022 verpflichtet eine EU-Richtlinie die Mitgliedsstaaten, ihre Bevölkerung bei Katastrophen und Gefahrensituationen mittels sogenannter Cell-Broadcast-Technologie, bei der Warnmeldungen direkt über Mobilfunkzellen an Mobiltelefone gesendet werden, schnell und niederschwellig zu warnen. Doch in Österreich wurde die Einführung des Systems mehrfach verzögert. Als Gründe nannte das zuständige Innenministerium technische Gründe.

Regelbetrieb soll bald starten

Nun soll AT-Alert endlich starten. Nachdem Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) bereits im März dieses Jahres einen Start im Sommer ankündigte, fiel der eigentliche Beginn der Testphase erst heute. Diese soll in den kommenden Wochen fortgesetzt werden, bevor das System in den Regelbetrieb übergeht. Ein vollständiger landesweiter Einsatz ist für den Zivilschutz-Probealarm am 5. Oktober geplant.

Wie funktioniert die Technologie, und was sollten Bürgerinnen und Bürger darüber wissen? Ein Überblick.

Fragen und Antworten zu AT-Alert: So funktioniert das neue Krisen-Warnsystem über das Handy

Wie funktioniert Cell Broadcast, die Technologie hinter AT-Alert?
Cell Broadcast ist eine Technologie, die es ermöglicht, Nachrichten über das Mobilfunknetz an alle Mobiltelefone in einem bestimmten geografischen Gebiet zu senden. Diese Nachrichten erscheinen automatisch auf dem Bildschirm und sind mit einem lauten Signalton versehen, selbst wenn das Telefon auf lautlos geschaltet ist. Eine App oder Registrierung ist nicht erforderlich.

Wer löst AT-Alert aus?
In Österreich sind die neun Landeswarnzentralen und das Bundesministerium für Inneres dafür zuständig, AT-Alert-Meldungen auszulösen. Diese Stellen entscheiden, wann und für welche Region eine Warnung gesendet wird. Nach jeder Alarmierung soll auch eine Entwarnung ausgesendet werden.

Unwetter in Vorarlberg
Auch Bregenz war dieses Jahr von Unwettern betroffen. VOL.at/VLach

Welche Ereignisse führen zu einer AT-Alert-Warnung?
AT-Alert kann bei verschiedenen Bedrohungen ausgelöst werden, darunter Naturkatastrophen wie Unwetter, Stürme und Hochwasser, technische Unfälle wie Chemieunfälle oder Gasaustritte sowie polizeiliche Bedrohungen. Die Entscheidung über den Einsatz des Systems liegt bei den zuständigen Behörden. Die Warnung besteht aus einer kurzen Textnachricht, die auf Deutsch und Englisch ausgesandt wird.

Gibt es verschiedene Warnstufen?
Ja, es gibt mehrere Warnstufen, von „Notfallalarm“ (die höchste Stufe, die nicht deaktiviert werden kann) über „Extreme Gefahr“ und „Erhebliche Gefahr“ bis hin zu „Testwarnungen“. Der Notfallalarm wird unabhängig von den Geräteeinstellungen immer empfangen, während andere Stufen manuell deaktiviert werden können. Grundsätzlich sind alle Mobiltelefone bereits so eingestellt, dass die höchste Warnstufe (Extreme Gefahr) automatisch auf das Mobiltelefon übertragen wird. Mitunter müssen weitere Notfall-Warnstufen noch am eigenen Telefon aktiviert werden. Das geht meist im jeweiligen Einstellungsmenü des Mobiltelefons unter dem Punkt „Notfallbenachrichtigungen zulassen“.

Was muss man tun, wenn man eine AT-Alert-Warnung erhält?
Im Fall einer Warnung sollte man den Anweisungen in der Nachricht folgen. Meist werden Verhaltenstipps wie „Bleiben Sie im Haus“ oder „Meiden Sie bestimmte Gebiete“ übermittelt.

Wie sicher ist das System?
AT-Alert ist technisch ausfallsicher und basiert auf einer hochredundanten Infrastruktur. Es funktioniert überall dort, wo Mobilfunkempfang vorhanden ist. Zudem sind alle ausgesendeten Nachrichten durch hohe Sicherheitsstandards geschützt, sodass keine unbefugten Meldungen verschickt werden können.

Welche Rolle spielt der Datenschutz?
Cell Broadcast garantiert laut Innenministerium vollständige Anonymität, da keine personenbezogenen Daten übermittelt oder abgefragt werden. Die Warnung erfolgt über den Kontrollkanal der Mobilfunkzellen, ähnlich wie bei einem Radioempfang. Es werden keinerlei Rückmeldungen vom Mobiltelefon an die Behörden gesendet.

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Iframely angezeigt.

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Iframely angezeigt.

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Iframely angezeigt.