Zittern um das Skigebiet Schetteregg: “Nächste Woche ist der letzte Skitag”

Bis Ende März muss die Entscheidung feststehen, ob das Familienskigebiet im Bregenzerwald eine Zukunft hat. Die Vorzeichen haben sich nun verdüstert.
Darum geht’s:
- Skigebiet Schetteregg endet Saison trotz Schnee.
- Kaufinteressent Sutterlüty äußert sich vor 31. März nicht.
- Gesellschafter uneinig über Ganzjahresbetriebskonzept.
Egg Am Freitagmittag ist Hochbetrieb in der Schetteregg. Im Kinderland geht es laut zu, mit dem Schlepplift streben die Wintersportler dem Berg entgegen. Mit 1. März ist damit Schluss, trotz ausreichend Schnee. Dies kündigt ein Schreiben an die Stakeholder, sprich den von der Entscheidung betroffenen Interessensgruppen in und um Schetteregg, diesen Freitagmittag an. Der Grund dafür seien Bedenken, dass man die notwendigen Einigungen erreichen kann.

“Wir ziehen frühzeitig die Notbremse, statt es künstlich am Leben zu erhalten. Das trifft auch mich hart”, betont Geschäftsführer Hannes Waldner. Er musste die 18 Saisonarbeiter am Freitagmittag informieren. In anderen Saisonen waren es bis zu 35 Personen, heuer fuhr man mit einer kleineren Belegschaft und eingeschränktem Betrieb, um Kosten zu sparen. “Es stehen noch einige Entscheidungen aus, aber es ist nun Ende Februar und wir haben keine Planungsgrundlage”, bestätigt Waldner.

Für Stefan Hänel vom Skiclub Plochingen bei Stuttgart ist der Ausblick eine schlechte Nachricht. “Unsere Hütte ist 500 Meter die Straße hinunter, wir nutzen die Faschingswochen für Familienfreizeiten mit Kinderbetreuung”, verweist er auf die Verbindung zum Skigebiet. Wenn hier Ende wäre, würde dies auch Folgen für ihren Verein haben.
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Entscheidung muss im März fallen
Neuer Eigentümer und Finanzier der laufenden Wintersaison in Schetteregg Jürgen Sutterlüty will sich vor dem 31. März den Medien gegenüber nicht zur Zukunft der Schetteregg äußern. Was jedoch bekannt ist: Sollten bis Ende März nicht alle Dienstbarkeiten der Grundstückseigentümer und Bewilligungen vorliegen, darf sich Sutterlüty aus dem Geschäft wieder zurückziehen – was nach derzeitigem Wissensstand das Ende des Skigebiets Schetteregg bedeuten würde.

Bereits vor der drohender Insolvenz war ein Sommerbetrieb in Schetteregg Thema. “Wir brauchen den Ganzjahresbetrieb, allein schon um den Winter darstellen zu können”, betont Waldner. Dies fordere die immer kürzer werdende Schneesaison. Dass sich die damaligen Gesellschafter nicht auf ein gemeinsames Zukunftskonzept mit Ganzjahresbetrieb einigen konnten, war neben Schneemangel ein Hauptgrund für die finanzielle Schieflage. Waldner, bereits damals der Geschäftsführer, ging in die Insolvenz – bis sich mit Sutterlüty ein Investor und neuer Alleineigentümer fand.
Fahrrad statt Ski im Sommer
Seit dem Sommer 2025 war es ein offenes Geheimnis, dass man Überlegungen anstellte, neben Wanderern künftig auch Mountainbikern ein attraktives Angebot bieten zu wollen. “Wir können mit dem Schlepplift im Sommer keine Fußgänger transportieren”, betont Waldner das Offensichtliche. Mit einem Umrüstset von Doppelmayr wäre ohne Umbauten aber ein Radtransport möglich.

Geplant war ein Transfer des Familienskigebietes in den Sommer: So wie im Winter der Skikurs, hätte man den Familien einen Mountainbike-Park geboten, mit Kinderkursen bis hin zu sportlichen Fahrtstrecken. Hinzu kämen Erlebniswanderungen zu Themen der Lebensmittelerzeugung auf den Alpen, auch ein Kletterpark stand im Raum.
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Veränderung für alle
Aber: Der Bregenzerwald ist auch eine wichtige Alpregion. In vielen Gebieten gehören die Berghänge im Sommer vor allem dem Alpvieh, das das Landschaftsbild prägt. Auch der Tristenkopf über Schetteregg ist eine solche Alpregion. “Ohne Kühe wären die Wiesen für die Skipisten nicht da”, weiß auch Waldner. Man habe daher alles versucht, um ein für alle gewinnbringendes Konzept vorzulegen.

“Natürlich ist es eine Veränderung, wir hatten über 50 Jahre hier keinen Sommerbetrieb”, weiß auch Waldner. Man wolle hier niemanden einen Schwarzen Peter zuschieben. “Wenn wir alle an einem Strang ziehen, kriegen wir das hin”, ist er überzeugt. “Schön wäre ein Konsens, dies gemeinsam anzupacken. So wie sich das Wetter verändert, müssen wir uns verändern.”

