Bären in Vorarlberg – Verhaltenstipps beim Treffen mit Meister Petz

Vorarlberg / 09.06.2026 • 09:30 Uhr
Bären in Vorarlberg – Verhaltenstipps beim Treffen mit Meister Petz
Junge Braunbären ziehen immer wieder durch die Alpen, um einen Lebensraum zu finden.Canva

Im Süden Vorarlbergs soll ein Bär gesichtet worden sein. Doch wie verhalten, wenn man tatsächlich einem Bären gegenübersteht?

Schwarzach In Vorarlberg werden beinahe jährlich Bären gesichtet – eine Begegnung mit diesen majestätischen Tieren kann beeindruckend sein, aber auch gefährlich. Um im Falle einer Begegnung richtig zu reagieren, gibt es einige Verhaltensregeln zu beachten. Hier sind einige Tipps, die Ihnen helfen können, eine Begegnung mit einem Bären in freier Wildbahn sicher zu überstehen.

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Iframely angezeigt.

Woher kommt der Bär

Im italienisch-südtirolerischen Alpenraum rund um Trient gibt es eine Population von etwa 100 Braunbären, auch im Grenzbereich der Steiermark zu Oberösterreich leben Vertreter des Raubtieres. Bei Braunbären wandern besonders junge Männchen oft sehr weit, wenn sie die Fürsorge der Mutter verlassen. Vorarlberg liegt dabei im natürlichen Durchzugsgebiet, wenn ein Bär versucht, die Alpen zu überqueren. Sie folgen dabei meist den Wäldern und Tälern von Süden nach Norden durch Graubünden, Tirol und eben Vorarlberg.

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Iframely angezeigt.

Vermeiden Sie Begegnungen

Die beste Möglichkeit, sich vor Bärenangriffen zu schützen, besteht darin, Begegnungen zu vermeiden. Bleiben Sie auf markierten Wegen und verlassen Sie diese nicht. Hunde sollten an der Leine geführt werden, Nacht- und Dämmerspaziergänge an jenen Orten vermieden werden, an denen Bären vermutet werden. Bären haben ein sehr feines Gehör und können Geräusche aus großer Entfernung hören. Sprechen Sie laut oder klatschen Sie in die Hände, rät der WWF, falls Sie sich unsicher fühlen. Dies sollte Bären warnen und diese vorzeitig vertreiben.

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Youtube angezeigt.

Bewahren Sie Ruhe

Wenn Sie auf einen Bären treffen, bewahren Sie Ruhe. Bleiben Sie ruhig stehen und bewegen Sie sich nicht. Ein Bär wird in der Regel kein Interesse an Menschen zeigen, wenn er sich nicht bedroht fühlt. Schreien oder panisch weglaufen sind die schlechtesten Optionen, da der Bär dann möglicherweise auf Sie aufmerksam wird und sich bedroht fühlt.

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Iframely angezeigt.

Machen Sie sich groß

Wenn der Bär auf Sie zukommt, machen Sie sich groß. Spreizen Sie Ihre Arme und Beine und stellen Sie sich auf die Zehenspitzen. Wenn Sie eine Jacke oder einen Rucksack tragen, können Sie diese über Ihren Kopf halten, um größer zu wirken. Dies kann den Bären abschrecken. Werfen Sie jedoch nichts nach dem Bären. Direkter Augenkontakt kann als Drohung aufgefasst werden und den Bären dazu bringen, anzugreifen.

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Iframely angezeigt.

Wenn er sich dennoch weiter nähert und ein Angriff zu befürchten ist, legen Sie sich auf den Boden. Machen Sie sich klein, schützen Sie Ihren Nacken mit den Händen. Versuchen Sie nicht, sich zu wehren, sondern möglichst ungefährlich zu wirken, damit der Bär von Ihnen ablässt.

Rückzug

Wenn der Bär sich nicht vertreiben lässt, sollten Sie sich langsam und ruhig zurückziehen. Laufen Sie nicht, sondern bewegen Sie sich langsam und stetig weg von dem Bären. Vermeiden Sie es, dem Bären den Rücken zuzukehren, und halten Sie immer ein Auge auf ihn. Dies gilt erst recht, wenn Sie einem Jungbären begegnen.

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Iframely angezeigt.

Schutz suchen

Wenn Sie in der Nähe von Schutzräumen oder Hütten sind, suchen Sie diese auf. Bären werden durch geschlossene Türen und Fenster abgeschreckt und halten Abstand. Wenn Sie sich nicht in der Nähe eines Schutzraums befinden, suchen Sie sich eine erhöhte Position, um dem Bären auszuweichen.

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Iframely angezeigt.

Keine Nahrung anbieten

Bären haben ein sehr gutes Gedächtnis und merken sich, wo sie Nahrung finden können. Bieten Sie einem Bären niemals Nahrung an und lassen Sie auch keine Nahrungsmittel ungesichert herumliegen. Dies gilt auch für Biomüll. Dies könnte dazu führen, dass der Bär den Menschen als Nahrungsquelle ansieht und in Zukunft auf Nahrungssuche in Siedlungen eindringt.

Braunbär in Zahlen

Die Kopfrumpflänge eines erwachsenen Tieres liegt zwischen 100 und 280 Zentimetern, die Schulterhöhe bei 90 bis 150 Zentimetern (je nach Population). Im Alpinraum können männliche Bären ein Gewicht von bis zu 200 Kilogramm erreichen. Männchen sind deutlich schwerer als Weibchen.
Bären sind trotz ihrer Größe talentierte Jäger, gelten jedoch als opportunistische Allesfresser. Sie können kurzfristig Geschwindigkeiten von bis zu 50 km/h erreichen und sind agile Kletterer. Sie sind vor allem dämmerungs- und nachtaktiv, bei hohem Futterbedarf aber auch untertags unterwegs. Sie haben kein Revierverhalten, sie bilden nur zur Paarungszeit von April bis August Paare beziehungsweise die Mutter mit ihrem Nachwuchs. Doch können Geschwister auch gemeinsam ihre Wanderung beginnen.

Anmerkung: Der ursprüngliche Artikel stammt aus dem April 2023 und wurde aktualisiert